April 22, 2016
#wardroberevolution: Can you be fair & fashionable?
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Kann man als nachhaltiger Fashion Blogger überhaupt erfolgreich sein? Kann man so modisch sein, dass man die Massen erreicht? Kann man “trendy”, “cool” und “stylisch” sein?

Am fünften Tag der Fashion Revolution Week gehe ich auf ein vermeintlich sehr oberflächliches Thema ein: Der Stil in der fairen Mode.

Seit fast drei Jahren schon habe ich keinen Fuß mehr in Zara & Co.  gesetzt (höchstens um Freundinnen abzuholen) und zunächst fiel es mir super einfach. Ich hatte eh bereits einen Berg an Klamotten im Schrank, der nur zu 20% wirklich regelmäßig getragen wurde. Nach und nach wurde mein nachhaltiger/veganer/fairer Stapel immer größer und schöner. Auch dank der Designs der fairen Labels, die im Laufe der Zeit immer schicker und modischer wurden. Armedangels zum Beispiel hat sich zu einem sehr vielseitigen Label gemausert und neue Gesichter auf dem Markt wie Jan’n June beweisen, dass bewusster Konsum auch weit entfernt vom typischen Öko-Image möglich ist.

Trotzdem habe ich mich im letzten halben Jahr oft dabei erwischt, wie ich an Zara Schaufenstern stehen blieb, weil das rote Kleid mega war! Oder wie ich auf Instagram Schuhe an anderen Bloggern entdeckt habe, die mein vermeintliches ultimatives Traumpaar wären! Zumindest dachte ich das in dem Moment. Und während der Fashion Week und anderen großen Events habe ich mir oft die Frage gestellt, ob ich bei einem unbegrenzten Budget und unbegrenzter Auswahl an nachhaltiger Kleidung (und mit dem richtigen Händchen für Stil und Farben) theoretisch auch eine Streetstyle Queen wie Chiara Ferragni, Man Repeller oder aus dem deutschen Raum Ohhcouture werden könnte?

Was wäre eure Antwort?

Ich habe lange nachgedacht (keine Sorge, nicht soooo lange, ist ja wie gesagt eine sehr oberflächliche Thematik) und bin zu dem Schluss gekommen: Ja, auch als Fair Fashion Blogger könnte man eine Style-Queen a la Rumi Neely oder Chiara werden.

Es wäre aber sehr viel zeitaufwändiger und schwieriger. Es ist soooo einfach Shopbop zu durchforsten oder zu Zara zu rennen, wenn was nicht passt oder im Koffer fehlt. Seitdem ich regelmäßig meine Fair Fashion Friday Blogposts mache, weiß ich aber, wie viele coole Labels und unterschiedliche Designs für jeden Stil es tatsächlich gibt. Um euch einen kleinen Beweis zu liefern, hab ich in einem Pinterest Board noch einmal alle meine #FFF-Artikel zusammen gefasst:

Follow Mia’s board Fair Fashion Friday on Pinterest.

Wie schon oben beschrieben, ist dies eine sehr oberflächliche Diskussion. Viel wichtiger ist die Frage, was ich mit meinem Konsum eigentlich mit der Welt, der Natur, den Tieren oder den Menschen antue? Wer für meine “Chicness” wirklich bezahlt?

Doch wenn ich nicht regelmäßig zeigen würde, dass faire Mode schön ist, würden nicht so viele von euch Lesern meinen Tipps folgen und statt den nächsten zwei Sandalen von Zara eventuell ein Paar von Avesu bestellen – und so wiederum nachhaltige Brands unterstützen und mehr Potential für den fairen Modemarkt schaffen.

Nicht nur die Politik, Fabriken und die Firmen müssen dringend etwas unternehmen, um Sweatshops & Co. zu stoppen. Wir als Konsumenten tragen letztendlich die Kaufentscheidung und haben damit mehr Macht als man im ersten Moment vielleicht denkt!

Deshalb schreibe ich sehr gerne und viel über die schönen, “blumigen” Themen der fairen Mode, da ich so, hoffentlich, viele erreichen und überzeugen kann, entweder weniger, nachhaltiger und/oder Second Hand zu shoppen, und zusätzlich zeige, dass man sich aber trotzdem seinem Stil treu bleiben und sich in seiner Kleidung wohlfühlen kann.

PS: Dies ist eine Beitrag für die gemeinsame Blogger Aktion #wardroberevolution der Fashion Revolution Week. Am Sonntag kommt dann ein zusammenfassender Artikel und die anderen Beiträge bis dahin könnt ihr hier nachlesen:

Bereits erschienen: 01.04. Anna und Esther vom Kunstkinder Mag | 02.04. Larissa von Larytales | 03.04. Anna von Annanikabu | 04.04. Anni von Fashion Fika | 05.04. Vreni von Jäckle & Hösle | 06.04. Mirjam von My Green Style | 07.04. Julia von Schrift und Herz | 08.04. Mari von maridalor | 09.04. Justine von Justine kept calm and went vegan |  10.04. Corinna von Kissen und Karma | 11.04. Kim von Kim goes Öko | 12.04. Marisa von My fair Ladies | 13.04. Bina von Stryletz | 14.04. Julia und Anna vonsubvoyage | 15.04. Frauke von Ekulele | 16.04. Feli von Felitales | 17.04. Amina von Grasgrün & Himmelblau | 18.04. Franziska von Veggie Love | 19.04. Sabrina von Today is… | 20.04. Barbara von Gretchens Fragen | 21.04. Chrisi von Madame Chrisi | 22.04. Moi! | 

Es folgen noch: 23.04. Julia und Agnes Pauline vom Nice to have Mag | und am 24.04. Lisa von at/least

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  • Dress, People Tree.
  • Cardigan, 2nd Hand.
  • Bag, Denise Roobol.
  • Shoes, 2nd Hand.

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17 Comments

  • Lena sagt:

    Schöner Beitrag, Mia! Ich finde es große Klasse, dass du zu mehr Fair Fashion inspirierst und zeigst wie tolle faire Mode sein kann. Natürlich ist das nicht immer so einfach wie zu H&M und co. zu spazieren, aber ich finde für den guten Zweck, den man damit unterstützt lohnt sich das allemal. Vor allem zeigt es eben auch, dass Mode nicht nur dieses oberflächiges Thema sein muss und darf, weil eben noch viel mehr dahinter steckt, über das sich kaum einer Gedanken macht.

    Liebe Grüße
    Lena | http://www.healthylena.de

  • Marisa sagt:

    Cooler Look und tolle Fotos 🙂

    Ich glaube auch dass man eine faire Style Queen wie Chiara sein kann nur dass es einfach daran mangelt dass die große Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit fehlt. Zu viele denken immer noch dass faire Kleidung teuer und schwer zu finden ist deswegen ist es großartig dass wir mit der #wardroberevolution das Gegenteil beweisen 🙂

    Liebe Grüße, Marisa

    http://www.myfairladies.net

    • Mia sagt:

      Vielen lieben Dank :))))

      Ich persönlich finde, dass faire Kleidung noch schwieriger und teurer ist, aber nicht “zu teuer”, sondern eben zu einem korrekten Preis. Und es gibt halt kein faires Zalando oder Amazon. Es gibt zwar viele nachhaltige Online-Shops, aber keiner, der alles bündelt, finde ich. Deshalb versuche ich wöchentlich meine liebsten Picks zusammenzustellen und so die Suche zu vereinfachen 🙂

  • Lisa sagt:

    Streetstyle-Queens gibt es tatsächlich eher weniger im Fair-Fashion-Bereich. Ich denke, man kann schon einen sehr eigenen Stil haben, aber als Chiara Ferragni lebt man natürlich davon, immer im Trend zu sein und etwas Neues zu tragen. Das macht eben nicht so viel Sinn, wenn man Wert auf Nachhaltigkeit legt. Ich hoffe einfach, dass immer mehr Menschen verstehen, dass nicht immer alles ständig neu sein muss 😉

    Das Kleid sieht übrigens toll an dir aus 🙂

    • Mia sagt:

      Das finde ich, ist ein großes Problem, dass immer wieder immer Neues getragen werden muss. Eigentlich am besten in jedem Post, egal ob Instagram, Blog oder Facebook…ABER: ich zum Beispiel trage nur noch wenige Taschen und auch nicht in jedem Outfit-Post etwas Neues und trotzdem bekomme ich gutes Feedback, also es wird, Schritt für Schritt!

      Danke!!!

  • Lisa sagt:

    Ein wrklich super toller Beitrag – finde ich einfach klasse.
    Und dein Outfit und die Bilder sind klasse.
    Liebe Grüße Lisa <3
    http://hellobeautifulstyle.blogspot.de/

    https://www.youtube.com/channel/UCPoU_ebFxQsjhAwy8bjlPiA

  • Wow, ein sehr toller Beitrag. Auch wenn, wie du schreibst, das Thema sehr oberflächlich ist – ein bisschen eitel ist doch wahrscheinlich jeder, oder!?

    Gerade die Thematik, dass irgendjemand für die eigene “Chicness” bezahlt ist unheimlich wichtig und gefühlt viele Menschen sind nicht bereit, diesen Punkt zu sehen. Es steckt wahrlich so viel mehr dahinter, als nur ein hübsches Outfit.

    Ein sehr tolles Projekt, dass ihr da macht. Schön, dass ihr auf diese Problematik aufmerksam macht. Weiter so! 🙂

    Liebe Grüße
    Cosima

    • Mia sagt:

      Freit mich, dass dir der Beitrag gefällt! Ich trage zwar immer mehr und mehr fair fashion, aber ich bin und bleibe halt eine Fashionista und das muss ich eben irgendwie vereinen 🙂

  • Kati sagt:

    Hmm, ich persönlich glaube, das geht nicht.
    Denn erstens erreicht man eine kleinere Zielgruppe (vielleicht ändert sich das mal, aber derzeit auf jeden Fall noch), und, was in meinen Augen viel wichtiger ist: wer fair konsumiert, konsumiert niemals die gleichen Mengen wie ein Fast-Fashion-Blogger – sagt ja der Name schon. Also man könnte (und solllte!) rein mengentechnisch nicht mithalten.
    Ich persönlich lese aber wenn, dann nur noch faire Fashion-Blogs, damit ich nicht mit “unfairem” Zeugs angefixt werde 😀

    Liebe Grüße,
    Kati

    • Mia sagt:

      Das mit dem Konsum, da gebe ich dir recht, aber könnte man mit dem was an Fair Fashion derzeit angeboten wird, die Aufmerksamkeit der Streetstyle-Fotografen erregen? Ich glaube mittlerweile schon. Und ich glaube mit dem richtigen Gespür für Stil auch eine große Masse, aber vielleicht keine Millionen.

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