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Lauren Singer, eine New Yorker Umweltaktivistin, machte in den letzten Wochen mit ihrem Blog “Trash is for Tossers” Schlagzeilen, da sie in ihrem ganz normalen Alltag in der Großstadt, ohne Garten in einer ganz normalen Wohnung, seit zwei Jahren keinen Müll produziert! Ich habe mich sofort auf alle möglichen Artikel von ihr gestürzt und ihren Blog von vorne bis hinten durchgelesen, da ich so fasziniert von ihrem Projekt war, auch weil sie wunderbar einen coolen sexy Lifestyle mit umweltbewusstem Verhalten verbindet.

Schon lange hat sie sich für die Umwelt eingesetzt, doch im Studium hat sie festgestellt, dass sie täglich, obwohl sie sich immer für sehr umweltbewusst gehalten hat, Unmengen an Plastikmüll produziert hat, beim Essen einkaufen, kochen, putzen, ausgehen, snacken, Klamotten kaufen etc…Die Umstellung zu einem plastikfreien Lifestyle war laut Lauren zunächst nicht einfach, sondern ein Prozess, der ein Jahr dauerte, doch jetzt teilt sie ihre Erfahrungen und Tipps auf ihrem Blog “Trash is for Tossers“.

Was ich krass finde: Sobald ich meinem Umfeld von ihr und ihrem Projekt erzählt habe, waren die Reaktionen nicht wie erwartet positiv, sondern sehr kritisch. “Das ist doch übertrieben” / “Das kann man gar nicht umsetzen” / “das kostet zuviel Geld, das kostet zuviel Zeit” / “Ein einzelner Mensch verändert mit seinem Verhalten nichts” / “Öko-Tussi” – ich hätte mir mehr Zustimmung gerechnet!!

In ihrem Blog schreibt sie, wie viel billiger diese Lebensweise für sie ist, und wie viel Zeit sie ihr sogar gibt und wie weniger “Zeugs” euch sie selbst entlastet. Ich habe mir selbst meinen Alltag mal angeschaut und auch Unmengen an unnötigem Müll entdeckt. Ein, zwei Wochen habe ich dann mal ausprobiert, weniger Müll zu produzieren, aber ich hätte nicht gedacht, wie verdammt schwer der Anfang ist und bin kläglich gescheitert.

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Deshalb wollte ich ein bisschen mehr über Lauren und ihre Tipps erfahren und habe ihr für euch heylilahey-Leser ein paar Fragen gestellt, die gerade euch sehr interessieren könnten:

1. How you would recommend to me and my readers, to start a lifestyle like yours. What are the first steps? Where can we start to change our waste production now, today, this week?
(Welche Tipps hast du für mich und meine Leser einen Lifestyle wie du umzusetzen? Was wären die ersten Schritte? Wo können wir unseren Müllberg jetzt, heute, diese Woche verringern?)

The first step I would recommend would be to have people identify their sources of waste by looking inside of their garbage bins and determine what they have in there. For me it was food packaging and food waste. To solve those problems I began buying in bulk (package free) and composting.

Some really simple transitions would be to:

  1. Carry a reusable bag instead of getting plastic or paper bags from the market
  2. Use a reusable water bottle instead of plastic ones
  3. Transition from a plastic toothbrush to a compostable bamboo one

Der erste Schritt besteht darin, sich einmal genau anzusehen, wo der eigene Müll eigentlich herkommt, indem man in seine Mülltonne schaut und feststellt, was eigentlich drin ist. Für mich waren das Lebensmittelverpackungen und Essensreste. Um diese Probleme zu beseitigen, habe ich angefangen Lebensmittel in Bulk (unverpackt) zu kaufen und zu kompostieren.

Ein paar sehr einfache Möglichkeiten:

  1. Nimm immer eine wiederverwendbare Tasche mit, anstatt immer eine Plastik- oder Papiertüten zu kaufen
  2. Verwende eine wiederverwendbare Flasche anstatt Plastikflaschen
  3. Wechsel von einer Zahnbürste aus Plastik zu einer aus Bambus, die kompostierbar ist 

2. What is your daily beauty routine (cleaning face, putting makeup on, removing makeup, skincare, etc.)?
(Wie sieht deine tägliche Beauty-Routine aus (Gesichtsreinigung, Makeup auftragen, Makeup abnehmen, Gesichtspflege, etc.)?)

My daily beauty routine is:

  1. Brush my teeth with my homemade toothpaste and my bamboo toothbrush
  2. Rinse my face with warm water in the morning and at night I wash it with a package free facial bar
  3. Moisturize my face using bulk calendula oil or jojoba oil
  4. Moisturize my body using a homemade moisturizer of shea butter, cocoa butter, and coconut oil
  5. Apply my homemade deodorant
  6. In the morning I will apply makeup. I use an organic makeup called RMS that comes in 100% recyclable packaging or I will use a homemade bronzer or facial powder

Meine tägliche Beauty-Routine:

  1. Meine Zähne mit meiner selbst gemachten Zahnpasta und einer Zahnbürste aus Bambus putzen
  2. Morgens mein Gesicht mit warmem Wasser und abends mit einer unverpackten Gesichtsseife waschen
  3. Mein Gesicht mit Calendula- oder Jojoba-Öl eincremen (Als Bulkware gekauft)
  4. Für meinen Körper verwende ich eine selbstgemacht Creme aus Shea-Butter, Kakaobutter und Kokosnussöl
  5. Ich trage mein selbst gemachtes Deodorant auf
  6. Morgens trage ich Makeup auf. Ich verwende Naturkosmetik von RMS, in 100% recycelbarer Verpackung, oder ich verwende einen selbst hergestellten Bronzer oder ein Gesichtspuder.

(PS: Auch ich kann RMS Produkte nur empfehlen!!! Siehe Blogpost!)

3. Can you tell us more about The Simply Co.?
(Kannst du uns mehr über The Simply Co. erzählen?)

The Simply Co. is a company that I started to sell the products that I make myself for people who want truly sustainable cleaning products but don’t have the time to make them themselves. Our products are organic, handmade, free of toxic chemicals, and unnecessary packaging. Our first product is an organic, vegan laundry powder containing just 3 ingredients: baking soda, washing soda, and castile soap. We look forward to expanding to a whole line of natural cleaning products in 2015!

Ich habe das Unternehmen The Simply Co. gegründet, um Produkte zu verkaufen, die ich für mich oder andere Menschen herstelle, die sich echte nachhaltige Reinigungsprodukte wünschen, aber keine Zeit haben, sie selbst herzustellen. Unsere Produkte sind biologisch, handgemacht, frei von giftigen Chemikalien und ohne unnötige Verpackung. Unser erstes Produkt ist ein biologisches, veganes Waschmittel mit nur drei Inhaltsstoffen: Backpulver, Kristallsoda und pflanzliche Seife. Wir freuen uns darauf, unsere Produktreihe natürlicher Reinigungsprodukte in 2015 ausweiten zu können!
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Stylish ist sie übrigens auch und kauft nur noch Second Hand:
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Was ziehe ich nun für mich aus der ganzen Sache? Ihr wisst ja, dass ich schon öfter über nachhaltiges Shoppen berichtet habe und mich auch mehr und mehr für nachhaltige Themen interessiere. Wie ich schon oben beschrieben habe, ist der Übergang ganz schön hart, aber ich möchte wenigstens versuchen, in einigen Teilen meines Alltags, Plastikmüll extrem zu reduzieren. Ich weiß jetzt schon, dass es (erst einmal) in vielen Bereichen nicht klappen wird, aber meine ersten Schritte werden sein:

  • keine Plastiktüten mehr (stattdessen versuchen immer Jutebeutel dabei zu haben)
  • Mich im Supermarkt für Produkte im Glas entscheiden (bei Senf, Ketchup, etc.)
  • Generell wenn ich Neues kaufen muss, z.B. einen Pfannenwender, mich für Produkte aus Holz, etc. zu entscheiden, anstatt einen Kochlöffel aus Plastik zu kaufen
  • Im Beauty-Bereich möchte ich auch einfach weniger kaufen und versuchen, einige Produkte selbst herzustellen (wie diese Woche schon geschehen), außerdem möchte ich den Plastikberg im Bad reduzieren
  • Und einfach weniger einkaufen, denn ehrlich gesagt, landen bei uns in der Küche doch ganz schön oft Essensreste im Müll (peinlich, aber leider wahr…) und Second Hand Kleidung ist für mich die nachhaltigste Variante Mode einzukaufen

Ich werde euch auf dem Laufenden halten 🙂 Wenn ihr in euren Müll schaut, was sind da die größten Dreckschleudern? Ist es auch meistens Verpackung? Was haltet ihr von Laurens Lebensweise? Könntet ihr plastikfrei leben? Ich würde mich interessieren, was ihr von ihrem Lifestyle haltet!

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11 Kommentare
  1. Das ist echt ein super spannendes Thema, ich freu mich sehr, dass du uns ihren Blog vorgestellt hast! Da hab ich auf jeden Fall Lesestoff für heute Abend 🙂
    Mit dem Plastikbeuteln beim Einkaufen das schaff ich schon ganz gut, in manchen Supermärkten gibt es für das Obst auch Papiertüten, die sind sehr praktisch. Aber ich bin sicher, dass ich mir über die wahren Müllquellen im Alltag gar nicht so bewusst bin, da werde ich auf jeden Fall mal ein Auge darauf haben. Das mit den abwehrenden Haltungen finde ich auch überraschend, aber vielleicht ist es einfach so ein beeindruckendes und noch zu wenig beachtetes Thema, dass viele da noch nicht so weit denken.
    GLG Charlotte

    1. Danke Charlotte für deinen Kommentar, ich denke du hast Recht mit der abwehrenden Haltung. Es ist eben ein Lifestyle, den man sich im ersten Moment so gar nicht vorstellen kann, zumindest war es bei mir so. Super, dass du auf den Verzicht von Plastiktüten achtest! Ich finde das ist ein eigentlich einfacher, aber trotzdem großer Schritt.

  2. Den Post finde ich super, danke dafür! Ich finde, das ist ein superwichtiges Thema… Und es ist richtig inspirierend, Dinge über Menschen wie Lauren zu erfahren (und zu sehen, dass Style bzw. Mode und Nachhaltigkeit sich nicht ausschließen)!
    Ich werd mir ihren Blog gleich mal genauer ansehen…

    Liebe Grüße
    Rona von threepinkcats

  3. ehrlich gesagt habe ich das mittlerweile auch schon versucht… immer mal wieder und nicht sehr konsequent, aber es ist schon ziemlich pervers, wieviel plastikmüll man produziert. Alleine schon, wenn man einmal ein Möbelstück bei IKEA gekauft hat und mehr Verpackungsmüll, als eigentliches Produkt hat….

    Oder nach Weihnachten jetzt haben wir SO Viel verpackungsmüll gehabt, weil wir viele Dinge online bestellt haben und die entsprechend eingepackt sind.

    Das einzige, was wir konsequent durchziehen ist, dass wir Wasser nur aus Mehrzweck-Glasflaschen kaufen. Der Kasten ist zwar aus Plastik, aber der wird ja zurückgebracht und immer wieder mit neuen, befüllten Flaschen aufgefüllt.

    Was ich momentan aber auch interessant finde ist eine Wasserfilteranlage, die man sich einbauen lassen kann. Kostet zwar in der Anschaffung erstmal einiges, ist aber nachhaltig (wenn man z.b. irgendwann ein Haus hat und weiß, man zieht da nicht mehr weg) gesehen die günstigere und sogar bessere Alternative, weil die Wasserqualität super ist.

    – Beim Einkaufen versuch ich eigentlich auch immer von daheim eine Tüte mitzunehmen, aber manchmal vergisst man das einfach… aber dann nehme ich auf jeden fall immer eine Papiertüte im Supermarkt mit, anstatt einer Platiktüte.

    Was ich aber auch gut finde – dadurch, dass dieses Jahr ja diese Biotonne in Deutschland eingeführt worden ist. Dadurch ist ja quasi jeder Haushalt noch zusätzlich “gezwungen” weniger Plastiktüten zu verwenden, weil in die Biotonne ja keine Plastiktüten reindürfen. Ich glaube das macht z.B. sehr viel aus – ich merke das an unserem Haus (also alle Parteien). Früher ist die normale Restmülltonne komplett voll gewesen (Das sind jedes mal bestimmt 10-15 Plastiktüten).

    Jetzt ist in der Restmülltonne immer nur noch 2-3 Mülltüten und der Rest ist in der Biotonne ohne Plastikmüll. Und wenn man das mal hochrechnet auf alle Haushalte in Deutschland, dann ist das ja schonmal eine super Entwicklung 😀

    Warst du eigentlich schonmal in diesem Supermarkt in Berlin, wo es keine Verpackungen gibt? Also – wo man mit seinen eigenen Tupperwaren hingeht und sich die Lebensmittel abfüllen kann? Ich finde das Konzept schon ziemlich cool – würde mich freuen, wenn sowas auch nach FFM kommen würde.

    1. Wow, super, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Das freut mich sehr, dass du hier auch GEdanken gemacht hast.
      Ich hatte erst sogar Befürchtungen, dass mein Blogpost eher abschreckend wirkt. Wie gesagt, die Reaktionen aus meinem Umfeld waren nicht immer positiv.
      Außerdem ist mein Blog ja eher ein Lifestyle- und kein Öko-Blog und so soll er auch gar nicht wirken. (Öko ist irgendwie immer so negativ verpackt).
      Eher bewusster Konsum und gleichzeitig schöne Produkte sollen im Vordergrund stehen.
      Deshalb freut es mich umso mehr, wenn solche Posts gute Aufmerksamkeit bekommen 🙂

      Deine Ansätze finde ich super! Ich denke, man muss einfach für sich Schritt für Schritt versuchen, den eigenen Müll zu reduzieren. Auf lange Sicht machen auch kleine Veränderungen viel aus.

      Im Original Unverpackt war ich bis jetzt nur bei der Eröffnung, arbeite aber meistens bis Ladenschluss, deshalb schaffe ich es da kaum hin. Aber will unbedingt mal Samstags vorbei, wenn der Umzugsstress jetzt langsam abebbt 🙂 Dann berichte ich mal davon. Bei der Eröffnung war es einfach viiiiel zu voll um was zu kaufen oder Fotos zu machen.
      Bei Erfolg werden die Gründer auch weiter expandieren!

  4. Hallo Mia,

    vor etwa einem Jahr habe ich das Buch von Sandra Krautwaschl, einer Grazerin, die völlig auf Plastik verzichten will, gelesen. Ihr Experiment ist sehr interessant und berührt viele Lebensbereiche, zum Beispiel trägt sie echte (!) Seidenstrumpfhosen statt den Lycra-Polyirgendwas-Teilen. Tupperware, Plastikmöbel, Plastikgeschirr und so weiter hat sie konsequent aus ihrem Haushalt verbannt. Sie hat auch eine sehr interessante Website: http://www.keinheimfuerplastik.at/

    Viele Grüße

    Michael

  5. Super inspirierend!
    Ich kann mir schon vorstellen, dass die Reaktionen nicht nur positiv waren, es ist eben auch ein unbequemerer Lebensstil (erstmal) und man bekommt nicht gerne den Spiegel vorgehalten. Es geht aber ja auch nicht darum, sein Leben von heute auf morgen umzukrempeln, sondern einfach ein bisschen Inspiration zu sammeln, um das mitzunehmen, das einem etwas bedeutet. Jeder nach seinen Prioritäten.
    Ich finde, dass du das sehr schön vorlebst!

    Lg vera