(English version here)

Wir sind vor circa 1,5 Jahren, nach unserem Umzug von Deutschland nach England, in unser Haus gezogen. Als wir eingezogen sind wussten wir sofort, dass wir die Küche renovieren müssen. Was gemacht werden musste:

  • neuer Boden – der alte Holzboden war komplett zerstört durch Wasserschaden und Schimmel. Außerdem war der alte Boden nicht ganz dicht, wir fanden Löcher und Nacktschnecken konnten durch diese Löcher kriechen
  • neue Küchenschränke – die alten waren sehr billig verarbeitet, fielen fast auseinander und waren an vielen Ecken durch Wasserschaden zerstört
  • neue Terrassentür – die alte war einfach nicht so schön, das war also eher kosmetisch
  • Dach am Anbau neu machen lassen – das war leider nicht ganz dicht
  • Neue Wand am Anbau (die Wand, die zum Nachbar grenzt) – das wussten wir nicht vorher, aber die Bauarbeiter haben festgestellt, dass die angrenzende Wand nur eine Gartenmauer war, keine echte, isolierte Wand
  • neuer Längsstahlträger: das wollten wir sowieso einbauen, aber zum Glück haben wir das gemacht. Denn längs war gar kein Stahlträger eingebaut, obwohl es eine tragende Wand vorher war. Nur eine Metallbox…zum Glück haben wir das ausgetauscht, ich weiß nicht, wie lange das sonst hätte halten sollen (diese Metallbox hat ein ganzes Badezimmer und Dach halten müssen, da die alte tragende Wand vor Jahren entfernt wurde)
  • Neuer Putz, Grundierung & Farbe: in der einen Ecke gab es Schimmel, der musste natürlich entfernt werden. Dazu gab es eine Schicht Grundierung, die als Feuchtigkeitsschutz funktioniert. Dazu noch noch eine Spezialfarbe, die gegen Feuchtigkeit hilft. Als Wandfarbe haben wir uns für eine Farbe entschieden, die insbesondere auch für Küchen geeignet ist.

 

Hier ein paar Vorher-Fotos. Alle rund um die Spüle war eigentlich unbrauchbar, die Arbeitsplatte, der Boden, die Fugen, das Spülbecken:

Der Anbau und die Tür zur Terrasse sehen auf den Blick schön offen und hell aus. Das Dach war aber undicht, die Wand links keine echte isolierte Mauer und die weißen Plastik-Türen haben uns einfach nicht gefallen.

Nach dem Ausbau der Schränke sah man nochmal gut, dass eine Renovierung nötig war. Schimmel, Wasserschaden, etc:

Dann kamen noch unsere Design-Ideen hinzu:

  • wir wollten den Zugang zur Küche verändern: die Küche hatte aufgrund des Anbaus zwei Türen, eine konnten wir also schließen. Dazu wollten wir den anderen Zugang verbreitern. Das bedeutet Stahlträger einsetzen. Also zusätzlich zu dem Längsstahlträger mussten wir auch einen quer einsetzen. Stellt euch ein T am Anbau vor!
  • Fußbodenheizung: wir wollten Fliesen einbauen lassen und diese sind natürlich sehr kalt. Dazu wollten wir eine Heizung in der Küche vermeiden und mit Fußbodenheizung wird es sehr schnell warm genug (der Raum ist nicht so groß).
  • Neue Fenster und neues Dachfenster: Wir haben uns für Anthrazit entschieden, da das meist hochwertiger aussieht als weiß, insbesondere weil wir Glas über das ganze Dach einziehen lassen wollten
  • Die Waschmaschine kam in das Badezimmer, was super untypisch für UK ist. Glaube alle Locals hier sind immer sehr erstaunt, wenn sie die Waschmaschine im Badezimmer sehen. Man kann die Waschmaschine nämlich nicht einfach so ins Badezimmer stellen. Die Waschmaschine muss hier immer eingebaut sein und der Schalter für den Stecker muss außerhalb des Badezimmers liegen. Wir fanden eine Waschmaschine in der Küche einfach unpraktisch (unser Wäschekorb ist ja eh im Badezimmer) und so haben wir jetzt mehr Platz in der Küche für Stauraum

Ein paar Fotos aus der Renovierungsphase:

Im Demolierungsteil haben wir versucht, so viel wie möglich selber zu machen, um Kosten zu sparen.

Diese Tür hier oben sollte verschlossen werden. Zwei Türen bei so einem kleinen Raum sind unnötig.

Das hier oben war übrigens der neu ausgehobene Graben für den neuen Toiletttenzugang. Dazu aber ein anderes Mal mehr! Hier unten seht ihr, wie der Stahlträger eingebaut wird (die Ziegelsteine darunter stammen von der alten Tür links, die erweitert wurde). Im Hintergrund auch die neue Mauer:

So sah übrigens unser Koch-Setup aus für einige Wochen, absolut Camping-Vibes:

Was eigentlich am meisten Geld und Nerven gekostet hat: Das neue Dachfenster, aber es hat sich gelohnt:

Die Fußbodenheizung wird verlegt:

Die Fliesenauswahl war nicht so einfach:

Wir haben uns für Holzoptik-Fließen entschieden. Hätte niemals gedacht, dass ich solche wählen würde. Aber für Jesse und mich waren sie der perfekte Kompromiss. Jesse wollte einen schönen Holzton, ich am liebsten weiß, und somit haben wir uns für diese helle Variante entschieden:

Apropos Fliesen: Ich kann euch unsere nicht direkt verlinken. Ich habe aber etwas gestöbert und tatsächlich auf toom richtig viele schöne Fliesen gefunden. Ich liste euch hier mal meine Favoriten auf (alles Affiliate Links, was das bedeutet, siehe unten):

 

Renovierungskosten

Es gab wirklich viel zu tun! Ich glaube, jetzt versteht ihr, warum es so lange gedauert hat, immer noch andauert und warum es ziemlich teuer war. Ich habe nicht das genaue Budget, da wir auch gleichzeitig das Badezimmer gemacht haben und das auch sehr teuer war und sich Kosten überschnitten haben. Ich schätze aber, dass die Küche so 25.000 Pfund alles in allem gekostet hat, ohne neue Küchenschränke (vergesst nicht, Stahl ist nicht günstig, genauso wie neue Türen und Fenster aus Aluminium statt aus 100% Plastik). Für uns ist das sehr viel Geld.

Aufgedröselt:

  • circa 7.500 Pfund für Fenster, Türen, Dachfenster und Installation
  • 5-6.009 Pfund für den Stahl
  • Elektrik circa 2.000 Pfund
  • Plumping circa 2.000 Pfund
  • Der Rest ging für den komplett neuen Innenausbau drauf (Demolierung, neuer Boden, neue Wand, Ausbessern der Wasserschäden, neuer Putz, Fliesenlegerarbeiten, etc.)

Deshalb haben wir versucht, so viel wie möglich selber zu machen oder einzusparen. Ein Schritt, der uns Geld gespart war, die Demolierung der alten Küche selber zu übernehmen. Die alten Küchenschränke haben wir auf Facebook Marketplace kostenlos abgegeben. Aber zum Selbstabbauen und -abholen. Wir haben geholfen, aber dennoch war es praktisch, dass die Abholer auch mit abgebaut haben. Dazu haben wir auch die Fließen an der Wand abgenommen, naja eher abgerissen 😀 sowie alles andere was nicht niet- und nagelfest war rausgenommen (genauso im Bad).

Falls ihr euch fragt, ob sich der Aufwand gelohnt hat: Ja! In zweierlei Hinsicht. Wir haben so eine deutliche Wertsteigerung des Hauses erzielt und wir fühlen uns natürlich sehr viel wohler hier. Ein Renovierungsprojekt ist oft günstiger im Kaufpreis, dafür muss man aber Einiges reinstecken. Es kann sich aber lohnen!

Hier ein Vorgeschmack aufs (vorläufige) Endergebnis, Details zum Einbau der neuen bzw. Secondhand-Küche teile ich aber in einem separaten Blogpost 🙂

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1 Kommentar
  1. Oha. Ich kenne nur deine youtube Videos und bin gerade durch Zufall auf deinen Blog gestoßen. Cool zu sehen dass noch Updates kommen und was für eine Arbeit. Ist richtig toll geworden. Klar es ist immer viel Geld, Dreck und Arbeit, aber das Ergebnis ist wunderschön. Vielen Dank für den Einblick