zero waste küche

Das Thema Lebenmittelverschwendung geht in die dritte Runde! Es ist einfach ein mega wichtiges Thema für mich und ich möchte so viele wie möglich mit Tipps und Informationen erreichen. Warum ich in letzter Zeit so einen großen Fokus auf Lebensmittelwertschätzung lege, könnt ihr hier nachlesen!

Heute wollte ich mal eine Expertin zu Wort kommen lassen, die sich sehr gut mit dem Thema Lebensmittel retten und Zero Waste Küche auskennt: die vegane Köchin, Kochbuchautorin, Journalistin, bekennende Feministin und Unternehmerin Sophia Hoffmann.

Bild aus dem Kochbuch von Sophia Hoffmann (c) Annabell Sievert 

Ich habe Sophia vor ein paar Jahren auf der Fashion Week das erste Mal kennen gelernt und damals ganz peinlich mit “Ich bin ein Fangirl von dir” angesprochen. Ich wollte natürlich eigentlich im ersten Moment etwas klüger wirken, aber es kam etwas ganz anderes aus meinem Mund 😛 Mittlerweile kreuzen sich regelmäßig unsere Wege und auf ein paar Events und im privaten Austausch habe ich sehr viel von ihr gelernt, was das Thema Lebensmittelwertschätzung angeht.

Die Wertschätzung von Lebensmitteln ist dabei nicht nur zentraler Bestandteil ihrer täglichen Arbeit, sondern auch Grundlage ihres neuen Kochbuchs ZERO WASTE KÜCHE, das jetzt frisch im Februar im ZS Verlag erschienen ist.

ZERO WASTE KÜCHE ist kein Standard-Kochbuch. Neben Rezepten und Rezeptideen findet ihr Wissen, Tipps und Tricks zu Lebensmitteln, Einkauf, Verwertung, Nachhaltigkeit und Lagerung. Sophia zeigt, welchen Beitrag wir alle leisten können, um ein großes Drama unserer Zeit zu reduzieren: Das Verschwenden von Lebensmitteln. 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel gehen in Deutschland pro Jahr verloren, 40 Prozent davon in Privathaushalten (wie bereits hier erklärt).

Disclaimer: Ich habe das Buch als PR Sample erhalten, aber ohne Gegenleistung als Bedingung. Dieser Beitrag entstand also ohne Bezahlung oder ähnliches. Ich kann euch das Buch einfach sehr empfehlen! Man spürt richtig, wie viel Leidenschaft und Motivation in diesem Buch stecken. Genau diese Leidenschaft und Informationen möchte ich heute auch ein bisschen weitergeben und teile deshalb ein kleines, aber feines Interview mit Sophia heute mit euch:

Sophia Hoffmann, (c) Annabell Sievert

1. Herzlichen Glückwunsch erst einmal zum Buch 🙂 Wie kam es zu deiner Leidenschaft für das Thema Nachhaltigkeit und Zero Waste Küche? 

Zero Waste (= null Müll) ist eine Nachhaltigkeitsphilosophie, die in den letzten Jahren weltweite Bekanntheit und eine wachsende Anhängerschaft gewonnen hat. Sie hat viele Komponenten: Abfallvermeidung, Konsumverweigerung/ -kritik, Recycling, Verwertung, Reparatur, Wiederverwertung, Kreislaufwirtschaft, Minimalismus – um nur die Bekanntesten zu nennen. Ich bin mit diesem Werteschatz ganz natürlich sozialisiert worden, deshalb war ich anfangs auch etwas betriebsblind für diese Bewegung, hatte ich vieles doch seit jeher verinnerlicht. Wenn ich einen angeschlagenen Apfel sehe, denke ich nicht über die braune Stelle nach, sondern über die 80 Prozent intaktes Fruchtfleisch und was ich damit noch alles anstellen kann.

Ich sehe keine Mängel, sondern Möglichkeiten.

Erst durch den Austausch mit meinen Leserinnen und Lesern habe ich gemerkt, dass Reste verwerten,
Lebensmittel lagern und bewusst nachhaltig einkaufen für ganz viele Menschen keineswegs
selbstverständlich ist. Deswegen begann ich das Thema in meine Arbeit zu integrieren.

 

2. Dein Buch ist mehr als ein Kochbuch, du beschreibst es als deine “personal cooking philosophy”. Was steckt dahinter und was möchtest du damit erreichen?

Erst beim Schreiben dieses Buches ist mir so richtig klar geworden, dass man gegen
Lebensmittelverschwendung nur ankommt, wenn man Wertschätzung empfindet. Wer bewusst auswählt, schmeißt auch weniger leicht Essen weg. Leider herrscht in unserer Überflussgesellschaft die Meinung, Lebensmittel müssten vor allem billig und jederzeit im Überfluss vorhanden sein. Brot ist hier das perfekte Beispiel: Von einem der historisch bedeutendsten (Über-)Lebensmittel der
Menschheit wurde es zu einem Wegwerfprodukt minderer Qualität. Jede fünfte Backware landet hierzulande im Müll. Das sind 1,7 Millionen Tonnen. Das entspricht der Ernte eines Ackers größer als die Fläche von Mallorca. Diese Verschwendung zieht enorme ökologische Folgekosten nach sich. Die Verringerung verschwendeter Nahrungsmittel zusammen mit der Müll-Reduktion ist eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit, denen wir uns gesamtgesellschaftlich stellen müssen. Klar ist hier auch die Politik gefragt, aber 40 Prozent wird in Privathaushalten weggeworfen. Da kann jeder von uns was dran ändern.

Ich will einfach und greifbar vermitteln, wie man das in den eigenen vier Wänden umsetzen kann: Mit Lager- und Einkauftipps, Verwertungsideen und konkreten Rezepten. Und einem spannenden Informationsteil über Lebensmittel – denn Wissen ist das geheime Gewürz einer guten Köchin.

 

3. Welche Tipps kannst du Menschen geben, die sich generell für das Thema “Zero Waste” interessieren, aber nicht so wirklich wissen, wo sie ansetzen sollen?

Erstmal: Weniger einkaufen. Wir kaufen generell alle zu viel und haben immer Angst, dass uns das Essen ausgeht. Am besten nur so viel kaufen wie man selbst tragen kann (eine Tasche pro Person) und nach dem Einkauf überlegen, was zuerst verbraucht werden muss. Sich bewusst Zeit nehmen Speisen zuzubereiten und Essen haltbar zu machen. Einlegen, Einkochen, Trocknen, Verwerten – da kann man auch toll seine Kinder mit einbeziehen. Ich profitiere bis heute davon, diese Dinge zuhause gelernt zu haben! Apfelmus kochen, Schokoladenpudding aus alten Osterhasen …
Zudem empfehle ich uneingeschränkt Lebensmittel in Bio-Qualität zu kaufen, da die Belastungen mit
Pestiziden und Antibiotika bei konventionellem Essen enorm sind und zudem der Umwelt schaden. Auf dem Markt oder im Bioladen, denn so minimiert man auch die Plastik-Umverpackungen. Wer regional-saisonal einkauft und ein bisschen plant, kann das auch mit kleinem Budget umsetzen.

 

4. Du sagst, man soll sich beim Essen zubereiten wieder mehr auf sein Bauchgefühl verlassen und weniger auf Einflüsse von außen. Wie meinst du das?

Ich räume mit dem Mythos Mindesthaltbarkeitsdatum auf. Eine deutsche Familie hat vor kurzem, unter wissenschaftlicher Aufsicht einen 18 Monate alten Joghurt verspeist – er war einwandfrei.
Lebensmittel wie Senf, Ketchup und Co. halten jahrzehntelang, wir haben verlernt unserem Bauchgefühl zu vertrauen und glauben blind was auf der Verpackung steht, obwohl es sich hier lediglich um eine Qualitätsempfehlung handelt. In den meisten Fällen merken wir sehr schnell wann Essen noch gut ist und wann wir es lieber kompostieren sollten.

 

5. Neben dem Kochen, Zero Waste und Nachhaltigkeit sind auch Feminismus und Gleichberechtigung deine Themen, du bist als Speakerin und Aktivistin auch gesellschaftlich und politisch engagiert. Wie verbindest du diese Themen miteinander? Was sind dabei die größten Herausforderungen?

Für mich hängt das alles stark zusammen. Je mehr man die Zusammenhänge unseres Konsumverhaltens mit Umweltschutz, Klimawandel und sozialer Ungerechtigkeit versteht, desto stärker wächst der Wunsch etwas dagegen zu setzen. Ich sehe ja auch Feminismus als intersektional und bin der festen Überzeugung, dass wir als Menschheit alle davon profitieren, wenn Güter, Macht, Geld und Verantwortung gerechter verteilt werden. Ich bin jemand, dem es leicht fällt meine Meinung zu vertreten und ich bin dazu erzogen worden mich für Schwächere einzusetzen. Egal ob es um Lebensmittel, Gleichberechtigung, Tierrechte oder Umweltschutz geht, glaube ich an die Politik der kleinen Schritte und den Grundsatz von Margaret Mead: “Never doubt that a small group of thoughtful committed citizens can change the world; Indeed it’s the only thing that ever has!“

 

6. Was macht Sophia Hoffmann, wenn sie nicht gerade Kochbücher schreibt?

Sie geht zum Yoga, Spazieren, auf Demonstrationen, in Ausstellungen oder auf kulinarische Reisen und macht Pläne für ihr nächstes Ziel, ein eigenes Restaurant zu eröffnen.Und sie kocht. Eigentlich dauernd. Oder backt Brot.

Hier findet ihr auch Sophias Instagram Kanal!

Sophia engagiert sich außerdem öffentlich gegen sexualisierte Gewalt, für Geflüchtete und für mehr weibliche UnternehmerInnen, besonders im Bereich Gastronomie. Als Jury-Mitglied des Gastro-Gründerpreises ist sie immer auf der Spur neuer und innovativer Food Trends und arbeitet auch als Beraterin in diesen Bereichen. 2014 veröffentlichte sie ihr erstes Kochbuch »Sophias vegane Welt« und im Sommer 2015 ging ihr gleichnamiger YouTube Kanal an den Start. 2016 erschien ihr zweites Kochbuch »Vegan Queens« und der gleichnamige Podcast startete erfolgreich im Frühjahr 2017.

Ein super inspirierende Person und ich freue mich sehr, sie hier auf dem Blog featuren zu können :)Ich empfehle wie immer, das Buch ZERO WASTE KÜCHE im Buchladen eures Vertrauens zu kaufen. Ihr könnt es meist auch telefonisch dort vorbestellen und dann abholen 🙂

Habt ihr schon von ihrem Buch gehört, oder liegt es vielleicht bereits bei euch zuhause? 


Warning: Parameter 2 to qtranxf_excludeUntranslatedPostComments() expected to be a reference, value given in /homepages/9/d529737197/htdocs/clickandbuilds/WordPress/heylilahey/wp-includes/class-wp-hook.php on line 286

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich stimme zu.