August 23, 2017
Menstrual Cup while Traveling
/ Menstruationstasse auf Reisen
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Das Thema Menstruationstasse stieß bei euch auf meinem Blog vor eineinhalb Jahren bereits auf großes Interesse! Nebenbei hatte ich dann noch einmal nebenbei erwähnt, dass ich den Cup auch auf der Weltreise mit Begeisterung verwendet habe. Das Ganze ist schon ein sehr persönliches Thema, aber genau solche Beiträge haben mir auch geholfen, meine Scheu zu überwinden und der Tasse einfach mal eine Chance zu geben. Außerdem tausche ich mich privat eigentlich nie darüber aus, da fast niemand den ich kenne, sie verwendet. Dabei finde ich die Menstruationstasse auf Reisen sooo praktisch! Wie genau ich damit als Backpacker zurecht kam und warum ich nicht mehr ohne sie reisen möchte, erfahrt ihr heute!


(English version below or click here to jump right to it)

Vorteile

Zu allererst einmal wollte ich euch erklären, warum ich so begeistert vom Cup auf Reisen bin und warum ich ihn auf der Weltreise nicht missen wollte. Die Vorteile:

  • Unkompliziert, macht einen busy Tag mit: Wir haben meist in Guesthouses, Hostels oder kleinen Hotels übernachtet. So konnte ich die Tasse morgens einführen und abends wieder im Hotel reinigen, da man den Cup 12 Stunden lang drin lassen kann. Wenn ich ihn zwischendurch doch mal entleeren musste oder wir länger weg waren, ging das trotzdem problemlos. Wie, erkläre ich weiter unten.
  • Praktisch, gerade im (Strand-)Urlaub: Wenn die Tasse richtig sitzt, ist sie dank des Unterdrucks einfach dicht, egal ob beim Wandern, Joggen oder Schwimmen. Gerade für Wasseraktivitäten ist der Cup super praktisch. Wenn er richtig sitzt, läuft kein Wasser rein und man muss ihn nicht sofort wechseln. Außerdem hängt kein unschöner Faden heraus, der dann auch noch Wasser aufsaugt. Ich habe mich also am Meer, an Seen oder Wasserfällen viel freier gefühlt, hatte keine Angst, falls es vor Ort keine richtig Toilette gibt und musste keinen Tag am Wasser aufgrund meiner Periode ausfallen lassen, außer, ich hatte einfach keine Lust (weil ich mich einfach z.B. am ersten Tag meiner Periode generell unwohl fühle).
  • Immer dabei: Da wir sechs Monate unterwegs waren, hätte ich mir sowieso Gedanken um die Monatshygiene machen müssen. Ich wollte nämlich auf keinen Fall zu viel Zeugs rumschleppen. Ich hatte zwar trotzdem Bio-Tampons für alle Fälle dabei, aber die hätten niemals sechs Monate lang gereicht und unterwegs hätte ich auch nur sehr unwahrscheinlich Bio-Tampons gefunden. Ein Cup allein aber reicht, man braucht auch keinen zweiten mitnehmen.

 

Disclaimer: Ich schreibe immer “wenn der Cup richtig sitzt”. Das ist manchmal etwas tricky, gerade wenn man sich noch an die Tasse gewöhnt. Ich bin hierfür keine Beratung, dabei helfen nämlich individuell am besten Facebook-Gruppen zu dem Thema und anschauliche YouTube-Videos. Außerdem ist der Cup nicht für jede die geeignetste Variante, jeder Körper ist anders! Ich gehe hier nur von mir und meinen Erfahrungen aus! Auch ich gewöhne mich noch an den Cup und bin noch keine Expertin (Ich brauche einfach immer eeeewig. Wenn irgendwo steht nach 2-3 Zyklen hat man den Dreh raus, kann ich mir sicher sein, dass ich zwei Jahre brauche, LOL). Und auch vorm Schwimmen würde ich die Tasse erst einmal gründlich testen. Z.B. in der Badewanne, oder bei einem nur sehr kurzen Schwimmbad-Besuch.

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Reinigung unterwegs

So nun zu der Frage, die auch mich vor der Reise beschäftigt hat: Wie mache ich das mit der Reinigung unterwegs? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten (ein paar der Infos beinhalten Affiliate Links):

  • Vor dem ersten Einführen sollte die Tasse gut desinfiziert sein. Am besten kocht man die Tasse aus (hier wird beschrieben für wie lange und wie genau) und legt sie dann in den sauberen Aufbewahrungsbeutel.
  • Während der Periode muss die Tasse nicht zwischendurch ausgekocht werden. Zweimal täglich mindestens wird sie entleert und hierbei wasche ich sie am besten mit einer milden Seife aus (zum Beispiel diese ergiebige hier). Hierbei verwende ich NUR Trinkwasser! In Ländern wie Nepal & Co. habe ich also NUR Trinkwasser verwendet (gekauft, oder gefiltert), oder ich habe dafür unseren Lifestraw-Filter benutzt. Wenn ich kein privates Waschbecken zur Hand habe (z.B. in einer öffentlichen Toilette), dann nehme ich eine Flasche Trinkwasser mit in die Kabine oder wische den Cup einfach mit etwas Toilettenpapier aus (ich achte aber immer sehr darauf, dass keine Papierreste hängen bleiben). Viele benutzen auch gerne extra Sterilisationstücher für Menstruationscups, zum Beispiel diese hier.
  • Dabei achte ich auch immer, egal ob auf Reisen oder zuhause, darauf, dass meine Hände sauber sind. Ich wasche sie mit Seife vorm Wechseln und beim Abwaschen der Seife immer nur mit Trinkwasser. Den Cup lege ich nur auf Toilettenpapier ab, nicht auf irgendeiner unreinen Oberfläche. Oft hilft auch Desinfektionsgel, wenn wirklich nichts anderes vorhanden war. Das habe ich aber erst nach drei Monaten gebraucht.
  • Nach der Periode koche ich den Cup auch wieder aus. Wenn wir keine eigene Küche hatten, habe ich z.B. eine Mikrowelle verwendet (die gibt es fast überall und mit einem Sterilisationsbecher ist das auch nicht sehr auffällig, wie man die Mikrowelle verwendet ist hier erklärt), oder ich habe nach einem Wasserkocher gefragt, den ich dann aufs Zimmer genommen habe und mehrmals kochend heißes Wasser auf den Cup gegossen habe (den Tipp habe ich von Annemarie von Erdbeerwoche, wobei sie meint, dass das die Ausnahme sein sollte).
  • Wenn wirklich gar nichts vorhanden ist, helfen die Sterilisationstücher für Menstruationscups, wie diese hier, oder wie ich oft gelesen habe Sterilisationstablets, wie diese hier, habe ich aber selbst nie verwendet.

 

Zubehör

Nochmal als Überblick, hier das Zubehör, dass auf Reisen empfohlen wird (ich persönlich hatte nur den Cup im Beutel sowie eine Seife dabei):

 

Ich habe es irgendwie immer geschafft, meinen Cup zu sterilisieren, trotz unserer Reise als Backpacker. Entweder waren wir in Guesthouses oder Hotels mit Wasserkocher, in Airbnbs mit Küche oder in Hostels mit Mikrowelle. Im Notfall hätte ich sie ansonsten mit den oben erwähnten Reinigungstüchern (die ich übrigens nie gebraucht hatte) gereinigt und dann bei der nächsten Gelegenheit ausgekocht. Das sind aber nur meine Erfahrungen. Wie gesagt, Profi-Ratschläge erhaltet ihr online von Experten oder in Erfahrungsgruppen auf Facebook! Ich will hier nichts Falsches raten oder berichten, das sind einfach nur meine Erfahrungen.

Zusammenfassung

Zusammenfassend finde ich die Tasse einfach super praktisch. Ich muss sie nur selten wechseln, ich kann mit ihr schwimmen gehen und sie hält dicht. Trotzdem erfordert das Einführen etwas Geschick und in meinem Fall sehr viel Übung. Für Zero Waste Begeisterte ist das Thema Menstruationscup auch eine super Sache. Es entsteht einfach viel weniger Restmüll durch die Tasse (außer, man verwendet viele der oben genannten Zubehör-Produkte).

In meinem letzten Blogbeitrag dazu, habe ich bereits allgemein über die Menstruationstasse berichtet. Schaut also auch da mal vorbei, wenn ihr euch erst einmal allgemein informieren wollt!

Wie gesagt, ich bin keine super-duper Expertin, nur eine begeisterte Nutzerin, aber lasst mich trotzdem wissen, falls ihr Fragen habt. Ich weiß mittlerweile sehr gut, wo ich gute Antworten finde und ich kann auch per Email eine Expertin fragen. Wenn ihr Ergänzungen oder selber Tipps zum Thema Menstruationstasse auf Reisen habt, dann auch gerne gerne her damit!!!

PS: Nicht jede ist begeistert von der Menstruationstasse, jeder Körper ist wie gesagt anders! Schaut euch gerne mal z.B. auf der Erdbeerwoche um, welche Alternativen es gibt (keine Kooperation, stehe nur im regen Austausch mit den Mädels und habe auch dieses PR Sample, das ihr hier seht, für Fotos erhalten!). 

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 English version:

My menstrual cup was one of my most important companions during my 6 month world trip. Why I wouldn’t want to ever travel without it again, my tips and how I keep it hygienic and clean while traveling:

advantages

First of all, I want to explain to you why I am so enthusiastic about the cup, I mean, I do honestly feel like it changed my life 🙂 The advantages:

  • Uncomplicated on a busy day: During our trip we mostly stayed in guesthouses, hostels or small hotels. So I was able to empty, clean and re-insert the cup in the morning and do the same in the evening again in the hotel, as I can leave the cup in up to max. 12 hours. If I had to empty it in between or if we were out longer than 12 hours, I still managed to empty and clean it without any problems. How, I explain below.
  • Practical, especially on (beach) holidays: When the cup is properly inserted, it just doesn’t leak thanks to the vacuum pressure, no matter whether I go hiking, jogging or swimming. Especially for water activities the cup is super practical. If it is properly inserted, no water is running into the cup and I don’t have to change it immediately after swimming. In addition, there is no annoying tampon thread that also absorbs water. So I felt much freer by the sea, at lakes or at waterfalls. I was not afraid about not having a toilet right there and I didn’t have to skip a day full of water activities because of my period. Except if I really simply didn’t feel like it (because usually on the first day of my period I generally feel uncomfortable).
  • Always with me: since we were six months on the road, I definitely had to plan around my period a bit and make always sure I had feminine hygiene products with me. I also didn’t want to drag around too much stuff. I still brought a few organic tampons for emergencies, but they would never have lasted for six months and on the way I think I wouldn’t have found organic tampons very easily. However, one single menstrual cup is enough, you don’t need a second take.

 

Disclaimer: I always write “when the cup is inserted properly”. This is sometimes a bit tricky, especially when you just get used to the cup. I’m not an expert or can give the best advice. I think the best way to inform yourself are Facebook groups or good YouTube videos. In addition, the cup is not a solution for everyone, every body is different! I’m just talking about my own experience. And even if you feel comfortable with it I would test it before going swimming. For example in the bathtub, or during a very short swimming pool visit.

keeping the cup clean while traveling

So now to the question, which also was a concern for me before going on the trip: How do I keep it hygienic and clean while traveling? There are several options (including Affiliate Links):

  • Before inserting it on your first day of your period, the cup should be sterilized. It is best to cook the cup (described here for how long and how exactly) and place it in its clean storage bag. During the period the cup does not have to be sterilized like that. Twice a day, at least, it should be emptied and I usually wash it with a mild soap. Here I use ONLY drinking water! In countries like Nepal & Co. I have ONLY used drinking water (bought or filtered), or I have used our Lifestraw filter. If I don’t have a private sink (for example, in a public toilet), I take a bottle of drinking water into the cabin or simply wipe the cup clean with some toilet paper (but I always make sure that no paper remains stuck). Many also use extra sterilization cloths for menstrual cups, for example these.
  • Also I always make sure, not matter if I am traveling or at home, that my hands are super clean. I wash them with soap before changing and when washing the soap off I only use drinking water. In addition to that I put the cup on toilet paper only, not on any unclean surface. Often also disinfection gel helps, if really nothing else was available. But I only needed it after three months.
  • After the period I also sterilize the cup again. If we had no kitchen of our own, I used a  microwave. I found one almost everywhere where we went and with an extra sterilization cup is not very attention drawing. How to do it with the microwave is explained here. Or I ask for a water kettle, which I then take to the room and pour boiling hot water over the cup a few times. Every brand recommends a different way of cleaning so ask the customer support for details about using the water kettle.
  • If there is absolutely nothing available, you can use sterilization cloths for menstrual cups, like these ones, or sterilization tablets, like these ones.

 

accessories

Again as an overview, here the accessories, that are recommended while traveling (I personally only had the cup in the bag as well as a mild bar of soap):

  • menstrual cup with storage bag (I use the Lunette 2, but research in Facebook forums or on YouTube which cup might be the right one for you)
  • A mild detergent soap, e.g. this one
  • Sterilization cloths, e.g. these ones
  • Sterilization tablets, e.g. these ones
  • Silicone cups for disinfecting with the tablets or in the microwave, e.g. this one

 

I have always managed to sterilize my cup, despite being backpackers. Either we were in guesthouses or hotels with water kettles, in airbnbs with kitchens or in hostels with a microwave. But these are just my experiences. As I said, professional advice can be found online or in expert groups on Facebook! I don’t want to advise or report anything wrong, these are just my experiences.

Summary

In summary I find the cup just super practical. I can go swimming with it and don’t worry. Nevertheless, inserting it still requires some skill and in my case very much practice. For Zero Waste Enthusiasts, the topic of Menstrual Cup is also a great thing. There is simply much less waste through the cup (except if you use many of the accessories mentioned above).

In my last blog post about the menstrual cup I also wrote about general information about the cup in case you are interested.

As I said, I’m not a super-duper expert, just an enthusiastic user, but still let me know if you have any questions. I can also ask an expert via email. If you have any additions or even more tips on the topic of menstrual cups while traveling, then gladly share them here!

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12 Comments

  • Lisl sagt:

    Super ehrlicher und hilfreicher Beitrag! Ich verwende die Tasse jetzt auch ca. 1 Jahr und habe gelegentlich zwar auch noch Probleme, dass sie richtig sitzt, aber das ist es mir wert. Ich hatte zuvor oft Probleme *möchte das hier jetzt nicht genauer ausreizen*. Aber seit ich die Tasse benutzte sind die wie weggeblasen, sogar meine Frauenärztin hat gemerkt, das ich bessere Ph-Werte habe etc.
    Also große Empfehlung!
    Auch ich hab schon viele Reisen mit der Tasse hinter mir und finde es viel leichter als mit den blöden Tampons 🙂
    Die schaden nur der Umwelt, deinen Körper, sind auf die dauer teurer und nehmen im Backpack einiges an Platz weg.

  • Strawlary sagt:

    Hey 🙂
    Ich benutze jetzt auch seit fast 1,5 Jahren meine Tasse! Bei mir hat die Eingewöhnungsphase bestimmt so ein halbes Jahr gedauert, bis ich den Dreh richtig raus hatte. Aber ich könnte mir gar nichts anderes mehr vorstellen, weil es mir so viel sauberer vorkommt und nicht komisch riecht. Das einzige, was ich bei meinem nächsten Tassenkauf anders machen würde ist keine weiße Tasse zu laufen 😀 die ist super verfärbt…
    Aber gut, dass du nicht wegen der Frustration aufgeben hast 🙂

  • Anni sagt:

    Ich bin auch seit über 2 Jahren ein riesen Fan – hab auch eine Lunette – würde nie mehr zurück wollen! 🙂

  • Rona sagt:

    Solche Posts braucht die Welt, haha, danke! Sehr hilfreich und schön geschrieben.

  • Jenny sagt:

    Ich glaube, ich sollte meine Tasse auch mal wieder benutzen:D Benutze sie bisher eher selten, weil mir die 10 Minuten auskochen im Topf meistens zu “umständlich” sind. Die Faulheit in Person lässt hiermit grüßen.So ein Mikrowellenbecher wär vielleicht ne Lösung. 🙂

  • Vanessa sagt:

    Hi Mia,

    danke für diesen Beitrag! Ich verwende meine Tasse schon über 3 Jahre und war schon nach 2 Monaten “üben” restlos begeistert. Ich hatte zuerst die falsche Größe oder das falsche Material oder auch einfach eine Tasse vom für mich falschen Hersteller (erinnere mich gar nicht mehr welcher), jedenfalls hab ich schnell eine andere gekauft und die sitzt perfekt (MeLuna S). Die einzige Situation, wo ich aufpassen muss wegen des Auslaufens ist beim Yoga, vor allem bei Kopfüber Posen oder wenn man die Beine zu sehr spreizt… kennst du das zufällig? Hab deshalb schon mal überlegt, ob ich immer noch nicht die richtige Tasse gefunden habe, aber vielleicht ist das auch einfach zu viel verlangt beim Yoga! 😀 beim Schwimmen etc. und im Alltag hab ich nämlich absolut keine Probleme.
    Was mich auch etwas stört, ist die Verfärbung des Materials, obwohl ich eine rote Tasse habe 🙁 ist das bei dir auch so bzw. wie bekommst du die wieder “sauber”? Habe um mich rum auch keinen, der eine verwendet, deshalb auch keine Gesprächspartner, echt schade!

    • Mia sagt:

      Vielleicht ist Yoga einfach wirklich etwas schwierig, aber darin bin ich nicht so erfahren um ehrlich zu sein! Vielleicht brauchst du genau für diesen Sport einen festeren Cup? Also aus einem festeren Material? Vielleicht kann dir die empfohlene Facebook-Gruppe weiterhelfen?

      Zur Verfärbung gibt es auch einige Tipps im Internet, Essig und Salz ins Kochwasser oder kaltes Wasser zur Reinigung während der Periode (da warmes die Verfärbung begünstigen soll), oder mit Reinigungstabletten, hier stehen ein paar weitere Tipps (ganz unten zum Thema Verfärbungen): https://www.healthyrockstar.com/menstruationstasse-reinigen/

      Schön, dass du die perfekte Tasse für dich gefunden hast! Einfach ist das nicht immer, aber wenn es klappt, so ein schönes gefühl 🙂