stretch marks-Der Titel bringt meinen Blogpost eigentlich schon auf den Punkt. Aber fangen wir trotzdem von vorne an.

Eigentlich wollte ich ein paar, wie ich finde, schöne Bikinifotos von mir teilen. Keine zu sexy Fotos, oder Aufreizendes, einfach eine Zusammenstellung meiner liebsten Sommerbegleiter.

Zweifel an den Fotos, Fragen und eine bestimmte Erfahrung haben mich bis jetzt zurück gehalten.

Vor ein paar Wochen war ich mit Freunden am See (kaum zu glauben, ich weiß, bei dieser Kälte im August). Ein Satz, der mir in Erinnerung blieb, kam von meiner Freundin, die meinte, dass sie neben mir nicht schwimmen wolle, weil ich so dünn sei und sie sich neben mir fett fühle. Dünn sein war für sie gleichgestellt mit dem perfekten Körper und sich in seinem Körper wohl fühlen.

Eine Kilogrammanzahl lässt einen aber nicht automatisch in seinem Körper wohlfühlen. In der Schule wurde ich gehänselt, nicht weil ich dick war, sondern weil ich so dünn war. Ich war schon immer sehr dünn (nur vorweg: ich bin kerngesund, esse viel, etc., manche sind halt einfach von Natur aus schlank, ja das gibt es!). Ich war soooo unglücklich über mein Gewicht während der Schulzeit und wollte einfach nur “normal” sein und habe verzweifelt versucht zuzunehmen und mich zu ändern. Meine Körpergröße hat dabei nicht wirklich geholfen. Unter den schlimmsten Beschimpfungen war unter anderem “Skeletto” und das in einer Zeit, in der meine Freundinnen alle Brüste und Po zugelegt haben. Ich wollte einfach so sein, wie alle anderen. Und heute? Will ich besonders sein, aus der Masse herausstechen. Mittlerweile habe ich meinen Körperbau akzeptiert und natürlich hat es Vorteile, schlank zu sein. Aber auch ich hatte eine schwere Zeit, meinen Körper zu akzeptieren. Insbesondere Sport hat geholfen, mir ein positives Körpergefühl zu geben.

Was mich aber immer noch nervt, sind Kommentare zu meinem Körper, die einfach unnötig sind. Klar, sagt ihr, ist es doch eh meistens als Kompliment gemeint. Aber Kommentare wie “Iss mal mehr” oder “deine Beine sehen so aus, als würden sie brechen” gehen einfach nicht! Gerade, weil sie eher spöttisch oder unangebracht ausgesprochen werden. Klar, wenn jemand wirklich besorgt wäre, und mich unter 4 Augen zur Seite ziehen würde, dann würde ich hier nicht meckern. Aber mich einfach vor allen mit einem “Sooo dürre Beine” bloßstellen geht einfach nicht. Die meisten von euch, die das hier lesen, stempeln diesen Absatz von mir wahrscheinlich als jammern auf hohem Niveau ab. Aber andere, von Natur aus sehr dünne Personen, verstehen, wie verletzend solche Kommentare sein können, weil man wieder anfängt, an sich zu zweifeln. Ich sehe einfach kein Kompliment in einem Satz, der suggeriert, an mir fehle etwas, egal ob es eigentlich positiv oder negativ gemeint ist. Außerdem kommt man bei Kommentaren wie “du musst doch gar kein Sport machen/ Iss mal mehr” immer in die Situation, sich rechtfertigen zu müssen.

Auch die Aussagen wie “Real women are curvy” nerven mich. Ich bin auch eine “Real Woman”, auch wenn ich bei einer Größe von 177cm Größe S trage. “All sizes are beautiful” ist meine Devise. Natürlich gibt es krankhaftes Unter- und Übergewicht, aber das ist ein ganz anderes Thema.

Die Lösung? Seid respektvoll im Umgang miteinander. Denkt drüber nach, bevor ihr den Körper eures Gegenübers kommentiert. Respekt ist das Stichwort und überlegt, was ihr wirklich mit eurer Aussage sagen wollt. Wenn ihr wirklich besorgt seid, dann sprecht mit eurem Freund/eurer Freundin unter 4 Augen, und überlegt euch gut, was ihr sagt. Aber einfach einen Körper mit “du bist zu dünn/ du bist zu dick” oder Abwandlungen davon zu kommentieren solltet ihr einfach lassen.

Nun zum anderen Punkt der Aussage meiner Freundin “perfekter Körper”: Nur weil ich schlank bin, heißt das nicht, dass alles an mir perfekt ist. Auch ich habe Cellulite, ein kleines Bäuchlein und Streifen an Knie, Oberschenkel und Po, obwohl ich gerne mehr Po hätte. Die hatte ich schon seit ich denken kann und waren einfach da. Kein Wachstumsschub, keine Gewichtsschwankungen, keine Schwangerschaft. Ich hatte sie schon immer. Ehrlich gesagt machen sie mich unsicher, da einem überall, Magazine, Internet, TV, suggeriert wird, sie seien etwas Schlechtes. Cremes, Sport und sogar Lasereingriffe sollen helfen. Das ist verrückt!!! Sie sind einfach ein Teil von mir! Genau so wie meine Dellen und meine krummen Zehen und was weiß ich was noch alles nicht in Schablonen passt! Und eigentlich IST mein Körper perfekt. Ich bin gesund, aktiv und jung! So sehr ich auch Instagram liebe, NERVT es mich einfach, wie perfekt einfach alle sind und man dann an sich selbst herunter schaut und Makel im Internet einfach sehr schnell und gerne ausgeblendet werden. Ich bekenne mich auch schuldig. Ich habe noch nie meine Streifen gezeigt. Bis heute. Was mich dazu inspiriert hat? Der Instagram Account #loveyourlines, den ich vor kurzem entdeckt habe und sofort folgen musste und der mir zeigt, dass vermeintliche Makel einfach zu mir gehören und gut so sind!

Was ich meinem 13-Jährigen Ich sagen würde, um sie zu trösten, aufzubauen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, denn einfach zu sagen “es wird besser”, hilft nicht in genau diesem Moment! Aber ich würde ihr sagen, dass ich zwar nicht kontrollieren kann, was die anderen über meinen Körper sagen (obwohl ich es immer unterstützen würde, es direkt anzusprechen, wenn ein Kommentar verletzend oder unpassend war), aber dass ICH es in der Hand habe, was ICH über meinen Körper sage/denke.

Meine Lieben, ich hoffe ihr verzeiht mir dieses etwas persönlichere, ernstere Thema, neben all meinen hübschen, süßen Fotos. Aber ich will zeigen, dass nicht immer alles perfekt ist, dass das aber gut ist, dass jeder Zweifel hat, dass man sie überkommen kann und meine Sichtweise zeigen, da mir solche Posts von anderen “Gleichgesinnten” SEHR geholfen haben!

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Ich stimme zu.

18 comments
  1. Die Figur ist immer so ein Thema. Ich kenne auch beide Seiten – eine Zeit lang war ich als Teenager sehr dünn und nahm auch nicht zu, was mich störte. Mittlerweile in ich auch sehr kurvig. Ich war aber meist nur mit meinem Körper unzufrieden, wenn ich merkte dass mir bestimmte Klamotten zu weit oder eng geworden sind. Wenn ich passende Klamotten trage, bin ich zufrieden. Cellulite, Streifen, Speckröllchen oder sonst was interessieren mich auch weniger. Denn das sehen ja nicht wirklich viele Leute 😉 Schwimmen bin ich auch eher weniger und solange ich dabei einen passenden Bikini trage, denke ich auch eigentlich nicht darüber nach, ob irgendwer meine Figur betrachtet und sich darüber Gedanken macht. Wenn sie es doch tun, ist es schön, dass sie keine anderen Probleme in ihrem Leben haben.
    Ich habe auch Freundinnen, die sich entweder zu dünn oder dick fühlen und versuche sie dann zu überzeugen, dass sie so schön sind wie sie sind. Außer, wie du auch schon meintest, wenn ich mir ernsthafte Sorgen mache. Dann spreche ich auch mit ihnen darüber und versuche ihnen zu helfen. Bei allen anderen Menschen interessiert mich der Körper herzlich wenig. Das ist einfach nicht meine Sache.

    Liebe Grüße,
    Maria von fashion-inspires.me

    1. ich finde das ist eine super Einstellung, davon kann ich mir auch noch eine große Scheibe abschneiden! zum Glück wurde das bei mir im Alter besser, und mir ist vieles viel mehr egal als vorher. doch wie gesagt, wenn man umgeben von vermeintlichem Perfektionismus ist, kommen oft Zweifel auf. Danke für deinen Kommentar!

  2. Ich musste gerade ernsthaft nachdenken, ob ich sowas auch schon mal gesagt habe. Zum Glück nicht! Ich stimme dir in vielen Punkten zu und kann nur noch ergänzen: Charakter hat keine Kleidergröße!
    Ganz toller Post!

    Lieben Gruß ♥

  3. Ein wirklich toller Post! Ich finde es total wichtig, dass gerade Blogger und andere Personen “in der Öffentlichkeit” mehr und ehrlicher darüber reden und schreiben.
    Gerade etwas jüngere Vertreter des männlichen Geschlechts haben oft ein total verzerrtes Bild von Frauen und ihren Körpern und glauben nicht, dass (fast) jede Frau Cellulite und Streifen hat. Das finde ich ziemlich erschreckend.
    Am allgemein gültigen Schönheitsideal kann man wohl so schnell nichts ändern, wichtig ist nur, dass man lernt, sich in seiner Haut wohlzufühlen, denke ich.

    Also, danke für diesen Post!
    Liebe Grüße, Rona von threepinkcats

    1. Danke für deinen Kommentar! Der Blogpost lag schon länger im Entwurfsmodus und es hat mich etwas Überwindung gekostet, ihn zu veröffentlichen. Deshalb freue ich mich sehr, über dein positives Feedback! Was du sagst, stimmt auch, aber ich glaube, dass wir Frauen uns da viel mehr Druck selbst auferlegen, als die Männer. Diesen Druck versuche ich hiermit etwas zu nehmen 🙂 für mich und für andere 🙂

  4. Ich hatte vor ein paar Tagen ein Bild gesehen mit der Aufschrift “irgendwas mit Curvy is sexy – und ” no man wants to snuggle a stick” – ich hatte das dann getweeted und gemeint, dass mich solche Aussagen total wütend machen, weil ich es einfach dämlich finde EINE Sache positiv machen zu wollen, indem man eine andere Sache schlecht macht.

    Daraufhin bin ich auf völliges Unverständnis eines Mannes getroffen, der in der Aussage ja überhaupt keine Beleidigung sehen würde, sondern lediglich ein Kompliment an kurvigere Frauen. Ich meinte: “Im ernst jetzt? ICH würde nicht gerne als Stock bezeichnet werden wollen” – Er: “hat dich ja auch keiner so bezeichnet!”

    Ich hab mich so dermaßen über diese Ignoranz geärgert – das damit argumentiert wird “mecker nich drüber, du bist nicht betroffen (ohne, dass die person das überhaupt weiß) – ich mein es geht im Endeffekt ums Prinzip. Und wenn sich auch nur eine Person durch so einen Crap verletzt fühlt, kann man ja mal wohl ein oder zwei Synapsen anstrengen, um seine eigenen Aussagen zu überdenken -.-

    Bei mir ist das so, dass ich früher auch sehr dünn war – einmal hat ein Lehrer sogar meine Eltern bezichtigt, dass sie mich schlecht versorgen würden und ob ich nicht vielleicht magersüchtig sei – wenn ich heute daran denke, macht mich das auch schon wieder wütend, weil meine Eltern mich immer gut versorgt haben und es mir nie an etwas gefehlt hatte. Und ich hatte noch eine Freundin, die sehr groß ist und auch dünn und durch die ganzen dummen Kommentare durch andere Leute, ist sie immer gebückt gelaufen, damit sie ein bisschen kleiner wirkt – ach ich weiß gar nicht, wie oft ich noch wiederholen kann, wie ätzend ich das finde, dass man sich mit so einem crap rumschlagen muss.

    Vor allem, wenn es dann um “Komplimente, die keine Komplimente sind, sondern irgendwie einen Vorwurf innehaben” geht. Wie du sagst – dieses “du musst gar keinen Sport machen, Iss mal mehr blablabla” – dieses “ach – du hast es doch eh viel besser als ich, weil ICH muss sport machen”, was soviel bedeutet: “Du musst nicht so hart arbeiten, wie ICH, weil du HAST das, was ich will schon längst – sei dankbar!” …. da habe ich immer das Gefühl, dass die anderen Leute einfach nur ihren eigenen Mist auf dir abladen wollen.

    1. oh wow, so ein langer Kommentar! vielen lieben Dank!! Genau solche Situationen habe ich oft erlebt :/ einfach unnötig.

      Ach ja, und in der Schule wurde ich von meiner Mathelehrerin auch zur Seite genommen und gefragt, ob ich magersüchtig sei. Für mich war das ganz schlimm, da ich ja nicht dünn sein wollte und normal gegessen habe. außerdem hat sie es zwar versucht diskret zu machen, aber am Ende haben es dann doch alle mitbekommen und mir war das sooo peinlich…ich wollte einfach normal sein. das war auf jeden Fall sehr unsensibel von ihr, wie sie es gemacht hat.

      wie gesagt, ich kann nicht ändern, was die anderen sagen, aber ich kann dagegen halten, und ich kann beeinflussen, was ich über mich selbst sage!

  5. Liebe Mia,

    vielen Dank für deinen Post. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, weil ich ähnlich dünn bin wie du und deshalb auch schon sehr böse Kommentare bekommen habe. Oder halt auch eher besorgte Fragen, ob ich magersüchtig sei oder so. Nach so etwas überlege ich mir dann teilweise ernsthaft, ob ich meinen Sport ausfallen lassen soll oder nur deswegen jetzt ne Pizza essen sollte. Aber ich mache nunmal gerne Sport und esse am liebsten Vegan und gesund…Kommentare in beide Richtungen waren mir nie egal und verletzt mich immer wieder sehr, da ich nicht finde, dass ich magersüchtig aussehe. Zunehmen geht halt eher schwer bei mir und ich seh es auch nicht ein, mich deshalb ab sofort nur noch von FastFood ernähren. Naja, hilft nur sich ein dickeres Fell zuzulegen. Ich hoffe, das schaffen wir irgendwann.
    Liebe Grüße, Nathalie

    1. Liebe Nathalie,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Ich hoffe, mein Blogpost ermutigt dich etwas, dich nicht wegen dummen Sprüchen einzuschränken und dein Leben nicht so zu leben, wie du es willst! Das mit den bösen Kommentaren kenne ich! Lass dich nicht wegen dummen Sprüchen unterkriegen! Wenn ich mal “nur” einen Salat bestelle, schauen alle dumm, aber sollen sie doch!
      Ich drücke dich!

  6. Bei mir ging es gestern um genau das Gegenteil: die Angriffe wegen zu viel Gewicht: http://leichtlebig.wordpress.com/2014/09/13/lifestyle-diskriminierung/

    Ich weiß nicht, woher Menschen sich das Recht nehmen, andere zu verurteilen – vielleicht war ich gerade nicht da, als der Zug vorbei fuhr. Ich finde, Kindern kann man immer noch beibringen sich sozial zu verhalten – das ist nun einmal etwas, das man erst lernen muss – bei Erwachsenen ist der Zug oft schon abgefahren und eben die sind es, die es besser wissen sollten.

    Wenn jeder versucht respektvoll anderen gegenüber zu sein, wäre das alles viel einfacher – wir können nur versuchen, es selber besser zu machen und vielleicht auch den ein oder anderen mal direkt darauf ansprechen, was er sich von seinem Kommentar erhofft – möglicherweise denkt der ein oder andere ja mal darüber nach und ändert sein Verhalten.

    Liebe Grüße
    Romy

  7. Hallo Mia,

    ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und klicke mich jetzt hier durch. Mit jeder Seite gefällt mir dein Blog noch besser und diesen Artikel finde ich wirklich toll.
    Weil er ehrlich ist.
    Ich war als Kind auch schlaksig und nach wie vor mag ich manche Kinderbilder nicht. Mit der Pubertät kamen die Kurven und heute lege ich regelmäßig Abnehm-Phasen ein 😀 Tja, so kann das gehen…
    Wie auch immer, ich fühle mich insgesamt wohl in meinem Körper. Erst neulich habe ich einen Artikel einer übergewichtigen Bloggerin über Hater gelesen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht ganz frei bin von Ideal-Vorstellungen, aber ob mir eine Person gefällt, liegt meistens an ihrer Ausstrahlung (diese Menschen, die immer strahlen könnte ich stundenlang mit offenem Mund ansehen!) und an diesem “Eigenen”, das Menschen haben, wenn sie es zulassen.
    Ich glaube it’s all about Neid. Und Neid finde ich schrecklich. Weil er zu Hintergedanken führt und vor allem dazu, dass man sich mehr mit den anderen beschäftigt, als mit sich selbst. Und wenn man darüber nicht reflektiert und an dem Problem mit sich selbst arbeitet, dann wird man frustriert, verbittert und missgünstig.

    Warum sage ich jemandem, dass er mehr essen soll? Damit sage ich ihm, dass er ZU dünn ist und das Recht dazu habe ich nicht!
    Du hast eine tolle Figur und bei solchen Kommentaren vermute ich vorwiegend (!) Menschen, die dir sagen wollen “Bilde dir bloß nichts ein, so dünn ist auch nicht schön”. Alles Quatsch, du siehst super aus!

    So, und jetzt klicke ich mal weiter…
    LG Vera

    1. Liebe Vera,

      vielen lieben Dank für deinen persönlichen und ausführenden Kommentar! Es freut mich, dass du auf meiner Seite hängen geblieben bist 🙂 Ich versuche zur Zeit mein Blog-Design zu überarbeiten, dann findet man beliebte Posts hoffentlich leichter 🙂
      Danke, dass du deine Story mit mir teilst! Das mit der Ausstrahlung sehe ich auch so. Klar, jemand kann wunderhübsch sein, aber das ist nicht der Grund, warum ich gerne mit der Person zusammen sein will, und das ist das Ausschlaggebende. Ich hoffe einfach nur, mit meinem Post anderen mit meiner Story ein bisschen mehr Selbstbewusstsein zu geben, und auch mehr Mut und das Schritt für Schritt 🙂