April 24, 2017
Fashion Revolution Day –
Why I support Fair Fashion
fashion revolution day

(English version below)

Vor vier Jahren ist die Rana Plaza, ein neunstöckiges Gebäude, in dem sich fünf Textilfabriken befanden, zusammengestürzt und riss dabei 1.138 Menschen in den Tod. Tausende wurden verletzt – viele davon schwer und bis zur Arbeitsunfähigkeit. Das bisher größte Unglück in der Textilindustrie steht dabei immer noch für die desolaten Arbeits- und Sicherheitsbedingungen in der gesamten Textil-, Kleider- und Schuhindustrie weltweit. Dass dieses tragische Ereignis nicht “so weit weg” von uns ist, zeigen die Marken, die mit der Rana Plaza in Verbindung gebracht wurden (Quelle), unter anderem dabei viele Bekannte wie z.B. Mango, Inditex (Zara & Co.), Primark und Kik. 

Und ja, ich habe bereits mehrfach über den Fashion Revolution Day berichtet und verfasse somit sozusagen “Duplicate Content”, doch das bewusst. Ich predige hier auf heylilahey sehr selten, es gibt kaum den erhobenen Zeigefinger, sondern ich zeige stattdessen eher Möglichkeiten für den bewussten Konsum auf, zeige auch oft, dass ich selbst nicht perfekt bin, aber dafür, dass sich Gedanken machen wichtig ist. Ich provoziere selten und ecke auch selten an. So bin ich einfach vom Typ her. Ich verstelle mich nicht für den Blog oder für besseres Marketing. Aber diese Aktion finde ich unglaublich wichtig und schreibe sehr gerne jedes Jahr aufs Neue darüber und gerne jedes Jahr mit mehr Leidenschaft dahinter.

Deshalb möchte ich heute aufzeigen, was jede/r Einzelne dazu beitragen kann, dass sich so ein tragisches Ereignis nicht wiederholt, Arbeitsbedingungen verbessert werden, ein Umdenken im Konsum stattfindet und Marken, die sich Mühe geben, unterstützt werden.

  • Gemeinsam mit dem Hashtag #whomademyclothes könnt ihr auf Social Media die Marken taggen, die ihr tragt, und direkt fragen, wer euren Pulli/ euer Kleid/ eure Bluse hergestellt hat. Transparenz ist das Stichwort, denn dies ist der erste richtige Schritt in Richtung Umdenken in der Textilindustrie. Es ist immer wieder aufs Neue wichtig, zu hinterfragen, diskutieren und darüber zu sprechen, wo unsere Kleidung her kommt.
  • Apropos: Diskutiert und fragt auch offline rum – mit Bekannten und Freunden, aber auch vor Ort in Einkaufsläden. Je höher die Nachfrage nach transparent hergestellter Kleidung ist, desto besser! Es geht nicht darum, dass keine Kleidung mehr in Billiglohnländern wie Bangladesch hergestellt wird, sondern auf welche Art und Weise. Marken wie People Tree zeigen, dass eine bewusste, faire und nachhaltige Zusammenarbeit möglich ist (hier habe ich mir vor Ort selbst bei People Tree in Nepal einen Einblick verschaffen können, sowie für Folkdays in Kambodscha).
  • Informiert euch und lasst euch inspirieren – mittlerweile gibt es SO viele Fair Fashion Blogs und wirklich tolle Artikel zu dem Thema. Schaut zum Beispiel mal bei meinen Fair Fashion Squad Mädels vorbei!
  • Beachtet auch alles rund um das Thema Greenwashing, also ob eine Firma nur suggeriert, ihre Produkte seien nachhaltig und “eco”. Auf Nicetohavemag findet ihr hier einen sehr guten Artikel, der dieses Thema genau erklärt. Hat das Kerngeschäft generell nichts mit Nachhaltigkeit oder ähnliches zu tun, muss man die Eco-Werbeclaims erst recht hinterfragen. Passend dazu auch Maddies Blogpost zum Thema H&M und “Conscious” Collection.
  • Was ich mir auch wünsche, dass noch mehr Meinungsmacher, Blogger, “Influencer” sich auch einmal mehr mit dem Thema beschäftigen. Ich erwarte nicht, dass sofort ein komplettes Umschwenken auf Fair Fashion geschieht, sondern hier und da vielleicht auch mal nachhaltige/ faire Teile mit eingebaut werden. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass sich viele Mainstream-Blogger davor sträuben, mal hin und wieder über diese Themen zu schreiben, weil sie eventuell gleich wieder angefeindet werden, wenn sie danach wieder Fast Fashion tragen. Deshalb auch ein Appel an Leser allgemein: Niemand ist perfekt und wenn sich jemand in einem Bereich Mühe gibt, muss man nicht gleich erwarten, dass die- oder derjenige sofort zu Mutter Theresa mutiert. Toll fand ich z.B. auch den Beitrag von Sarah über ihre liebsten Fair Fashion Labels.
  • Bis Samstag gibt es außerdem offline viele verschiedene Aktionen und Events in ganz Deutschland (aber auch Europa- und weltweit), auf die ich euch aufmerksam machen will. 
  • Und natürlich gibt es noch mehr Möglichkeiten aktiv zu werden und die Fashion Revolution zu supporten, wie genau seht ihr hier!

 

Und jetzt zu der Frage, warum ich Fair Fashion unterstütze: Natürlich fühlt es sich für das schlechte Gewissen besser an, so gut es geht nur faire Kleidungsstücke zu kaufen, sowie immer mehr auf vegan & fair zu setzen. Nach meinem Shopping-Ban habe ich aber wirklich gemerkt, dass das Shop-Til-You-Drop-Prinzip einfach nichts mehr für mich ist und mich eher unglücklich macht! Dazu macht es auch Spaß, neue Labels zu entdecken, neue Kombis auszuprobieren und durch Second-Hand-Mode zu stöbern. Gleichzeitig nervt es mich natürlich auch manchmal, z.B. als ich letztes Jahr verzweifelt ein Fair-Fashion-Kleid für ein mega schickes Event in New York gesucht habe. Oder wenn ich kaum Produkte für euch verlinken kann (als Modeblogger seit mehreren Jahren, bin ich das einfach gewohnt). Aber das sind nur Kleinigkeiten. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass man und frau für jeden Anlass, Budget und Stil Mode bewusst und ethisch korrekt konsumieren kann.

Wenn ihr Inspiration braucht, schaut gerne in meinem Fair Fashion Shopping-Guide vorbei. Scheut euch auch nicht vor Second-Hand-Shopping, Upcycled Fashion sowie Kleidertausch mit Freunden! Oder auch gerne in den Blogposts meiner Kolleginnen:

 

Und zu guter Letzt auch eine Frage an euch: Fehlt es im Bereich Fair Fashion an etwas? Sind euch viele Teile zu teuer, unmodisch oder nicht zugänglich?

fashion revolution day

 

Four years ago, Rana Plaza, a nine-story building that housed five textile factories, collapsed, killing 1,138 people. Thousands more were hurt – many of them severely. The greatest disaster in the textile industry shows the desolate working and safety conditions in the entire textile, clothing and shoe industry world-wide. This tragic event is not “so far away” from us, the brands that are associated with Rana Plaza (source) are many that you will know very well, such as Mango, Inditex (Zara & Co.), Primark, Kik, and many more.

And yes, I have already written several times about the Fashion Revolution Day  but I am fine with this “duplicate content”. I rarely preach on heylilahey, I rarely put blame on others, but instead show possibilities for conscious consumption, and although I know I am not perfect, thoughts and discussions are important. I rarely provoke because it is simply not my personality and I don’t want to change that for the blog or for better marketing. But I find the Fashion Revolution Day incredibly important and am happy to write about it again and again each and ever year with more passion behind it.

That is why today I would like to show what you as individuals can do to ensure that such a tragic event is not repeated, working conditions are improved, a change in consumerism takes place, and ethical fashion brands are supported.

  • Together with the hashtag #whomademyclothes, you can tag the brands you wear on social media and ask directly who made your sweater, blouse, dress etc. Transparency is the key, as this is the first step in the direction of changing the textile industry. It is always important to ask, to discuss and to talk about where our clothes come from.
  • Apropos: Discuss and ask offline – with acquaintances and friends, but also on the spot in shopping malls. The higher the demand for transparent clothing, the better! The goal is not to stop production in low-wage countries like Bangladesh, but to find out in which conditions the clothes are produced. Brands like People Tree show that a conscious, fair and sustainable cooperation is possible (here I could get an insight at People Tree in Nepal, as well as for Folkdays in Cambodia).
  • Inform yourself and be inspired – now there are so many fair fashion blogs and really great articles on the subject. Take a look at my fair fashion squad girls for example!
  • Also consider everything about the topic of greenwashing, so whether a company only suggests that their products are sustainable and “eco”. On Mochni you will find a very good article, which explains this topic. If the core business generally has nothing to do with sustainability or similar then one has to question the eco-advertising claims. 
  • I also wish that even more opinion makers, bloggers, “Influencer” would also write about the topic. I don’t expect a complete change to Fair Fashion to take place immediately, but sometimes it would be nice if some sustainable / fair fashion items would be incorporated in outfits here and there. At the same time, however, I also know that many mainstream bloggers are reluctant to write about ethical fashion, because they fear criticism when they wear Fast Fashion again. Therefore, an appeal to readers in general: no one is perfect, and when someone is trying to take a step towards ethical fashion and/or sustainability, don’t expect that he or she immediately mutates to Mother Theresa. I really liked Sarah’s article about her favorite fair fashion labels for example.
  • From now until Saturday there are many different events all over the world, which I would like to draw your attention to.
  • And, of course, there are even more possibilities to get active and to support the Fashion Revolution Day, you can see exactly how here!

 

And now to the question, why I support Fair Fashion: Of course it feels better for my conscience, to buy ethical fashion. However, after my shopping ban I noticed that the shop-til-you-drop principle simply does not really make me happy, rather the opposite! It is also fun to discover new labels and browse through second-hand fashion. At the same time, of course, it sometimes can be furstrating, e.g. when I was looking for a dress for a mega-chic event in New York. Or if I can hardly link products for you (as a fashion blogger for several years, I’m just used to it). But these are just little issues. Meanwhile, I am sure that everyone can consciously and ethically correctly consume for every occasion, budget and style.

If you need inspiration, check out my fair fashion shopping guide. Also don’t hesitate to consider second-hand shopping, upcycled fashion as well as clothes swapping with friends!

And finally, a question for you: Is there something you still don’t like about the fair fashion sector? Are things too expensive, not stylish enough, or inaccessible?

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