{This blogpost is also available in English – pic by Tiptoe Design, see below}

Ich könnte immer wieder in unserer Wohnung umstellen und umstylen. Ein gemütliches Zuhause ist mir einfach sehr wichtig. Mein Verlobter und ich kaufen dafür tatsächlich hautpsächlich Möbel und Accessoires aus zweiter Hand, bauen Wunschobjekte oft kurzerhand selbst, oder gestalten durch Upcycling bereits bestehende Möbel um. So sparen wir Geld und Ressourcen. Denn auch in Sachen Interior lautet die Devise, weniger ist mehr und Langlebigkeit ist in, um die eigenen vier Wände nachhaltiger zu gestalten.

Was sind aber nun genau nachhaltige Möbel?

Es gibt kein allumfassendes Siegel, mit dem ihr nachhaltige Möbel auf einen Blick erkennt. Es spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle. Für mich persönlich kommen folgende Kategorien in Bezug auf Nachhaltigkeit und Interior in Frage:

  • Second Hand bzw. Vintage-Möbel schonen Ressourcen, da sie ja bereits hergestellt sind, und sie sind auch meistens günstiger im Preis. Schaut euch auf dem Sperrmüll, auf dem Flohmarkt, bei Wohnungsauflösungen, bei Etsy* und auch bei Ebay Kleinanzeigen um! Außerdem gibt es in fast jeder größeren Stadt liebevoll geführte Vintage-Möbel-Geschäfte, einfach mal googeln!
  • DIY-Projekte – nicht jede*r hat das Talent oder die Geduld, aber Jesse und ich konnten als Laien (wobei Jesse eigentlich schon ein Profi ist) so einige Projekte verwirklichen. Ich konzentriere mich dabei meist auf Makrames und Regale und zusammen haben wir bereits einen Paletten-Tisch gebaut, sowie kleinere Tische und einfache Kommoden.
  • Heimische / zertifizierte Hölzer – wenn ich einen Neukauf tätigen würde, würde ich darauf achten, wo die Hölzer herkommen. 100-prozentige Sicherheit liefert mir ein Zertifikat nicht, wäre für mich aber ein Minimum. Greenpeace empfiehlt zum Beispiel den Kauf von FSC-zertifizierten Holzprodukten, auch wenn es nach wie vor Verbesserungsbedarf am FSC gibt.
  • Es gibt noch PEFC-zertifiziertes Holz, wobei ich mich hier nicht so gut auskenne. Hier ist es vom Umweltbundesamt kurz erklärt, hier sind ein paar Unterschiede zu FSC aufgelistet und hier kritisiert Greenpeace das Siegel. Außerdem sind Produkte aus Massivholz generell stabiler und langlebiger.
  • Das Design spielt in Sachen Nachhaltigkeit auch eine große Rolle. Laut der Alliance of German Designers soll nachhaltiges Design folgende Punkte umfassen:
    • materialeffizient und materialgerecht
    • energieeffizient
    • schadstoffarm
    • abfallarm beziehungsweise abfallvermindernd
    • langlebig
    • recycling- und entsorgungsgerecht
    • logistikgerecht
    • nutzungsgerecht
    • sozial verträglich
    • wirtschaftlich und erfolgreich

Für mich spielt insbesondere die Langlebigkeit eine große Rolle, Naturmaterialien, sowie ein zeitloses Design!

  • Faire Arbeitsbedingungen: Hier stellt sich die Frage, wo die Möbelstücke hergestellt wurden, woher die Materialien bezogen wurden und ob Fair Trade oder Direct Trade-Beziehungen bestehen.

 

Ihr seht, eine lange Liste! Da ich versuchen will, nicht mehr bei den großen Möbelherstellern zu shoppen, die eher auf Massen- und Trend-Produkte setzen, habe ich relativ viel Recherche betrieben. Neben den bereits sehr bekannten Öko-Shops für Möbel wie Grüne Erde, Allnatura, Avocadostore, Manufactum und Selekkt*, habe ich noch weitere, einzelne Labels gefunden, die wunderschöne, nachhaltige Möbel herstellen. Heute konzentriere ich mich wie gesagt auf Möbel. Ein Beitrag speziell zum Thema Interior Accessoires (Lampen, Teppiche, Körbe etc.) folgt auch noch. Hier nun meine Möbel-Liste:

 

Tiptoe Design

Tiptoe Design aus Frankreich setzt auf langlebige Möbel, hergestellt in Europa. Sie verwenden nur PEFC zertifiziertes Holz aus Europa, sehr, sehr wenig Plastik (und dieses ist recyceltes Plastik) sowie das langlebige und recycelbare Material Stahl.

Mir gefällt insbesondere der modulare Gedanke hinter den Designs. Fast jedes Möbelstück lässt sich durch verschiedene Farben individuell anpassen. 

Die Verpackungen (übrigens zu 80 Prozent aus Recyclingpapier) der Möbelstücke sind so konzeptioniert, dass sie sehr flach gestaltet sind und so Material sowie CO2 Emissionen sparen. 

 

Naan Furniture

Ich liebe den warmen und schlichten Style von Naan Furniture. Sie strahlen Ruhe und einen gewissen Boho-Stil aus, sind aber dennoch zeitlos. Das Unternehmen arbeitet nur mit Holz aus PEFC-zertifizierter Forstwirtschaft. Die Designs sind nicht nur ökologisch, die Möbelstücke sind dazu auch noch fair im Preis. Ein Sideboard von Naan würde ich mir sofort zulegen!

 

Wedowood

 
Die gesamte Lieferkette von der Forstwirtschaft bis hin zum finalen Produkt ist laut Wedowood CO2-neutral. Alle Materialien sind chemie-, pestizid- und herbizid-frei. Das Holz ist komplett FSC-zertifiziert. Alle Möbelstücke sind in Dänemark hergestellt. Im Designprozess suchen sie auch immer nach den nachhaltigsten Alternativen. Wenn zum Beispiel Bambus geeignet ist und dies die nachhaltigere Variante ist, verwenden sie dieses. Auch in Sachen Finanzierung haben sie eine nachhaltige Bank gefunden, um ganzheitlich ökologisch zu arbeiten.

 

Johanenlies

Das Danish-Design inspirierte Unternehmen mit Sitz in Berlin JOHANENLIES verwendet nur recyceltes Bauholz. Durch den Upcycling-Prozess haucht das Label dem Naturmaterial neues Leben ein und gleichzeitig wird so jedes Produkt zum Unikat. Hergestellt werden die Möbelstücke in einer Werkstatt in Mecklenburg-Vorpommern. Von Regalen über Betten, Kommoden, Couch-Tischen bis hin zu kleineren Interior-Accessoires findet ihr minimalistische, aber dennoch verspielte Designs!

 

Kentholz

Bei diesem Berliner Unternehmen steht auch wieder Upcycling auf dem Programm! Kentholz-Gründer Stacey Kent verwendet nur gebrauchtes Holz aus Deutschland und Österreich, das aus Beständen vor dem Verfall gerettet wurde. Bevor es in mühevoller Handarbeit wieder aufgearbeitet wird, stand das Holz als Berghütte in Österreich oder lag als Boden in deutschen Werkstätten. Auch hier könnt ihr wieder aufgrund des Upcycling-Prozess Unikate erwarten, mit kleinen Details, Markierungen, individuellen Texturen, Farben und Formen. “Unsere Arbeitsweise hilft, die alten Waldbestände in Europa zu schützen, die durch die intensive Bewirtschaftung der Holzindustrie ernsthaft bedroht sind”, sagt Stacey Kent.

Im Angebot findet ihr hauptsächlich wunderschöne Tische, auch mit Marmor-Optik, sowie Bänke und Stühle.

 

stocubo

Hier steht das modulare Konzept im Vordergrund. Bei stocubo bestehen alle Elemente aus PEFC zertifiziertem Holz, das aus europäischen Wäldern stammt. Zur Produktion nach Berlin wird das Material als fertige Platte angeliefert und in der Werkstatt von den stocubo-Tischlern zu den handgefertigten Cubes weiterverarbeitet. Diese Würfel können dank eines Klammer-Mechanismus beliebig oft auf-, ab- und umgebaut werden, ohne dass das Holz darunter leidet, wie es beispielsweise beim Einsatz von Schrauben der Fall wäre. Produziert wird lokal und fair in Berlin. 

Hier könnt ihr eurer Fantasie freuen Lauf lassen und ich konnte die Regale bereits bei einigen nachhaltigen Bloggern auf Instagram entdecken!

 

UpCycle Berlin

UpCycle Berlin verwendet auch Berliner Bauholz. Dieses kauft UpCycle Berlin direkt von den Bauunternehmen ab, die dieses eigentlich kostenpflichtig auf der Müllverbrennung entsorgen müssten. Auch hier findet ihr dementsprechend wieder Unikate. Zur Gewinnung von Bauholz werden laut UpCycle Berlin Tannenhölzer verwendet. Bei den Materialien handelt sich also um Weichholz, wie man es von alten Bauernmöbeln her kennt, sowie um unbehandeltes Naturholz. Denn laut Gesetzgeber dürfen Baubohlen in Deutschland grundsätzlich nicht mit Chemikalien behandelt sein, so dass keine Schadstoffe beim Einsatz auf der Baustelle durch Regen in das Grundwasser gelangen können.

Bei UpCycle Berlin findet ihr Holzbetten, Regale, Tische und diverse Kleinmöbel.

 

Noodles Authentic Furniture
 

Bei Noodles Authentic Furniture steht die Langlebigkeit an erster Stelle. Die Möbel sind laut Unternehmen wirklich nahezu unkaputtbar und können wahrscheinlich problemlos viele Jahrzehnte (vielleicht sogar Jahrhunderte?) halten. Außerdem verwendet Noodles ausschließlich FSC zertifiziertes Holz sowie Stahl, welches zu fast 100 Prozent recyclingfähig ist. Hier seht ihr ein Bett abgebildet, aber gerade sind anscheinend auch die Noodles Küchen sehr gefragt, langlebig, modular, aus nachhaltigem Holz und mit biologischem Öl veredelt. Klickt euch einfach hier mal rein!

 

Kiezbett

Ökologisch, nachhaltig, regional, sozial und fair – Kiezbett aus Berlin verspricht ein rundum gutes Produkt! Das Kiezbett Massivholzbett wird aus dem Holz lokaler Wälder am Stadtrand Berlins gebaut. Die Bäume werden zum Großteil von Auszubildenden geholzt, von Pferden aus dem Wald gezogen und von einem lokalen Sägewerk verarbeitet. Das Kiezbett wird in einer Förderwerkstatt von Hand gefertigt und verpackt in einer wiederverwendbaren Verpackung per Lastenfahrrad zum Kunden geliefert.

Kiezbett zeigt dadurch, dass auch beim Thema Interior Zero Waste eine große Rolle spielen kann: Steve Döschner, Gründer von Kiezbett, hat sich mit einem finnischen Anbieter für Mehrweg-Versandverpackungen zusammengetan. Gemeinsam mit RePack hat er speziell auf auf das Kiezbett zugeschnittene, wiederverwendbare Taschen entwickelt, in denen er das nachhaltige, soziale und faire Massivholzbett an seine Kunden verschickt.

Ein super Konzept mit einem klassischen, minimalistischen und dementsprechend zeitlosem Design!

 

Noch ein paar Worte zum Thema Preise: Ich weiß, das oftmals der Preis höher ist, als man es vielleicht sonst von den Billig-Wohnhäusern gewöhnt ist. Bei den vorgestellten Unternehmen kauft man aber Möbel fürs Leben ein, die über Jahrzehnte halten. Trotzdem kann ich sagen, dass viele vorgestellte Labels sehr faire Preise anbieten! Als wir uns nach einer Kommode umgeschaut haben, war ein vergleichbares Produkt von einem großen, bekannten schwedischen Möbelunternehmen nicht wirklich viel billiger. Bezogen auf Qualität und Größe des Möbelstücks sogar teurer. Trotzdem verstehe ich, wenn das eigene Budget einfach nicht mehr hergibt. Dann empfehle ich wirklich Second-Hand-Möbel vom Sperrmüll (da haben wir ein paar Sachen her, haha), aus Vintage-Läden, über Kleinanzeigen, Flohmärkte & Co., oder eben kleine DIYs.

 

Und es gibt natürlich noch weitere Brands neben den hier vorgestellten. Hinterlasst gerne eure Tipps in den Kommentaren!

Photo: Noodles Authentic Furniture

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5 Kommentare
  1. Super Post, ich seh das genauso wie du. Gerade bei Möbeln sollte man sich Neuanschaffungen gut überlegen. Als ich vor einem halben Jahr mit meinem Freund zusammengezogen bin, mussten wir uns auch mit diesem Thema auseinandersetzen. Die meisten Möbel, die wir haben, sind aus zweiter Hand. Ich habe einige Stücke geerbt und hänge daher sowieso daran. Mein Freund hatte auch einiges bereits von Bekannten und Verwandten bekommen oder über Verkaufsplattformen von Privatpersonen gekauft, wie beispielsweise einen alten Metallspind, welchen ich dann aber aufgehübscht und farbenfroh bemalt habe. Gerade bei Flohmarktfunden lohnt es sich manchmal ein DIY Projekt daraus zu machen. Das muss ja nichts Grossartiges sein. Bei Möbeln aus Holz lohnt es sich einfach häufig dieses zu ölen oder neu zu lackieren oder zu bemalen. Kann ich auch unerfahren DIY-lern empfehlen, man kann wirklich nicht so viel falsch machen.
    Ich selbst mag es sowieso gerne farbenfroh und mag es, wenn man die Einrichtung etwas zusammenwürfelt. Wichtig finde ich einfach, sich grob ein (Farb-)Konzept für die einzelnen Räume zu überlegen, damit es am Ende gemütlich wird. Gerade für Personen, die es aber lieber modern und schlicht haben, kann es aber etwas anspruchsvoller werden. Dann lohnen sich aber ebenfalls DIY-Projekte oder auch die Investition in ein hochwertiges Möbelstück, wie die, die du in deinem Post vorgestellt hast.
    Persönlich habe ich vor allem die Anschaffung eines Sofas als richtig schwierig erlebt. Es gibt zwar hochwertige, nachhaltige und wunderschöne Sofas, die sind aber sehr teuer. Am Ende mussten wir dann doch einen Kompromiss eingehen. Unseres ist sicher nicht das nachhaltigste, wir haben dann aber zumindest darauf geachtet, dass es robust, bequem und aus einem angenehmen Material ist.

    Zu den Empfehlungen fällt mir noch was ein: Häufig gibt es echt schöne Einrichtungsgegenstände und Möbel von sozialen Institutionen und Werkstätten von Menschen mit Behinderungen oder Personen mit psychischen Beeinträchtigungen. Meiner Meinung nach lohnt es sich, auch in solchen Geschäften oder an Märkten genauer hinzuschauen, da man dort wirklich schöne und nachhaltige Unikate finden kann.

    1. danke für deinen Input! Stimmt, in solchen Läden oder Institutionen kann man sich auch mal umschauen! Und ja, das Thema Sofas war nicht so easy, wir haben zum Glück ein relativ nachhaltiges von Sitzfeldt gefunden – das habe ich auch mal vorgestellt.
      Schön, dass ihr alles so nachhaltig und mit so vielen DIYs eingerichtet habt! Da freut man sich irgendwie noch mehr über die eigenen vier Wände 🙂

  2. Ich glaube beim Thema Preis darf man auch nicht vergessen, dass man viele dieser nachhaltigen Möbel oft gut wieder verkauft bekommt, was bei Massenware, die irgendwann auseinanderfällt, vielleicht weniger der Fall ist. Bedeutet natürlich auch mehr Mühe, aber manchmal verliert man dabei gar nicht so viel Geld.

    Ich glaube nur manchmal ist es wie mit Schuhen, man will nicht so viel geld ausgeben und kauft dann die günstigere Variante, die dann aber auch nur 1 Jahr anstatt 5 Jahre hält.

  3. Super Post, I see it as you do. Especially with furnitures. the products that we used on daily purposes are made up of quality wood but there are some wooden products that can be used on daily basis like for if you want to hang the cloths and garments etc you prefreally use Almirah to keep your cloths but it more space in your room but we have Stummer Diener, Kleiderleiter, schuhregal and more for keeping your cloths that are messing around every where in your room. In order to keep your tidy and clean use stummer Diener to manage your cloths and other accessories etc.