Tipps für Veganuary

This blogpost is also available in English

Die beste Zeit, um eine vegane Challenge durchziehen? Anfang des Jahres, am besten zum Veganuary! Veganuary? Was ist das nun wieder für ein Trend? Eigentlich ist es ganz einfach: Veganuary = Vegan + January. Das heißt, einfach im Monat Januar zu probieren, komplett vegan zu essen. Es hängt keine weitere Verpflichtung dran und keine komplette Lebensumstellung. Veganuary ist einfach nur eine Art Challenge, um 31 Tage lang mal die vegane Ernährung zu testen und neue Rezepte auszuprobieren. 

Auf Instagram (da könnt ihr mich auch immer gerne kontaktieren) waren tatsächlich 95% von euch an Veganuary interessiert. Wie versprochen liefere ich euch heute alle Tipps, die euch im Veganuary helfen könnten!

Wir starten heute mit Teil 1: Vorbereitung: Lesen und Research (hilft informierte Entscheidungen zu treffen und motiviert zu bleiben!)

Viele, die in Sachen Veganuary noch sehr neu sind, stellen sich vielleicht die Frage: Warum Veganuary? Und wie ziehe ich es durch?

Lesen und informieren ist der Schlüssel. Als ich damals vegan geworden bin, hab ich mich nur “durchgesetzt” und habe das alles durchgezogen, da ich einfach sehr viele Bücher und Peer Review Studien gelesen habe. Wenn ihr keine Lust auf Lesen habt, dann orientiert euch zumindest an informativen Videos, Podcasts oder Dokumentationen. Holt euch nicht alle Informationen von Bloggern, wie mir. Das soll nicht so negativ klingen, aber ich teile meine Erfahrungen und inspiriere, stoße an und spreche über meine liebsten Recherche-Quellen. Ich bin keine Ernährungswissenschaftlerin, aber wichtig finde ich immer wissenschaftliches Denken. Dafür muss man nicht an die Uni gegangen sein. Wissenschaftliches Denken heißt einfach, Informationen aus verschiedenen Quellen einholen, um ein umfassendes Bild von einer Thematik zu erhalten und alle Facetten des Themas mit einzubeziehen, faktengebundenes Denken, kritisch sein, sich von seinem Confirmation Bias lösen etc. 

Ich versuche hier, so undogmatisch wie möglich zu sein, aber ein paar Fakten will ich trotzdem mit euch teilen. Mehr vegane Gerichte in den Alltag zu integrieren und tierische Produkte signifikant zu reduzieren, ist besser für unsere Umwelt und natürlich die Tiere:

  • Eine 2000-Kalorien Ernährung mit relativ viel Fleisch auf dem Speiseplan erzeugt das Zweieinhalbfache an Treibhausgasen im Vergleich zu einer veganen Ernährung und doppelt so viel wie eine vegetarische Ernährung (Quelle)
  • Die Produktion von einem Kilogramm Rind benötigt sage und schreibe durchschnittlich 15.414 Liter Wasser. Die Produktion von einem Kilogramm Gemüse verbraucht hingegen 322 Liter Wasser (Quelle)
  • Die Nutztierhaltung nimmt den meisten Teil an Fläche Land ein: In der Landwirtschaft gehen 80% der Fläche nur für die “Fleischproduktion” drauf (Quelle)
  • Wenn man außerdem Plastik in den Ozeanen reduzieren will, sollte man Fisch und Meeresfrüchte vom Speiseplan streichen: Weggeworfenes Equipment aus der Fischerei-Industrie macht 20% des Meeresplastik aus (Quelle: Ocean Conservancy) und 46% des Mülls größer als 5cm im Great Pacific Garbage Patch besteht aus Fischernetzen (Quelle: Lebreton et al, 2018, Scientific Reports)
  • 36% der Kalorien der Ernte weltweit werden dafür verwendet, Nutztiere zu füttern. Wir produzieren genug Ernte, um alle Menschen auf der Welt ernähren zu können, aber verwenden es stattdessen sehr ineffizient, indem wir zuerst die Tiere füttern, nur um Fleisch essen zu können. Welthunger ist ein viel komplexeres Thema als ich es hier ausführen könnte, aber uns sollte bewusst sein, wieviel Energie und Wasser ineffizient dafür drauf geht, zuerst Nutztiere zu füttern, anstatt die Menschen direkt mit der Ernte zu ernähren (Quelle: Cassidy et. al, 2013, IOPScience)
  • Eine Studie fand außerdem 2017 heraus, dass die drei größten Fleischproduzenten, JBS, Cargill und Tyson, in 2016 mehr Treibhausgase emittiert haben, als ganz Frankreich zusammen (Quelle)
  • Wenn man seine Ernährung einfach auf 2/3 vegan umstellt, also in 2/3 der Gerichte in der Woche vegan kocht und isst, reduziert man seine Treibhausgasemissionen, bezogen auf die Ernährung, bereits um 60% (Quelle)
  • Wenn wir auf der Welt mit unserer Ernährung so weiter machen wie bisher, führt dies zu einer Steigerung von 80-90% der Treibhausgase aus der Lebensmittelproduktion bis zum Jahr 2050 (Quellen hier und hier)
  • Mehr als 80% des Ackerlands wird für die Tierhaltung (für die Fleischproduktion) verwendet, aber produziert nur 18% der Kalorien und 37% für die Eiweißzufuhr, die wir auf der Welt verbrauchen (Quelle)
  • Die Lebensmittelproduktion insgesamt ist für 26% der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich und verbraucht circa 43% des nutzbaren Landes, also Landflächen, die nicht von Eis bedeckt sind oder Wüstenlandschaft sind (Quelle)
  • Ein Ergebnis zum Thema Gesundheit und Klimawandel: ‘We project that health and climate change benefits will both be greater the lower the fraction of animal-sourced foods in our diets.’ (Quelle)
  • Und wenn wir Entwaldung / Waldzerstörung limitieren wollen, was notwendig ist, um die Bio-Diversität auf der Welt zu erhalten, dann ist eine vegane Ernährung die einzig wirklich machbare Ernährungsform, um dies zu erreichen, wenn wir gleichzeitig die Weltbevölkerung ausreichend ernähren wollen (Quelle)

 

Bücher, die ich zum Thema Vegane Ernährung empfehlen kann:

  • Eating Animals, Jonathan Safran Foer – Mit diesem Buch habe ich die Connection zwischen Haustieren und Nutztieren gemacht. Wenn ich keine Hunde und Katzen essen würde, warum kann ich es dann vertreten, Schweine und Kühe zu essen? Der Autor setzt sich in dem Buch mit dem Thema Massentierhaltung auseinander und auch wenn es sehr USA-zentriert ist, ist es sehr aufschlussreich.
  • Vegan Klischee Ade, Niko Rittenau – Wenn ihr ein Buch mit allen aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema vegane Ernährung sucht, dann seid ihr hier genau richtig. Niko erklärt, wie eine optimale vegane Ernährung aufgebaut ist und räumt auch mit Mythen und Klischees rund um die vegane Ernährung auf.
  • The China Study, T. Colin Campbell – Bereits ein etwas älteres Buch, aber die experimentellen Studien und klinischen Studien waren super aufschlussreich und spannend und haben mich damals vor 9 Jahren dazu gebracht, mich mehr und mehr mit dem Thema auseinander zu setzen.
  • Skinny Bitch, Rory Freedman – Ich weiß, der Titel klingt etwas sehr Diät-bezogen, aber so hat das Buch auf mich gar nicht gewirkt. Stattdessen hat es mich über die schrecklichen Zustände der Massentierhaltung aufgeklärt. Erschreckende Stories, aber leider der Alltag für fast alle Nutztiere…
  • How Not To Die, Michael Greger M.D. – auch ein sehr wissenschaftlich aufgebautes Buch. Greger hat natürlich auch einen gewissen Bias, also ist natürlich der veganen Ernährung gegenüber positiv eingestellt, was an diesem Buch oft kritisiert wird, aber er räumt auch oft in dem Buch ein, dass viele Erkenntnisse noch weitere Studien brauchen, aber dass z.B. eine handvoll Blaubeeren mehr am Tag ja auch nicht schadet.

 

Kochbücher: es gibt unzählige vegane Kochbücher auf dem Markt, aber einige sind doch recht aufwändig, was die Zutaten angeht. Ich habe damals super simpel in einer kleineren Stadt als Studentin mit der veganen Küche begonnen. Deshalb brauchte ich einfache Rezepte. Hier sind ein paar Bücher, die ich deshalb sehr empfehlen kann:

  • The UnCheese Cookbook, Joanne Stepaniak – nicht das “schönste” Buch, um ehrlich zu sein, aber es beinhaltet sehr viele verschiedene vegane Käserezepte, von Ricotta, über Pizzakäse, Fondue, Nacho Cheese bis hin zu Rezepten für veganen Scheibenkäse!
  • The Vegetarian Kitchen, Melissa Bushby – Auf den ersten Blick “nur” vegetarisch, aber alle Rezepte sind vegan, für Einsteiger perfekt, super einfach und günstig.
  • Ohsheglows Cookbook, Angela Liddon –  Unter anderem durch Angela Liddon vom Blog Ohsheglows bin überhaupt erst vegan geworden, deshalb musste ich ihr Buch natürlich auch erwähnen 🙂
  • Vegan Yum Yum, Lauren Ulm – Auch dieses Buch ist eines meiner ersten, veganen Kochbücher, sehr detailliert und als Anfängerin habe ich durch dieses Buch sehr viel über die vegane Küche gelernt!

 

Vegane Dokumentationen – ehrlich gesagt, schaue ich wenige, vegane Dokus, da Lesen für mich bereits ausreicht. Für viele bleiben Informationen besser im Gedächtnis, oder werden eindrucksvoller rüber gebracht, wenn sie im Video-Format vermittelt werden. Deshalb hier auch eine kleine, aber feine Liste:

  • What the Health – Netflix oder via Vimeo: Diese Doku beschäftigt sich mit den gesundheitlichen Folgen der tierproduktreichen Ernährung und deren Einfluss auf chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes.
  • Forks over Knives – Netflix oder Online: Ein Dokumentarfilm, der eine vollwertige, pflanzliche Kost als ideale Ernährungsform empfiehlt, bereits etwas älter, aber dennoch informativ.
  • Earthlings – auch über Vimeo – habe ich ehrlich gesagt noch nicht geschaut, aber wird von vielen Veganern empfohlen. Die Doku klärt über die schlimmen Zustände in der Massentierhaltung und im Bereich der Tierversuche auf.
  • Cowspiracy – auch diesen Film habe ich nicht geschaut, aber die Doku behandelt den Einfluss der Viehwirtschaft auf die Umwelt.
  • Game Changers – hier geht es vornehmlich um die Vorteile für Athleten, die die vegane Ernährung mit sich bringt und räumt mit Mythen und Klischees auf
  • Das YouTube-Video von Tomatolix und auch das Video von Vegan Ist Ungesund über die Qualen in der Schweinezucht sind ein Muss für alle

 

Die nachhaltigste Ernährung?

Natürlich ist nicht jede vegane Ernährung automatisch nachhaltig. Fair Trade, verpackungsarme, lokale und saisonale Produkte, sowie weniger Lebensmittelverschwendung spielen auch eine große Rolle. Dies habe ich bereits hier detailliert aufgedröselt und diskutiert. Lest die Fakten und mein Fazit einfach hier nach!

Eure Fragen zu Thema vegane Ernährung: In diesen zwei Blogposts, hier und hier, habe ich bereits 100 Fragen von euch beantwortet, die ihr auf Instagram zum Thema vegane Ernährung hattet. Vielleicht hilft euch das bereits, oder es werden direkt eure ersten Fragen beantwortet. Auf jeden Fall sind diese beiden Artikel der perfekte Einstieg, finde ich. Es geht um die Themen Familie & Vegan, Proteine, Alternativen, Vegan in der Kleinstadt, Freunde & Veganismus, etc.

Tipps für Veganuary

Vegane Support-Gruppen
  • Es gibt bereits ein paar Facebook Support Gruppen zum Thema Veganuary, z.B. eben Veganuary, aber die meisten sind auf Englisch, für 2020 gibt es jetzt auch endlich eine deutsche Veganuary Gruppe!
  • Schaut auch mal gerne auf der offizielle Veganuary-Seite vorbei!

 

Ich hoffe, ich konnte euch etwas helfen und habe euch zum Start jetzt nicht mit Infos überladen! Hinterlasst gerne euer Feedback, eure Wünsche, etc.! Ich freue mich auf den Austausch!

Im nächsten Teil geht es um die perfekte Einkaufsliste für eine vegane Küche und danach gibt es eine Übersicht an meinen liebsten Rezepten – also bleibt dran!

 

Tipps für Veganuary

PS: Warum ich angefangen habe, vegan zu essen, könnt ihr hier nachlesen!

PPS: Ihr könnt mir gerne immer Feedback oder Fragen auf Instagram schicken!

Und ein letztes PPPS: Meinen Newsletter könnt ihr übrigens hier abonnieren!

 

Titelfoto ist von Edgar Castrejon via Unsplash, die weiteren von: Charlotte KarlsenAnna Pelzer & rawpixel 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

11 Kommentare