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Ich hatte vor Kurzem einen sehr seltsamen Traum. Ich konnte fliegen, einfach so, ohne Flügel. Aber jedes Mal, wenn ich empor steigen wollte, weit nach oben, kamen mit Stromkabel in den Weg. Ich habe mich eingeengt und eingesperrt gefühlt. Das könnte man jetzt tiefenpsychologisch detailliert analysieren. Oder ich kann euch gleich die Auflösung verraten: In letzter Zeit wurde mir die Stadt immer wieder einfach zu viel. Das liegt nicht am Asphalt, an der Stadt an sich, oder an den Leuten. Jesse und ich wohnen einfach im Hinterhaus, wo es relativ dunkel ist, ohne Balkon. Und gerade jetzt in einem der besten Sommer, die ich je erlebt habe, vergnügen sich alle am See oder im Garten und ich fühle mich manchmal einfach “gefangen” im Concrete Jungle. Mit Garten, oder einem großen Balkon wäre das vielleicht anders, aber in den letzten Wochen wollte ich einfach nur RAUS. Raus aufs Land, in die Natur in den Wald, weit weg von Leuten.

Deshalb habe ich mir zum Geburtstag einen Ausflug aufs Land gewünscht. Ein Auto haben wir nicht und wollten wir auch nicht leihen, wandern wollten wir auch nicht wirklich. Deshalb entschieden wir uns für eine Fahrradtour, auch weil wir vor 4 Tagen beide neue Fahrräder gekauft hatten! Ich kenne mich aber in Brandenburg kaum aus, was Fahrradtouren etc. angeht. Ich wusste einfach, dass ich ins Grüne will, mit wenig Menschen um mich herum (selbst am Wochenende) und mit einem Badesee als Endziel.

Wie ich unsere Tour nun zusammengestellt habe?

Ganz ehrlich, ich habe zunächst einfach auf Google Maps einfach mal geschaut, wo die S-Bahn am weitesten hin fährt – und das war Oranienburg. Dort habe ich mir ein paar Seen angeschaut und dann per Internet-Recherche und verschiedenen Fahrrad-Apps eine Route zusammengestellt. Jesse und ich haben noch nie eine Fahrradtour gemacht. Deshalb musste sie super Anfänger-freundlich sein, nicht zu lang, nicht zu kurz und hauptsächlich auf asphaltierten und ruhigen Fahrradwegen lang führen.

Wie sah unsere Tour aus?

Mit der Bahn sind wir zum S-Bahnhof Oranienburg gefahren. Vergesst nicht, auch Fahrrad-Tickets zu lösen! Von da aus sind wir die Bernauerstraße Richtung Osten gefahren. An der Oranienburgschleuse sind wir links abgebogen und haben den Fahrradweg am Oder-Havel-Kanal genommen. Hier haben wir einfach die Ruhe am Wasser genossen und haben kurz an der Klinkerhafenbrücke Halt gemacht. Dort haben wir uns erst einmal ein bisschen Zeit genommen, Fotos an den alten Bahnschienen zu schießen (nicht in Betrieb, keine Sorge!), sowie im angrenzenden Wald:

Danach ging es einfach für ein paar Minuten gerade aus weiter, bis wir die Grabowseebrücke Richtung Grabowsee passiert haben. Am Grabowsee haben wir unsere erste richtige Rast gemacht, da es Mittagszeit war. Wir haben direkt am Nordufer eine schöne Stelle gefunden, die auch perfekt zum Baden ist. Von da haben wir dann den Malzer Weg bis Schmachtenhagen genommen. Auf dieser Strecke gab es ein paar unasphaltierte Fahrradwege, sowie ein bisschen Kopfsteinpflaster, aber nichts dramatisches! Von da Schmachtenhagen aus kann man locker noch weiter fahren, z.B. bis nach Wandlitz und wieder zurück nach Oranienburg. Wir wollten es aber bei unserer ersten Tour locker angehen lassen, noch viel Zeit am See verbringen und nicht zu spät zu Hause ankommen. Außerdem braucht man als Blogger immer länger bei solchen Ausflügen, da wir oft angehalten haben, um Fotos zu machen 😛 Wir haben also in Schmachtenhagen die Schmachtenhagener Dorfstraße Richtung Süden genommen und sind dann rechts auf die Oranienburger Chaussee abgebogen. der Fahrradweg rechts hört irgendwann dann schnell auf, so dass man die Straßenseite wechseln muss. Auf der anderen Seite ist dann aber ein breiter, von der Straße abgetrennter Fahrradweg, der am Waldrand entlang führt. Trotz Bundesstraße rechts von uns war es trotzdem ein idyllischer Weg!

Der einzige etwas holprige Weg mit Kopfsteinpflaster:

Hier seht ihr, wie der Fahrradweg an der Oranienburger Chaussee aussieht. Er führt zwar neben einer viel befahrenen Straße entlang, aber er ist sehr gut abgegrenzt und mit dem Wald links von uns war es trotzdem ein schöner Teilabschnitt:

An der Magnus-Hirschfeldstraße sind wir dann links abgebogen, um zum Lehnitzsee zu kommen. Wir sind direkt zur Badestelle Weißer Strand Lehnitz geradelt, um dort dann eine lange Weile am See zu chillen. Eigentlich hatten wir vor, den Lehnitz-See noch richtig zu erkunden, da es einen kleinen Trampelpfad um den See herum gibt, den man auch mit dem Rad befahren kann. Wir haben aber so richtig schön gechillt, gepicknickt und das relativ warme Seewasser genossen. Da wir wussten, dass es abends wahrscheinlich noch regnen wird und wir nicht so spät nach Hause kommen wollten, sind wir nach unserem Badevergnügen direkt zur S-Bahn-Haltestelle Lehnitz gefahren. Von da ging es dann zurück in die City!

 

Nochmal zusammenfassend: 

  • Start S-Bhf Oranienburg
  • Bernauerstraße Richtung Oranienburgschleuse
  • Fahrradweg links vom Oder-Havel-Kanal Richtung Klinkerhafenbrücke
  • Rechts über die Grabowseebrücke
  • Rast am Nordufer vom Grabowsee
  • Dann weiter über den Malzer Weg bis nach Schmachtenhagen
  • Schmachtenhagener Dorfstraße Richtung Süden und dann rechts auf die Oranienburger Chaussee
  • Links in die Magnus-Hirschfeldstraße 
  • Badestelle Weißer Strand Lehnitz
  • Radeln bis zum S-Bhf Lehnitz und dann mit der S-Bahn zurück nach Berlin!

 

Ihr seht, es war kein mega langer Trip. Aufgrund der vielen Stops und Badespaß am Lehnitzsee waren wir trotzdem insgesamt 8 Stunden unterwegs, inklusive Bahnfahrt von Kreuzberg nach Oranienburg und zurück. Es war ein wunderschöner, lockerer und gechillter Ausflug, bei dem wir trotzdem viel gesehen haben. Ich habe versucht, alles so gut wie möglich für euch aufzuschreiben, aber alles ohne Gewähr 🙂 Die Tour müsst ihr natürlich nicht genauso machen. Unsere Tour war relativ kurz, aber perfekt für Anfänger. Falls ihr Fragen habt, lasst es mich wissen.

PS, Wichtig, bitte lesen: Ich möchte übrigens öfter solche Micro-Adventure Blogposts veröffentlichen. Ich hoffe, das ist auch in eurem Sinne. Ich habe zwar einige exotische Travel Guides auf dem Blog (z.B. aus Kambodscha, Japan, Costa Rica, Kapstadt, Bali oder Thailand), aber ständig so weit zu verreisen ist nicht wirklich nachhaltig. Das weiß ich. Deshalb möchte ich das Thema Slow Travel und nachhaltiges Reisen verstärkt auf meinem Blog repräsentieren. Ich bin aber auch mal gespannt auf das Feedback, da natürlich exotische Travel-Fotos vom Strand oder Dschungel immer sehr viel Anklang finden. Lasst mich deshalb wissen, wie euch unsere Fotos aus Brandenburg gefallen! 🙂

Hier sind noch ein paar weitere Fotos von unserem Ausflug:

   

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