Dienstag, der 7. April 2015
Plant Based Diet: Warum ich vegan esse
Warum ich vegan esse

Für die Ernährung auf pflanzlicher Basis gibt es viele verschiedene Gründe. Ich esse nun schon seit 3,5 Jahren vegan und habe es nie bereut, fand die Umstellung nie anstrengend oder einschränkend. Eher mein Umfeld macht diese Ernährung anstrengend, aber aufgrund von Vorurteilen, den immer gleichen Fragen und Themen, die auftreten, wenn es um Veganismus geht. Aber dazu später mehr.

Klar ist eine der häufigsten Fragen, warum ich denn vegan esse. Hier frage ich oft “Willst du die kurze Version, oder die lange Version hören?”. Die kurze Version: Ich fühle mich einfach besser mit der veganen Ernährung, bin glücklicher, fitter, vegane Gerichte sind unglaublich lecker und ich habe durch meine neue Ernährungsweise viele tolle Lebensmittel entdeckt, die ich vorher nicht kannte, oder verwendete.

Die lange Version:
Ich habe 25 Jahre fast jeden Tag Fleisch gegessen. Ich bin halb Serbin und Fleisch gehört einfach zur traditionellen Küche dazu. Wir haben in der Familie immer auf gute Qualität geachtet und nie in Massen Fleisch gegessen, aber es hat schon immer dazu gehört. Deshalb war es an sich eigentlich eine große Umstellung. Doch bevor ich Fleisch weggelassen habe, habe ich Milch aus meinem Speiseplan gestrichen. Ich hatte seit Beginn meines Studiums regelmäßig Bauchschmerzen, irgendwann fast täglich mittags und abends. Ich war beim Arzt, der die Schmerzen auf Stress/Psyche geschoben hat und mir Gesprächstherapie empfahl…ich habe zu der Zeit Psychologie studiert und ich weiß eine Selbstdiagnose ist kritisch, aber ich WUSSTE einfach, dass es nichts mit Stress oder dergleichen zu tun hatte. Toll, musste mich also selbst informieren und Google ist da auch kein guter Berater. Jesse, mein Freund, kam irgendwann auf die Idee, dass die Schmerzen vielleicht an einer Laktoseintoleranz liegen könnten – und zack, das war die Lösung. Ich habe eine Woche lang auf Milchprodukte verzichtet und mein Leben hat sich einfach mal krass geändert! Ich konnte ohne Angst, Bauchschmerzen zu bekommen, weg gehen, auf Partys, Sport machen, essen was ich wollte…beim Internisten wurde die starke Intoleranz dann bestätigt.

Ich habe zunächst viele laktosefreie Produkte gekauft, doch dann auch schnell angefangen, nach milchfreien Rezepten zu googeln und viele gute, einfache und leckere waren nun einmal vegan. Der Food-Blog, der mich zum großen Teil zum Veganismus bekehrte: Ohsheglows.com, obwohl der Blog an sich gar nicht bekehrend ist. Die Rezepte sind einfach soooo einfach, gelingen immer und unglaublich lecker, dass ich jeden Tag was von dem Blog gekocht habe und so ungewollt vegan gegessen habe. In der Zeit kamen irgendwie die zwei Bücher “The China Study” und “Skinny Bitch” in meine Hände und Fleisch, Eier und Milchprodukte waren vergessen…

Der erste Grund für die komplette Umstellung war ein gesundheitlicher Grund, nach der Intoleranz-Diagnose, den zwei Büchern und vielen weiteren Texten und Videos, wollte ich meinen Körper und insbesondere mein Herzen nur noch so gut behandeln wie möglich und keinen Scheiß mehr in mich hineinstopfen.
Zweiter Grund: Die Ernährung auf pflanzlicher Basis ist einfach faktisch umweltfreundlicher. Wer meint, der Sojaanbau zerstört unsere Natur, hat recht, doch ca. 95% (Ich weiß die genaue Zahl nicht) des Sojaanbaus geht für die Fleischproduktion drauf (jepp,ich nenne das bewusst Produktion…) und unglaubliche Massen an Wasser werden für ein Kilo Fleisch gebraucht.
Der dritte Grund: Die Tiere natürlich. Ich wusste immer, wie schlimm die Massentierhaltung ist, doch das hat mich nie zum Vegetarier gemacht. Irgendwie konnte ich das immer sehr sehr gut ausblenden, das ist wirklich keine Kunst. Doch jetzt, wo ich kein Fleisch mehr esse, fühlt es sich richtig gut an, dass kein Tier für mein Essen sterben muss. Dieser Grund bringt mich eher dazu, weiter vegan zu essen und stolz darauf zu sein, war aber kein auslösender Faktor für die Umstellung

Ein paar Facts, weil ich die oft gefragt werde:

  • nein, ich bin nicht so dünn, weil ich vegan esse, ich hab 25 Jahre lang vegan gegessen und war sogar noch viel dünner
  • nein, die Umstellung fiel mir total einfach (kann da gerne einen Blogpost dazu machen) und ich fühle mich nicht so, als würde ich verzichten
  • das einzige was mir manchmal fehlt ist Eis, da kann es schon passieren, dass ich mal eine (seltene ) Ausnahme mache
  • ich würde sagen, dass ich zu 95% vegan esse, einfach, weil ich mir nicht immer in Restaurants 100%ig sicher bin, dass die Gerichte vegan sind, ich ganz selten mal Käse und andere Milchprodukte esse (ich mache das wie ich Bock habe, aber das ist wie gesagt sehr selten) und vielleicht alle paar Monate Bio-Lachs, einfach weil Fisch gesund ist nur leider auch schlecht behandelt wird und voller Quecksilber steckt
  • ich würde mich nicht als Veganerin bezeichnen, sonst dürfte ich kein Leder tragen (habe ich aber reduziert), kein Honig essen (kaufe und esse hin und wieder teuren, fairen, guten Honig aus der Umgebung), NIE tierische Produkte essen (wie gesagt, hin und wieder ein bisschen Parmesan passiert halt) und nur vegane Kosmetik verwenden (versuche ich, aber das ist ein längerer Weg)
  • bei meinem letzten Bluttest vor einem Jahr (ja, ich sollte bald wieder einen machen), hat mir nur Vitamin D gefehlt und das hat auch Jesse gefehlt (der isst alles), Winter halt, meinte der Arzt auch
  • Mein Eisen (dazu macht sich echt JEDE/R Sorgen…) bekomme ich aus Tofu, Linsen, Spinat, Kichererbsen, Bohnen, Tahini, Zuckerrübensirup, Vollkornprodukte, Nüsse…
  • In meiner Familie war das kein Problem, alle waren sehr verständnisvoll, außerdem habe ich einfach viel selbst gekocht und viel in der Küche mitgeholfen. Mittlerweile sind meine Eltern auch beide Veggie und lieben es, vegane Gerichte zu probieren. Und in Serbien gibt es viele tolle vegetarische Beilagen.
  • Für Restaurants, Business-Lunchs etc. habe ich ein paar Tricks, entwickelt, deshalb habe ich hier auch keine Probleme (Hier meine Tipps)

Ich könnte ein ganzes Buch dazu schreiben, aber ich glaube, das reicht erst einmal für den Anfang. Ich habe nie früher dazu einen ganzen Blogpost gemacht, da ich mich nicht in eine Schublade stecken lassen wollte, es keine “Phase” sein sollte und dann irgendwann der Vegan-Trend alle Blogs überrollte, so dass ich mit meiner persönlichen Story jetzt etwas gewartet habe. Falls ihr Fragen oder Wünsche habt, schreibt das gerne in die Kommentare. Ich plane auf jeden Fall weitere Blogposts dazu.

Vegane Blogposts von mir findet ihr hier.

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