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Ich hoffe, ihr habt alle meinen Teil 1 gelesen! Wenn nicht, holt das zuerst nach, damit ihr die Antworten von mir auch in einer sinnvollen Reihe lesen könnt! Wie im ersten Teil beschrieben, habe ich auf Instagram die vielleicht etwas naive Frage gestellt “Was hindert euch daran, euch vegan zu ernähren?” und sehr viel Feedback erhalten! Genau auf dieses Feedback möchte ich jetzt eingehen und da es so viel war, habe ich den Blogpost in zwei Teile unterteilt.

Vorab-Infos und Disclaimer findet ihr in Teil 1, aber hier auch nochmal in Kurzversion: Dieser Blogpost ist kein Ersatz für ärztlichen Rat oder eine medizinische Behandlung. Alle Aussagen habe ich nach bestem Wissen recherchiert, und alles was ich an Empfehlungen gebe, unterlege ich mit Quellen, in die ihr euch selbst einlesen solltet. Ich will hiermit auch gar nicht vermitteln, dass ihr jetzt alle sofort vegan werden müsst! Ich würde auch nicht sagen, dass ich die perfekte Veganerin bin. Aber wie wäre es denn mal mit einem Tag in der Woche vegan? Dieser Beitrag ist außerdem nicht gesponsert / bezahlt und der Blogpost enthält keine Affiliate Links. Wenn ihr meine Arbeit unterstützen wollt, dann folgt mir doch auf Instagram oder YouTube!

 

Starten wir heute mit einer Frage, die ich super spannend fand:

Vegane Freunde finden

“Bin die einzige Veganerin in meinem Freundeskreis. Hast du Tipps, wie man Gleichgesinnte kennenlernt?”

Oh ja, ich weiß, wie sich das anfühlt! Als ich angefangen habe, meine Ernährung auf Vegan umzustellen, kannte ich niemanden, der oder die sich auch vegan ernährte. Mittlerweile finde ich aber sogar Gleichgesinnte aus meiner Kleinstadt aus der ich herkomme, über Freunde von Freunden! Natürlich ist das nicht die Norm, aber glücklicherweise gibt es heutzutage unzählige Möglichkeiten, sich auch übers Internet zu vernetzen. Meine Freunde aus meiner Heimatstadt machen es z.B. so, dass sie sich veganen Vereinen oder ähnlichem anschließen, auf Vegan-Feste gehen, Vegan Stammtische, Tierrecht-Demos und dadurch Leute kennen lernen. Ein paar Kontaktpunkte:

  • Vegetarierforum
  • ProVeg (sowie die ProVeg Facebook-Gruppen der einzelnen Städte)
  • VegPool
  • Veggieworld
  • Deutschlandistvegan
  • Generell Facebook-Gruppen
  • Bumble (eine App zum PartnerIn, Freunde, Freundinnen und Business-Partner kennen lernen)
  • U.v.m., fühlt euch frei in den Kommentaren zu ergänzen!

 

 

Das Umfeld isst Fleisch

Wie gehst du damit um, wenn dein Umfeld Fleisch vor dir isst?

Wenn gegenseitige Akzeptanz herrscht, ist das ok. Wenn sie aber ständig Witze zu dem Thema machen würden, könnte ich nicht mit den Personen ständig essen gehen. Und wenn ich immer wieder dieselbe alte Leier höre, wie z.B. “Ich esse eigentlich nur Bio-Fleisch” oder ähnliches, dann kann ich mittlerweile ehrlicherweise nur noch mit den Augen rollen. Aber meistens nur innerlich. Wie in meinem Teil 1 erwähnt, versuche ich immer meinem “Anti-Vegan”-Gegenüber positiv eingestellt zu sein, den Mund dann zwar aufzumachen, aber immer ruhig, bedacht und faktenbasiert.

 

Social Settings / Arbeit / etc.

  • “Social setting, having people that don’t support veganism watch my adaption and struggles”
  • “Aufwändig für Büro und zuhause leckere, abwechslungsreiche, veggie Gerichte vorzubereiten”
  • “Keine veganen Optionen in Restaurants, Gefühl ausgeschlossen zu sein, kein veganes Mensa-Essen”

 

Als ich angefangen habe, vegan zu essen, gab es keine veganen Restaurants um mich herum. Ich habe also viel selbst mitgebracht, zum Beispiel ins Büro, oder mir mittags Salat gemacht. Weiter unten habe ich auch konkrete Tipps zu schnellen Gerichten. Wenn wir ein Business-Dinner hatten, habe ich immer versucht, im Voraus das Restaurant anzurufen und mit ihnen über vegane Optionen zu sprechen. Gute Restaurants sind da sehr offen für, meiner Erfahrung nach. Wenn es spontan war, habe ich vor Ort mit der Küche gesprochen und erklärt, dass ich kein Fleisch, keine Milchprodukte und keine Eier esse und dann ein paar Optionen vorgeschlagen, z.B. den Gemüseauflauf ohne Käse, stattdessen mit Tomatensoße. Freunde von mir haben dann sogar eigenes Tzatziki mitgebracht (das mit dem Restaurant aber abgesprochen) oder ähnliches. In bayerischen Gaststätten oder so, gab es für mich aber meistens nur Kartoffel und Salat (eine Kombi, die ich aber liebe!). Ich habe aber gemerkt, dass ich immer besser darin wurde, auch im Arbeitsleben unkompliziert vegan zu sein. Und falls ihr dann doch ein Restaurant findet, das eine gute vegane Option anbietet, spiegelt dem Lokal, dass ihr das gut findet, schreibt eine Review und / oder tragt das in Happy Cow ein! Zum Thema vegan auswärts essen habe ich einen ganzen Blogpost, siehe hier!

 

Vegan in der nicht-veganen WG / mit dem nicht-veganen Partner

Also ich muss sagen, dass ich einfach sehr viel Glück hatte, mit meinen WGs und natürlich mit Jesse. In meinen Studenten-WGs hab ich mit super lieben Menschen zusammengewohnt und wir haben sogar alles an Essenskosten geteilt und es gab irgendwie nie Probleme. Meine Mitbewohner haben auch veggie Aufstriche gegessen, Hafermilch getrunken und Obst und Gemüse, sowie Bohnen und Linsen gegessen. Was sie sich dann zusätzlich gekauft haben, z.B. Salami, Frischkäse, etc. gab es dann für mich als Tofu & Co. im Gegenzug. Teurer war meine Ernährung damals nicht, ganz im Gegenteil, da ich auf Vollwertkost gesetzt habe und eigentlich fast alles, bis auf Edelhefe, aus dem “normalen” Supermarkt kam. Mehr dazu in Teil 1! 

Ich habe damals einfach nach den Rezepten von Ohsheglows.com gekocht (das war so 2011 circa) und einfach jeden Tag einen Blogpost von ihr genommen und danach gekocht! Das war super einfach, lecker und nicht teuer! Damals hat sie nämlich z.B. nie Ersatzprodukte Tofu, oder ähnliches verwendet (aber auch eins ihrer letzten Gerichte beinhaltet nur Linsen, Tomatensoße, regionales Gemüse – das ist einfach günstig! Durch sie hab ich aber auch Overnight Oats entdeckt, oder grüne Smoothies!).

Kurz danach hat sich die “Besetzung” der WG geändert und wir waren dann nicht mehr wie eine Familie, die alles teilt, aber wir haben dennoch viel zusammen gekocht und da die Freundin meines Mitbewohners eine Milchallergie hatte, hat das zufällig auch gut gepasst…

Jesse war schon immer “supportive” und Zuhause hat er eigentlich immer bei Hauptgerichten vegan gegessen und nur außerhalb nicht. Es gab nie einen dummen Kommentar, dass ich kompliziert sei, da er verstanden hat, warum ich das mache. Manchmal hat er sich extra dazu noch Grillkäse oder Hähnchen dazu gemacht, aber Fleisch gab es dann irgendwann auch nicht mehr.

Edit: Das waren jetzt keine konkreten Tipps, ich wollte nur sagen, dass es in WGs, in denen eh ein sehr freundschaftliches und familiäres Verhältnis gepflegt wurde, das Thema Vegan kein Problem war. Aber in anderen WGs wäre das bestimmt nicht so einfach gewesen! Aber ein konkreter Tipp: Gemeinsames Kochen hilft, Vorurteile gegenüber veganem Essen abzulegen. Vegan ist lecker, macht satt, und ist vielseitig (wenn man nicht grad Salat pur macht, haha). Und wie in Part 1, urteilt nicht, sprecht darüber, aber nicht wertend, sondern faktenbasiert und positiv. Eine fleischfreie WG ist aber auf jeden Fall konfliktfreier (wobei ich das noch nice hatte).

Vegan in der Kleinstadt
  • “Die geringe Auswahl in Restaurants und Cafes”
  • “Vegan essen in einer Kleinstadt.”
  • “Vegane Zutaten in einer Kleinstadt.”
  • “Es ist schwierig in einer kleinen Stadt, wenn unterwegs und keine zeit eigenes Essen vorzubereiten.”
  • “Schwierig in kleinen Städten auswärts essen zu gehen,”

 

Zum Thema vegan auswärts essen habe ich einen ganzen Blogpost geschrieben. Vegane Zutaten in Kleinstädten bin ich mir unsicher, was ihr meint. Meint ihr Dörfer? Denn selbst in kleinen Städten, da wo ich herkomme, gibt es meistens Reformhäuser oder in Industriegebieten große Supermärkte mit kleinen, aber feinen Bio-Lebensmittel Ecken. Wie gesagt habe ich außerdem vegan angefangen, als es kaum vegane Produkte in Supermärkten gab, da ich eh auf Vollwertkost setze und auf wenig verarbeitete Produkte. Deshalb schreibt mir hier in den Kommentaren gerne konkrete Fragen, Situationen etc.

Eine weitere Empfehlung von mir: Fragt immer nach. Fragt im Café jedes Mal nach Soja-Milch, im Laden fragt nach veganen Produkten, auch wenn ihr wisst, sie haben es nicht. Je mehr ihr fragt oder mal darüber sprecht, dass vegane Optionen klasse wären, desto eher besteht die Chance, dass es in Zukunft vegane Produkt zum Verkauf gibt. Die Nachfrage bestimmt das Angebot!

In Schweinfurt, wo ich herkomme, frage ich in einem bestimmten Café IMMER nach einer veganen Milch-Alternative und werde nicht locker lassen, bis es Hafer- oder Sojamilch gibt 🙂

 

Kosten und Zeit
  • “Cost and time!”
  • “Ist vegan essen teurer?”
  • “Mehr simple und nicht aufwändige Gerichte könnten helfen, ohne viel Chi Chi”

 

Die kurze Version: Vegan essen ist nicht teurer oder billiger als eine Ernährung mit tierischen Produkten, es kommt einfach darauf an.

Die lange Version: Es kommt drauf an. Wenn man viele Ersatzprodukte kauft, ist Vegan essen teurer. Wenn man sich aber an gesunde Vollwertkost mit wenig verarbeiteten Lebensmitteln hält, sowie seinen Zucker- und Weißmehl-Konsum reduziert, ist die pflanzlich basierte Ernährung sogar günstiger, meiner Erfahrung nach. Simpler Tofu, Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Haferflocken, Grünkern, etc. sind super günstig und sehr nahrhaft. Dazu noch saisonales Gemüse und ein paar Luxus-Produkte, die man aber nur in Maßen isst (Nüsse, Samen, Edelhefe, etc.). Weiter unten findet ihr Food-Blogs, die wie ich finde, simpel und lecker kochen!

Ihr braucht keine Superfoods! Ihr braucht auch keine teuren Chia-Samen, Leinsamen reichen für eure Omega 3 Zufuhr. Ihr braucht kein teures, importiertes Quinoa. Bio-Soja aus Österreich ist auch super proteinreich, Bohnen sowieso. Ihr braucht keine teuren Mandeln oder Cashews, ihr könnt prima z.B. Pesto aus Sonnenblumenkernen machen, oder Käsecremes aus weißen Bohnen (siehe meinen ersten Teil und das Buch “The Uncheese Cookbook”). Ihr braucht kein Healthy Green Superfood Pulver. Deutscher, auch gerne gefrorener, Grünkohl im Smoothie ist super gesund und nährstoffreich. Ihr braucht keine teure Mandel-Milch. Hafermilch mit Hafer aus Deutschland ist eine super Alternative, mein Favorit tatsächlich! Im Restaurant sind auch oft vegetarische und vegane Gerichte billiger als ein Steak-Gericht.

Ich persönlich bin aber über die Jahre zu einem “Luxus”-Veganer mutiert. Ich gebe einfach gerne viel Geld für Lebensmittel aus, kaufe viel Bio und spare an anderen Ecken. Außerdem sehe ich die Ernährung als eine Investition. Ich zahle jetzt vielleicht etwas mehr für gesunde Lebensmittel, lebe dafür aber gesünder, hab mehr Energie etc. zum Arbeiten (womit ich Geld verdiene) und werde dadurch hoffentlich weniger krank etc. Seit ich vegan lebe bin ich tatsächlich viel seltener krank. Bio zu kaufen, sowie teure Vegan-Produkte ist aber eine persönliche Entscheidung von mir. Ich habe vegan als Studentin angefangen und damals aber sehr günstig und sehr gut eingekauft! Beides ist also möglich!

 

Vegan auf Reisen / vegan unterwegs
  • “Zuhause esse ich fast nur vegan, aber unterwegs ist es manchmal schwer umsetzbar.”
  • “Schnelles Essen etc. ist in der Regel nicht vegan und tagtäglich vorkochen schaffe ich nicht…”
  • “Having mostly very limited options when eating out, it’s much easier as a veggie”
  • “Auswärts essen oder eben auch mit der Familie, die finden vegetarisch schon schwierig”
  • “Travleing (in Asia) stops me”

 

Auch hier wieder: Lest gerne meinen Blogpost zum Thema Vegan auswärts essen.

Zur Frage “Veganes Essen dauert so lange”: Es kommt wie immer darauf an! Gekocht habe ich vorher bereits gerne, auch vorkochen kann super einfach sein und ich finde auch veganes Essen kann super schnell gehen: Nudeln und vegane Käsesoße geht schnell, oder Ofengemüse, Bohnen mit Salat, oder Pasta mit Tomatensoße, oder Kichererbsensalat, oder Hummus mit Gemüse, Overnight Oats To Go, oder Vollkornbrot mit Rohkost und Hummus, mir fällt so vieles ein! Was wäre denn schnelles Nicht-Veganes Essen, was ihr gerne kocht? Vielleicht kann ich so konkretere Tipps geben? Ich habe mir jahrelang jeden Tag Essen mit auf die Arbeit genommen, zum einen um Geld zu sparen, um ein gesundes Gericht zu haben und weil es nicht immer etwas Veganes gab. Weiter unten habe ich ein paar Links zu einfachen Gerichten.

Reisen und Vegan: Über Happy Cow finde ich immer sehr viele Optionen, genauso in der Facebook-Gruppe “Vegan Travel”, oder ich recherchiere vorab, was “Vegan” in der jeweiligen Sprache bedeutet (oder “kein Ei, keine Milch, kein Fleisch, kein Fisch, kein Käse”) oder finde heraus, welche Landesgerichte automatisch vegan sind. Und es ist aber auch ok, wenn man auf Reisen es nicht immer schafft, 100% perfekt vegan zu sein. Macht euch da nicht zu viel Druck! Da aber etwas zu recherchieren und mit den Locals zu interagieren, manchmal mit Händen und Füßen, macht auch super Spaß und hat mich sogar mehr mit den Leuten vor Ort connectet als sonst! Es heißt ja so oft, dass man nicht die Kultur erleben kann, wenn man kein Fleisch isst. Gerade in Südostasien aber, gibt es viele buddhistische Feiertage, vegetarische Restaurants speziell für Locals. In Vietnam z.B. sind wir nur dadurch, dass wir vegan essen, in einen Tempel mit anderen Vietnamesen eingeladen worden. Wir haben zwar kaum ein Wort verstanden, aber es war ein toller Nachmittag! Und solche Stories sind uns oft passiert!

Chiang Mai Travel Guide 

Faulheit / Gewohnheit
  • “Oftmals Faulheit”
  • “My cravings and the fact that I like meat, eggs milk”
  • “Gewohnheiten, anerzogene Ernährungsweise”
  • “So hard to change your lifestyle, not impossible but also not the faint of heart”
  • “I love ice cream too much”
  • “Schwierig mit Familie und Freunden und verlockend, wenn man außerhalb isst”
  • “Mir fehlt aktuell die die Struktur im Alltag, es wirklich bewusst umzustellen. Arbeite in kleinen Schritten daran, nach und nach zu ersetzen.”

 

Diese Kommentare klingen so, als bräuchten Diejenigen Motivation. Denn mit einer guten Motivation klappt selbst eine schwierige Lebensumstellung, selbst wirklich große Schritte, finde ich.

Mein Tipp für mehr Motivation: Lest viel und schaut viele Dokus. Nach den Büchern “How Not To Die”, “Skinny Bitch”, “The China Study” oder “Eating Animals” sowie die Dokus wie “Forks over Knives”, “What The Health” und “Earthlings” wollt ihr einfach keine Milch und kein Fleisch essen, wette ich…zumindest fürs Erste nicht. Diese Bücher und Dokus behandeln nämlich nicht nur den Gesundheitsaspekt, sondern auch die Themen Umweltschutz und Tierschutz.

Wenn danach immer noch keine Motivation da ist, dann macht es in kleinen Schritten. Freitags vegan, am Wochenende vegan, etc. und tastet euch an den Lifestyle langsam heran! Tauscht euch mit Veganern aus, z.B. bei Vegan Stammtischen oder in Foren, und holt euch dort eure Motivation!

Was sind gute Alternativen:
  • “Ich kenne zu wenig Alternativen.”
  • “I haven’t found one vegan milk product yet that goes with coffee.”
  • “For me it’s hard because I love my yoghurt Müsli and I don’t really know with what I can replace it.”
  • “Kleinigkeiten, dass mir die Milchalternativen nicht zusagen, und dass man neu kochen lernen muss”
  • “Basic Einkaufsliste wäre toll, Easy Rezepte, die schnell gehen”:

 

Sehr, sehr gerne helfe ich hierbei!

In Sachen Basic Einkaufsliste: Hier orientiere ich mich persönlich an den Daily Dozen von Dr Greger. Er hat aufgrund von Studien und Recherchen diese Daily Dozen entwickelt (mehr dazu auch in seinem Buch “How Not To Die”), die man laut ihm jeden Tag zu sich nehmen sollte. Es geht also nicht um Verzicht, sondern darum, was mindestens täglich auf dem Speiseplan stehen sollte. Eine super positive Empfehlung wie ich finde!

Trotzdem empfiehlt er, raffinierten Zucker- und Weißmehlkonsum einzuschränken. Wenn ich mal nicht weiß, was ich kochen soll, überlege ich einfach, was mir noch auf der Liste fehlt, was ich noch nicht abgehakt habe. Dazu gibt es auch eine Daily Dozen App!

Ich versuche also immer zuhause zu haben (Betonung liegt auf versuchen, haha):

  1. Bohnen, Tempeh, Tofu, Linsen, Seitan oder Erbsen (meist gefroren)
  2. Beeren (meist gefroren)
  3. Weiteres Obst (je nachdem was in Saison ist, außerdem fast immer Bananen, Fair Trade ist mir wichtig)
  4. Leinsamen (ganz, aber schrote ich, bevor ich sie esse)
  5. Nüsse
  6. Verschiedene Gewürze, z.B. Kurkuma
  7. Kohlgemüse / Kreuzblüter (meistens durch eingelegtes Sauerkraut, dazu zählt aber auch Brokkoli und Blumenkohl z.B.)
  8. Grünes Gemüse (Salat, Grünkohl, einfach alles was grün ist, je dunkler, desto besser für mich!)
  9. Weiteres Gemüse (je nachdem was in Saison ist)
  10. Vollkornprodukte (Vollkornnudeln, Vollkornbrot, Vollkornreis, Graupe, Grünkern, etc.)
  11. Und dazu versuche ich: Viel Wasser trinken
  12. Und auf regelmäßige Bewegung zu achten

 

–> Das klingt jetzt finde ich alles nicht so teuer…

 

Hier noch ein paar konkrete Alternativen, nach denen ihr gefragt habt:

  • “Butter-Alternative für Kartoffelpürree?” – Alsan, oder sehr gutes Olivenöl
  • “Alternatives to yoghurt that taste like yoghurt?” – Einfach mal rumprobieren, Provamel Soja mag ich, sowie alle anderen Sojajoghurtprodukte eigentlich, Lupinenjoghurt auch, sowie On protein von Alpro, das ist aber Geschmackssache
  • “Milch, ich finde keine Alternative, die mir schmeckt.” – probiert euch auch durch mehrere Marken. Wir sind bei Oatly Hafermilch gelandet – leider ziemlich teuer. Eine Freundin von mir schwört aber auf die Hafermilch von Netto. Ich mag eigentlich dazu noch alle Produkte von Alnatura, Alpro, Provamel und Joya – das ist aber generell mein “Problem” – ich mag fast alles, haha 🙂
  • “Ich finde keinen guten Fleischersatz, da ich ungern Tofu, Seitan etc. esse”: Falls euch die in Teil 1 beschriebenen Proteinquellen, sowie die unten verlinkten Studien und Infos nicht reichen, der Fleischeslust abzuschwören, dann habt ihr vielleicht einfach nur Lust auf den Geschmack “Umami” (das ist die fleischlastige Geschmacksrichtung) – viele pflanzliche Lebensmittel weisen viel Umami auf: Reife Tomaten, Tamari, Miso, Sauerkraut, getrocknete Meeresalgen, Edelhefe / Nährhefe, Oliven, Balsamico Essig, Pilze und mehr. Diese könnt ihr anbraten, karamellisieren, grillen oder rösten um den Umami-Geschmack noch zu intensivieren (Quelle).

 

“Mit welchen Hauptgerichten bist du eingestiegen?”: Ganz ehrlich – ich habe vor 7 Jahren einfach wochenlang jeden Tag Gerichte vom Blog ohsheglows.com nachgekocht. Danach habe ich angefangen, einfach meine Lieblingsgerichte zu “veganisieren”. Bei mir war das MacnCheese, Lasagne und Geschnetzeltes – das war alles super einfach, vegan zu kochen! Und ich habe alles im normalen Supermarkt wie Rewe gefunden und spezielle Sachen einmal im Monat dann im Reformhaus. Heutzutage ist die Auswahl aber in jedem Supermarkt NOCH größer als damals! Weiter unten meine Links zu den Blogs!

Zum Thema Käse: Hier habe ich ausführlich im Teil 1 alles beschrieben, was ich dazu zu sagen habe!

Zum Thema Kochen: Anscheinend ist das ein Knackpunkt für viele – aber glaubt mir. Kochen lernen, in der Küche zu experimentieren, etc. macht SO viel Spaß wenn man einmal drin ist! Es bereitet einfach so viel Freude und holt einen auf den Boden zurück. Also man lernt, dass die einfachen, simplen Dinge einen oftmals am meisten Freude bereiten – gutes Essen, nette Gesellschaft und ein gesundes Leben! Es macht einfach glücklich. Und wer einen stressigen Alltag hat: Auch schnelle Gerichte können gesund sein, siehe oben!

 
Ein paar Fragen, die ich nicht so gut beantworten kann, aber ich probiere es:

“Meine Eltern sind dagegen, da sie denken, dass ich dann noch mehr abnehme.” – Hier kenne ich die Hintergründe nicht so gut. Orthorexie und Veganismus ist ein Thema, das man ernstnehmen sollte. Generell kann ich aber sagen, dass man mit veganer Ernährung auch zunehmen kann. Schließlich gibt es auch vegane Bodybuilder und vegane Footballspieler. Am Ende sind es die Kalorien, die zählen. Kalorien-dichte und gesunde vegane Produkte sind z.B. Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Vollkornnudeln, Vollkornbrot, Linsen, Bohnen, etc.

“I don’t like vegs so much.” – Hm, dann wird es mit der veganen Ernährung tatsächlich schwierig. Vielleicht klappt es ja, wenn du es einfach mal 30 Tage durchziehst? Dann ändert sich der Geschmackssinn auch etwas und viele Lebensmittel lernt man dann zu lieben, die man vorher nicht so mochte.

“Radikal oder Schritt für Schritt umstellen?” – Das ist so eine persönliche Sache, dass ich kaum ein definitives Feedback für euch habe. Bei mir war es Schritt für Schritt, wobei ich Milch sofort radikal weggelassen habe (vertrage ich nicht und habe darüber zuerst schockierende Studien gelesen). Manche machen aber am liebsten eine Challenge, z.B. 30 Tage vegan und bleiben dann dabei. So ähnlich war es bei meinem Papa, der danach Vegetarier wurde (vorher Fleisch-Esser).

“Fruktose Intoleranz, Probleme mit Zwiebeln, Knoblauch, Vollkorn, etc.” oder “Ich vertrage nicht alle Lebensmittel und bin so schon sehr eingeschränkt”  oder “My nut allergy – worried about getting insufficient protein” – Wenn ihr bestimmte Intoleranzen oder Allergien habt, die einfach nicht mit der veganen Ernährungsweise vereinbar sind, dann ist das ok. Da könnt ihr ja einfach oftmals nicht viel machen. Manchmal verbessern sich Intoleranzen automatisch wenn man länger Vollwertkost vegan isst, dazu gab es bereits ein paar Berichte, aber das ist natürlich nicht immer der Fall.

How to live with this cruelty, how do you deal with that? Makes me sad all the time! – Puh, das ist echt schwer. Ich versuche, mich dann wieder an positiven Beispielen zu orientieren, damit ich nicht so traurig werde, dass sich so wenige für bewussteren Konsum interessieren. Ich selber bin ja aber auch nicht perfekt und außerdem habe ich selbst bis vor 8 Jahren alles gegessen, ohne nachzudenken. Deshalb versuche ich mich immer daran zu erinnern, dass ich ja auch einmal total ignorant war und selber nicht perfekt bin.

Fällt es dir schwer, zu verzichten? – Nur bei Eiscreme und Merengue, aber ansonsten bin ich einfach mit Freude, Experimentierfreudigkeit und Spaß an die Sache rangegangen und sah es nicht als Verzicht, sondern als Erweiterung meiner Ernährung. Ich habe so viele neue Lebensmittel kennen und lieben gelernt und so viele coole, neue Rezepte gelernt! Für mich ist es nicht Verzicht, sondern hat meinen Horizont erweitert und ich “verzichte” nach meinen ganzen Recherchen gerne auf Milch und Fleisch, da diese Produkte mich mittlerweile abturnen. Nicht vom Geschmack her, aber weil sie so umweltschädlich sind, Tiere extrem ausbeuten und nach meinen Recherchen nicht gesund für mich sind.

“But I’m still pescetarian” – Ich wusste nicht genau, was ich hierzu an Input geben soll, aber leider ist die Fischindustrie für einen Großteil des Plastikmülls in den Ozeanen verantwortlich (Quelle). Es ist einfach auch Massenkonsum, leider…

“Wie schaffe ich den Sprung von einer vegetarischen Ernährung zu einer veganen?” Ich habe den Sprung direkt gemacht, deshalb ist das schwierig für mich zu beantworten. Eventuell mit einer Challenge? Eine Woche vegan? Ein Monat vegan? Und wieder die Quellen lesen, die ich angegeben habe?

“Es scheint so viele verschiedene Diäten zu geben, dass es mich irgendwie überfordert.” – Oh ja, das verstehe ich. Im Bereich vegane Ernährung gibt es wieder SO viele Trends. Rohvegan, Clean Eating, und vieles mehr! Ich kann hier wieder nur Studien- und Fakten-basierte Quellen empfehlen. Startet vielleicht wirklich mal mit dem Thema Daily Dozen, auch wenn ihr noch Fleisch und Milch esst. Schaden tut es nicht, da die Daily Dozen ja alle super gesunde Lebensmittel sind!

“Ich möchte mich nicht festlegen und esse lieber so regional wie möglich.” – Ich kann den Ansatz total verstehen! Klar ist eine Banane von Übersee nicht das nachhaltigste Produkt der Welt. Regional heißt aber auch nicht immer nachhaltig. Kommt das Fleisch und die Milch wirklich immer von lokalen Produzenten? Auch von den verarbeiteten Produkten, Süßigkeiten? Woher kommt das Futter für die Tiere? Meistens stammt dies nämlich von genmanipulierten Soja-Plantagen aus Südamerika für die Regenwald zerstört wird (Quelle). Ja, lokal ist wichtig, aber nur lokal essen ist nicht immer das Beste, gerade für Länder, die auf Export angewiesen sind. Ich achte hierbei auf Fair Trade, bewussten und stark reduzierten Konsum. Ich kaufe z.B. sehr selten Südfrüchte, Avocados und Quinoa. Wenn dies aber mal der Fall sein sollte, dann achte ich auf Bio, Fair Trade und so kurze Transportwege wie möglich! Der NABU hat übrigens einen tollen Beitrag zum Thema Bio, Regional oder Fair Trade verfasst!

“Ich muss für meinen 2 Jährigen Sohn mitkochen und da dieser nicht alles isst, muss ich oft zwei Gerichte kochen” – leider habe ich als Mutter noch keine Erfahrungen! Hier kann auch auf Bina und auf Anna verweise, beides vegane Mütter! Und ich liebe die Videos von Ellen Fisher, da sie oft erklärt, wie sie ihren Kindern z.B. Grünzeug oder ähnliches “unterjubelt”.

 

Hier nochmal alle Linktipps zur weiteren Recherche:

Bücher, mit denen ich in das Thema eingestiegen bin und weitere, die ich empfehlen kann (diese beinhalten auch zahlreiche Studien zu den Themen, die ich oben erwähnt habe, bestellt sie in eurem lokalen Buchladen):

  • The China Study, T. Colin Campbell
  • Whole, T. Colin Campbell
  • Skinny Bitch, Rory Freedman
  • How Not To Die, Michael Greger M.D.
  • Eating Animals, Jonathan Safran Foer
  • Vegan Klischee Ade, Niko Rittenau
  • The UnCheese Cookbook, Joanne Stepaniak (Kochbuch)
  • The Vegetarian Kitchen, Melissa Bushby (Kochbuch, empfehle ich sehr!)
  • Ohsheglows Cookbook, Angela Liddon (Kochbuch)
  • Vegan Yum Yum, Lauren Ulm (Kochbuch)

 

Dokus:

  • What the Health – Netflix oder via Vimeo
  • Forks over Knives – Netflix oder Online
  • Earthlings – auch über Vimeo

 

YouTube-Kanäle über vegane Ernährung:

  • Niko Rittenau – wissenschaftlich fundierte Informationen
  • Vegan ist Ungesund – auch wissenschaftlich fundiert, aber sehr unterhaltsam im Comedy Format
  • Unnatural Vegan – auf Englisch, hinterfragt auch Vegane Ernährungstrends etc.
  • Ellen Fisher – super inspirierende Familie mit leckeren Rezepten

 

Blogs, die super schnelle und oder simple simple Gerichte kochen:

 

Ich habe wirklich versucht, alle Fragen aus meinen Instagram-Stories abzutippen und hier zu beantworten, zumindest einmal kurz. Wenn ihr bestimmten Fragen super spannend fandet, gebt mir gerne Bescheid. Dann kann ich ausführliche Blogposts zu einem bestimmten Thema verfassen! Vergesst auch nicht Part 1 von Vegane Ernährung: 100 Fragen von euch & meine Antworten!

Ich freue mich auf euer Feedback!

PS: Dieser Beitrag ist wie gesagt nicht gesponsert / bezahlt und der Blogpost enthält keine Affiliate Links (der Disclaimer unten ist nur automatisch immer drin). Wenn ihr aber meine Arbeit unterstützen wollt, dann folgt mir doch auf Instagram oder YouTube!

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