Einer von Jesses besten Freunden eröffnete vor circa 2 Jahren ein Top Restaurant in Manhattan, NY – klar stand das Hanoi House dann auf unserer USA-Reise ganz oben auf unserer To-Do-Liste! Aber um zu verstehen, was den Ort und auch unsere Erfahrung dort so besonders macht, braucht es eine kurze Hintergrundgeschichte.

Disclaimer: Bitte klickt nicht sofort in das Hanoi Hoise Menu rein, bevor ihr diesen Text lest. Denn auf den ersten Blick scheint das Lokal nicht sehr vegan-freundlich zu sein. Das ist aber weit gefehlt! Warum, erfahrt ihr gleich. Außerdem ist der Beitrag nicht gesponsert, das Restaurant gehört einfach wirklich besten Freunden von uns und klar mache ich da (unbezahlte) Werbung dafür!

Ben und Sara, die Gründer von Hanoi House, waren tatsächlich das Pärchen, das Jesse und mich zu einer Weltreise inspiriert hat! Vor jetzt fast sechs Jahren waren sie fast am Ende ihrer Reise, als sie in Berlin Halt gemacht haben, um die Stadt zu erkunden und uns zu besuchen. Jesse ist mit Ben aufgewachsen, da sie beide in der gleichen Nachbarschaft großgeworden und beide Mütter sehr gut befreundet sind!

Ben und Sara haben also bei uns in Berlin übernachtet und irgendwie haben wir es geschafft, sie zu überreden, ihre Flüge zu ändern und statt 3 Nächte fast eine ganze Woche bei uns zu übernachten. Wir hatten einfach so viel Spaß gemeinsam. Jesse und ich waren selbst relativ neu in der Stadt und so haben wir alle vier gemeinsam die Hauptstadt erkundet. Die Beiden haben uns zwischendurch so viel von ihrer Backpacker-Reise erzählt: Von ihren Abenteuern, den unterschiedlichen Ländern und Sitten, dem tollen Essen in Südostasien, von den Leuten, die sie kennen gelernt haben – es waren einfach unzählige Geschichten! Unter anderem hat mich auch fasziniert, wie unglaublich minimalistisch die beiden 7 Monate nur mit relativ kleinen Rucksäcken unterwegs waren. Kurz danach stand für Jesse und mich fest: Wir wollen auch so etwas machen! Und so startete unsere 3-Jährige Spar-Phase für unsere eigene Weltreise!

Zurück zum Restaurant: Während der 7 Tage in Berlin erzählten uns Ben und Sara auch, dass ihr großer Traum sich gerade auch durch die Reise immer weiter geschärft hat: Ein eigenes Restaurant in New York aufmachen. Die beiden arbeiteten bereits sehr lange im Gastronomie-Geschäft in den USA und es war einfach so schön, ihnen “beim Träumen zuzuschauen”!

Vor fast zwei Jahren war es dann soweit: Die Eröffnung von Ben & Saras Restaurant Hanoi House NYC! Wir wussten, dass wir bei unserem nächsten Familienbesuch in den USA unbedingt vorbei schauen mussten und diese Woche hatten wir dann endlich das Glück!

Ja das Menu und der Fokus liegen schon eher auf Fleisch- und Fisch-Gerichten und Jesse und ich waren sehr skeptisch, was die vegane Auswahl betrifft (Jesse isst mittlerweile auch nur noch vegetarisch). Auf der Karte stehen nur wenige spezifisch vegetarische Gerichte und vegan ist überhaupt nicht deklariert. Die Küche wusste aber vorher, dass wir vegan essen und das war überhaupt kein Problem. Ich habe Ben dann auch extra noch einmal gefragt und er meinte, vegan muss man vorher nicht einmal anmelden. Es gibt viele “Hidden Dishes”, die vegan sind oder veganisiert werden können. Wie köstlich und vorzüglich das Alles war, kann ich euch kaum erklären, aber ich versuche es:

Die Vorspeisen:

Spicy Papaya-Salat mit Erdnüssen, süßer Sojasoße und gebratenen Schalotten:Ich musste erst nach New York kommen, um mich zu verlieben! Ich bin eigentlich kein großer Fan von Papaya-Salat. Selbst in Thailand konnte ich nicht überzeugt werden. Doch im Hanoi House hätte ich mich hinein legen können! Die Kombi aus knackigem Salat, süßer Soße, Erdnüssen und gerösteten Schalotten war einfach himmlisch und wir mussten uns beherrschen, den Teller nicht abzulecken, haha! Den Salat haben Jesse und ich uns geteilt!

Sommerrollen mit gebratenem Tofu, crispy Wonton und Erdnuss Hoisin Soße: Auch eigentlich dieselbe Leier – ich bin, haltet euch fest – kein Sommerrollen-Fan! Mir schmecken sie eigentlich immer zu lasch, zu “gesund”, zu roh, zu langweilig. Egal ob es eine gute Soße dazu gibt, oder nicht. Diese hier hatten durch die knusprigen Wantans und den leckeren Tofu in der Mitte aber eine super interessante Konsistenz! Dazu noch Minze, Thai-Basilikum, Gurke und Erdnuss Hoisin Soße und ich kann nie wieder “normale” Sommerrollen essen!!! Ich habe auch zu Ben gesagt, dass er mir jetzt erst recht den Geschmack auf Sommerrollen verdorben hat, da ich nur noch seine aus dem Hanoi House essen möchte! Haha 🙂

 

Beilagen und Suppe:

Würziger Knoblauch-Blumenkohl: Ich glaube, die meisten Veganer wissen, wie unglaublich vielseitig Blumenkohl sein kann und Hanoi House stellt diese auch zu Beweis: Der Blumenkohl ist in der veganen Version mit Minze, Knoblauch, Chili und einer Art veganen Fischsoße aus fermentierten Sojabohnen gewürzt. Glaubt mir, vegane Fischsoße ist SO lecker! Meiner Meinung nach viel besser, als die “Echte” 😛 Der Teller war sehr schnell leer! Jesse und ich haben ihn uns wieder geteilt.

Hier kommen wir zu einem Gericht, dass derzeit noch gar nicht auf der Karte steht: Japanische Auberginen mit gebratenen Schalotten. Dieses Gericht wird vom Chefkoch gerade getestet und Jesse und ich durften die vegane Variante testen. Wer auf einen leicht rauchigen Geschmack steht, ist mit diesem Gericht definitiv perfekt bedient. Ich finde, die japanischen Auberginen haben einen kräftigeren und süßeren Geschmack, als die Standard-Aubergine, was perfekt zum leichten Rauch-Aroma des gesamten Gerichts passt! Die Schalotten waren mal wieder himmlisch und ich konnte nicht genug von ihnen bekommen!

Tomaten- und Tofu-Suppe: Jesse und ich waren nach den Vorspeisen und Beilagen ehrlich gesagt bereits ziemlich voll, aber als wir die Suppe sahen (und rochen) hatten wir wieder ganz viel Platz im Magen!!! Wie der Name schon sagt, ist die Brühe eine kräftige Tomaten-Brühe mit frittiertem Tofu, frischen Tomaten, Thai Basilikum und unserem absoluten Highlight: Yuba-Pistazien-Dumpling!!! Yuba klingt jetzt im ersten Moment nicht so lecker, aber es war wirklich göttlich: Yuba ist Tofuhaut von gekochter Sojamilch und ist eigentlich eine proteinreiche Spezialität aus der japanischen Küche. Wie gesagt, Tofuhaut klingt nicht so geil, aber ich habe mir extra ein Stück davon bis ganz zum Schluss, bis zum letzten Löffel aufgehoben, so lecker war es! Jesse und ich hatten jeweils eine Suppe.

Ben war aber noch nicht fertig mit Überraschungen und Highlights: Zur Suppe gab es dann noch frittierte Teig-Stäbchen (?? Ich weiß nicht, wie ich es besser beschreiben kann), die man knusprig, heiß und fettig (im guten Sinne!!!) in die Suppe dippen konnte – SO GUT!

“Nachtisch” / Kaffee

Natürlich gibt es im Hanoi House auch vietnamesischen Kaffee. Für Jesse mit Kondensmilch und für mich mit Kokoscreme. Ehrlich gesagt, hat mir meine vegane Variante sogar besser geschmeckt, aber das ist glaube ich reine Geschmackssache!

Zu trinken hatten wir übrigens noch einen Pina Colada Slushie und ein besonderes Craft Bier: Lokal gebrautes IPA vom Garvies Point Brewery, das durch die Butterfly Pea Flower leicht lila gefärbt war!

Alles in allem waren wir SEHR begeistert vom Restaurant und noch mehr vom Essen! Jesse und ich saßen wie stolze Eltern auf unsere Stühlen und waren einfach so begeistert davon, was Sara und Ben aufgebaut haben! Vielleicht sind wir etwas voreingenommen, aber ich will dort wirklich unbedingt morgen wieder essen und ich hätte gerne noch so ein Lokal in Berlin, wo wir ja bereits viele vietnamesische Restaurants haben, das sagt schon vieles! Das Essen war einfach unbeschreiblich lecker und die Atmosphäre für mich sehr “New York”. Das Restaurant ist relativ klein, immer sehr gut besucht, sehr schnelllebig und dementsprechend lebendig! Es ist kein Lokal für einen stillen, ruhigen Dinner-Moment, sondern eher der richtige Ort, um wirklich Manhattan zu erleben!

PS: Hier findet ihr die Karte samt Preise. Pro Person würde unser Menu circa 33 Euro ohne Getränke kosten. Wie gesagt, vegan ist nicht deklariert, aber ihr könnt vor Ort einfach sagen, dass ihr vegan esst und fragen, was die Küche euch empfehlen würde! Das Restaurant ist wie gesagt immer sehr gut besucht, deshalb empfehle ich entweder direkt gegen 17:30-18:30 Uhr zu kommen oder zu reservieren. Und falls ihr wirklich auf meine Empfehlung hin dort hin geht, dann grüßt doch bitte Ben und Sara von mir 🙂 Ich würde mich sehr freuen!

Lasst mich wissen, falls ihr Fragen habt! Und auch wenn ihr nicht vorhabt, nach New York zu reisen, hoffe ich, dass euch unsere kleine Story gefallen hat. Wir waren nach unserem Dinner einfach überglücklich und könne es kaum erwarten, wieder dort zu speisen!

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