Dienstag, der 12. Juni 2018
Auf Naturkosmetik Umsteigen – Tipps & Infos

auf naturkosmetik umsteigen

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Im privaten Umfeld, auf YouTube, aber auch hin und wieder hier auf dem Blog bekomme ich das Feedback, dass viele meiner Mitmenschen gerne mehr und mehr auf Naturkosmetik umsteigen wollen, aber nicht wissen wie. Das Altbekannte funktioniert und auch unter den natürlichen Produkten gibt es Tops und Flops, durch die man sich nicht komplett durchtesten möchte. Das verstehe ich! Doch es muss ja kein radikaler Schritt von heute auf morgen sein, sondern kann, wie bei mir, schrittweise erfolgen – in Baby Steps!

Hier ist meine Story:

Meine erste Naturkosmetik – Produkte von Lavera und Weleda und hin und wieder auch von Alverde waren schon seit Ewigkeiten Beauty-Begleiter von mir. Doch erst vor circa 4 oder 5 Jahren habe ich mir das erste Mal bewusst dekorative Kosmetik aus dem Naturkosmetik-Bereich gekauft. Nisi von Teetharejade hatte damals den Living Luminizer von RMS wärmstens empfohlen und ich wurde nicht enttäuscht. Zunächst ein großer Fan von allen RMS-Produkten konnte ich dank Amazingy und ein paar Blogger-Samples tiefer in die Naturkosmetik-Materie eintauchen.

Nein zu Silikonen & Co. – Außerdem sagte ich Silikonen den Kampf an und habe alles verbannt, was Silikone und / oder Paraffine enthält. Silikone legen sich wie ein Film auf die Haut, so dass kurzfristig ein glänzender Effekt entsteht, sowie ein angenehm weiches Hautgefühl. Doch auf lange Sicht verstopfen Silikone Poren und Schweißdrüsen, weshalb die Haut spröde wird und die natürliche Regeneration der Haut wird verhindert, die Haut kann nicht arbeiten (Quelle).

Es ging weiter – Doch Silikone und Paraffine waren nur der Anfang. Dank der App Codecheck, die Inhaltsstoffe scannen und checken kann (übrigens keine Werbung, bin ein Fan und finde es wichtig, sie mit euch zu teilen! Weitere gute Apps sind Tox Fox, Think Dirty und INCI), habe ich immer mehr Inhaltsstoffe aus meinem Badezimmer verbannt, wie Parabene oder Weichmacher, aber auch Mikroplastik und wenn es geht Palmöl, zumindest wenn es nicht zertifiziert ist. Klar ist die App kritisch zu sehen und nicht immer zu 100% korrekt, aber sie liefert eine super Orientierung und vermittelt sehr viel Wissen!

Ein bisschen Chemie schadet nie?

Wenn ihr denkt, ein bisschen Chemie schadet doch nicht, hier ein paar Gedankenanstöße: Die Haut ist unser größtes Organ und viele Stoffe in der konventionellen Kosmetik machen unsere Haut noch durchlässiger für Schadstoffe. Und da es so viele Optionen gibt, Gift- und Schadstoffe, sowie Parabene (die unter Verdacht stehen, unseren Hormonhaushalt zu beeinflussen) zu vermeiden, ist für mich die Wahl, so weit wie möglich auf Naturkosmetik zu setzen, einfach logisch. Außerdem vermeide ich so Produkte mit umweltschädlichem Mikroplastik, Tierversuchen, nicht zertifizierten Inhaltsstoffen und mehr!

Mittlerweile liegen bei mir fast nur noch Pflegeprodukte und Makeup aus dem Naturkosmetik-Bereich im Bad und auf dem Schminktisch. Ich habe für fast alle konventionellen Produkte perfekte, natürliche Alternativen gefunden, die oftmals nicht nur mir gut tun, sondern auch oft durch Bio-Zertifizierungen und weniger Verpackung für die Umwelt förderlich sind! Wie ihr das auch schafft, erfahrt ihr hier:

auf naturkosmetik umsteigen

VORURTEILE GEGENÜBER NATURKOSMETIK & MEINE TIPPS

Falls ihr auch auf Naturkosmetik umsteigen wollt, aber beim Wechsel Schwierigkeiten habt, aufgrund von Unsicherheiten oder Vorurteilen, dann helfen euch hoffentlich folgende Infos und meine persönlichen Tipps:

  1. Langsam angehen lassen – wo überhaupt anfangen?
    • Viele meinen, eine Umstellung muss radikal erfolgen.
    • Ich habe alte Produkte erst einmal nach und nach aufgebraucht, bis ich dann etwas Neues gekauft habe. Wenn ihr aber direkt aussortieren wollt, kein Problem. Ich finde aber, dass das der kompliziertere Ansatz ist, schneller zu Frustration führen kann und dabei auch viel unnötiger Müll entsteht.
    • Außerdem habe ich erst einzelne Produkte wie z.B. Highlighter und Concealer, sowie tägliche Pflegeprodukte umgestellt, um dann später bei Produkten, die ich eher selten benutze oder wechsle, Alternativen zu suchen.
    • Blogs und YouTube-Videos haben mir bei der Recherche geholfen, z.B. YouTube-Kanäle wir Juce Pauline oder Joannas Essentials.
    • Ich werde einen eigenen Beitrag zum Thema Naturkosmetik-Starter-Kit schreiben, aber bis dahin mein Tipp: braucht ein paar derzeitige Produkte erstmal auf, schaut euch jetzt bereits nach Alternativen um, kauft Tester (siehe unten) und entscheidet euch dann erst für eure Naturkosmetik-Alternative.
    • Ich betone so einen sanften Wechsel, da ich nicht möchte, dass die Umstellung zu Frustration etc. führt. Naturkosmetik soll Spaß machen 🙂
  2. Inhaltsstoffe checken 
    • Für viele mag das Thema Inhaltsstoffe viel zu kompliziert sein. Kaum einer versteht, was die Angaben auf der Verpackung genau bedeuten.
    • Hier kann die App Codecheck helfen. Wie gesagt ist die App nicht allwissend und nur weil etwas orange bei Codecheck markiert ist, muss es nicht unbedingt sofort giftig sein oder so.
    • Die App hilft aber dabei, mehr über die Inhaltsstoffe zu erfahren, so dass man automatisch bewusster darauf achtet, was man sich da eigentlich auf die Haut oder in die Haare schmiert.
    • Ihr müsst natürlich nicht immer alle Inhaltsstoffe checken, irgendwann wird das dann zur Automatik. Es reicht aber auch erstmal, einfach auf die bewährten Naturkosmetik-Siegel NATRUE, ECOCERT, BDIH oder demeter zu setzen. Nicht jedes Unternehmen mit tollen Inhaltsstoffen kann sich diese teuren Siegel leisten, aber fürs Erste sind die auch eine gute Orientierung!
  3. Nicht sofort vom Preis abschrecken lassen
    • einige Produkte sind bestimmt teurer, besonders, wenn man vorher eigentlich immer nur das Billigste gekauft hat
    • doch ganz ehrlich, früher habe ich einfach mehr gekauft und es stand so viel Zeugs im Bad rum, das ich nie wirklich aufgebraucht habe
    • sobald ich meinen Konsum generell minimiert habe, spielte der etwas teurere Preis dann keine Rolle mehr, da ich dann sogar durch meinen bewussten Konsum (nur das kaufen, was ich auch wirklich brauche oder DIY Projekte machen) Geld gespart habe
    • außerdem habe ich bereits vorher Luxus-Makeup wie Chanel oder auch MAC gekauft. MAC Lippenstifte kaufen sich SO viele Beauty-Enthusiasten und diese kosten 21 Euro! Da kaufe ich dann lieber einen veganen Bio-Lippenstift für einen ähnlichen Preis, weiß aber, dass ich auf jeden Fall keine schädlichen Stoffe zu mir nehme – wortwörtlich – ich habe bestimmt schon einen halben Lippenstift in meinem Leben gegessen, haha
    • Meist ist der Preis auch einfach gerechtfertigt aufgrund der sehr hochwertigen Bio-Zutaten, die wirklich was bringen und nachhaltig und Fair Trade angebaut wurden. Qualität und Ethik spielen in der Naturkosmetik eben auch eine wichtige Rolle.
  4. Erwartungen anpassen
    • Naturkosmetik kommt weitesgehend ohne Chemie aus, das heißt aber im Umkehrschluss, dass man nicht immer die gleiche Performance vom 100% natürlichen Mascara erwarten darf, wie vom 48-Stunden-Long-Stay-Super-Waterproof Mascara. Die perfekte natürliche Wimperntusche wird es bestimmt auch bald geben, aber bis dahin suche ich einfach die mit der besten Performance. Und bei Anlässen, bei denen eventuell Wasser im Spiel sein wird (ich nenne mal nur das Stichwort Hochzeit), würde ich wieder zu einer konventionellen wasserfesten Mascara greifen (aber dann nur cruelty-free, vegan und ohne Tierversuche). Ausnahmen sind also ok, aber mittlerweile sind sie sehr, sehr selten nötig!
    • Das Gleiche gilt für Sonnenschutz. Hier habe ich bereits ausführlich darüber geschrieben
    • Doch ansonsten gibt es für fast alle konventionellen Produkte eine passende natürliche Alternative. Mehr dazu bald in weiteren Beiträgen.
  5. Allergie-Potential?
    • viele meiner Freunde geben das Thema Naturkosmetik sofort auf oder trauen sich erst gar nicht ran, weil sie angeblich sofort Allergien von den Produkten bekommen
    • Natürlich kann jeder Stoff, wie auch bei der konventionellen Kosmetik, Allergien beim Einzelnen hervorrufen, das ist kein besonderes Problem der Naturkosmetik, sondern besteht in beiden Bereichen
    • Außerdem gibt es auch in der Naturkosmetik Produkte extra für sensible Haut und Sensitiv Produkte speziell ohne Parfüm und ätherische Öle. Achtet also bei der Produktbeschreibung am besten auf diese Stichworte!
  6. Alkohol
    • ein weiterer Kritik-Punkt: Naturkosmetik hat angeblich immer viel zu viel Alkohol in der Inhaltsstoff-Liste
    • Auch Naturkosmetik muss irgendwie haltbar gemacht werden (ansonsten empfehle ich zB reine Öle, die keine Konservierungsstoffe benötigen), doch Alkohol ist nicht gleich Alkohol
    • Zum einen verfliegt Alkohol ziemlich schnell bereits beim Aufnehmen auf die Finger oder beim Auftragen auf die Haut. Chemische Konservierungsstoffe dringen dafür oft in die Haut ein, oder verbleiben über den Tag hinweg auf der Haut 
    • Zum anderen wird in der Naturkosmetik meist hochwertiger Alkohol eingesetzt – hier gibt es nämlich riesige Qualitätsunterschiede
    • Klar, bei sehr empfindlicher Haut muss trotzdem auf einen so niedrig wie möglichen Alkohol-Wert in der Kosmetik geachtet werden, aber es wird dazu bald einen detaillierten Beitrag mit einer Expertin geben, da ich hier natürlich nur meine Recherchen weitergebe und das Thema nur kurz anreiße – würde euch das interessieren?
  7. DIY Beauty
    • Für empfindliche Haut, den kleinen Geldbeutel, aber auch Zero- oder Less-Waste-Enthusiasten bieten sich Beauty DIYs an. Besonders Bodylotion, Haaröle, Shampoos und Conditioner lassen sich prima selbst herstellen und das mit unglaublich tollen und pflegenden Zutaten!
    • Hier geht es zu meinen Beauty DIYs, meine Haarpflege-Routine mit ein paar DIYs findet ihr auf YouTube. Lasst mich auch wissen, ob ihr hier mehr DIY-Rezepte wünscht.
  8. Produkte finden
    • Viele Produkte, die ich hier oder auf YouTube vorstelle, verlinke ich. Das heißt aber nicht, dass es sie nur online gibt. Gerade in großen Städten findet ihr im Müller oder in speziellen Naturkosmetik-Geschäften die Produkte auch vor Ort zum Ausprobieren. Oder ihr geht auf die Webseite der einzelnen Produkte und klickt z.B. auf die Unterseite “Händler”. Dort erfahrt ihr dann, in welchen Geschäften die Produkte verkauft werden. Oder der Shop hat einen lokalen Showroom. Dann könnt ihr in Ruhe die Produkte testen und euch im besten Fall auch intensiv beraten lassen. Hier ein paar Beispiele, wo ich meine liebsten Brands vor Ort finde:
      • Müller in der Naturkosmetik-Abteilung
      • In der Apotheke
      • Im Reformhaus
      • Im Kadewe im Treatbeautyloft Berlin
      • Belladonna Naturkosmetik Berlin
      • Showroom Amazingy Berlin
      • Showroom Savue Beauty Berlin
      • Spatacular Beauty Bar Düsseldorf
    • Online shoppe ich am liebsten auf:
    • Wie eben erwähnt könnt ihr in manchen Online-Shops auch Tester bestellen. Das mag vielleicht nach Verschwendung klingen, da hier viel Verpackung für wenig Produkt verwendet wird, aber diese Verpackung (kleine Tiegel) kann man meist wiederverwenden. Außerdem kaufe ich lieber erst einmal einen Tester, als mich durch unzählige große Packungen zu probieren, die ich dann alle nicht gut finde.

 

auf naturkosmetik umsteigen

Dies war nur eine kleine Einführung und weitere Naturkosmetik-Beiträge folgen noch. Ich habe mich lange davor gesträubt, so intensiv über dieses Thema zu schreiben, denn ich bin kein Beauty-Guru. Ich möchte aber dazu inspirieren, dass mehr Leute Naturkosmetik verwenden, deshalb dieser Artikel. Außerdem hattet ihr SO viele Fragen zu diesem Thema auf Instagram, dass ich irgendwo anfangen musste. Deshalb erstmal dieser allgemeine Blogpost. Diese folgenden nächsten Beiträge kommen außerdem auch sehr bald online:

  • Foundation, Concealer & Co.
  • Naturkosmetik Mascara, flüssiger Eyeliner und Kajal
  • Sonnenschutz (Tagespflege, Puder, Sonnencremes) 
  • Natürliche Düfte, Deodorants & Co. – hier mein Video dazu
  • Natürliche Haarpflege – hier mein erster Beitrag dazu!
  • Verpackungsarme Naturkosmetik & mehr DIYs
  • Reizarme Naturkosmetik
  • Vegane Beauty vs. Nicht-Vegane Kosmetik
  • Öle für Gesicht & Körper
  • Naturnahe Kosmetik vs. zertifizierte Naturkosmetik

 

Lasst mich wissen, über welche Naturkosmetik-Themen ihr gerne noch mehr Beiträge lesen wollt!

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11 Comments

  • LaryTales sagt:

    Ich finde den Artikel sehr interessant. Vor allem habe ich am Sonntag einen ähnlichen veröffentlicht mit Tipps zu Naturkosmetik aus der Drogerie, in dem ich auch konkrete Produkte genannt habe, weil danach immer sehr viele Fragen. Den kannst du hier lesen, wenn du magst: https://larytales.blogspot.com/2018/06/dekorative-naturkosmetik-aus-der.html

    Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass ich auf NK umgestiegen bin. Ich habe dabei immer ein richtig gutes Gefühl und freu mich viel mehr an den Produkten, als ich es früher getan haben.

    Liebe Grüße,
    Lary

  • Melanie sagt:

    Hallo, ja bitte einen ausführlichen Artikel über Alkohol, insbesondere in Bezug auf Hautalterung. Das würde mich sehr interessieren, denn auch in richtig hochpreisigen Proukten ist meist an erster Stelle Alkohol enthalten, zumindest bei denen, die im Einzelhandel verkauft werden.

  • Lina sagt:

    Tolles Thema, toller Artikel!
    Bin auch gerade dabei auf Naturkosmetik umzustellen & daher würde ich mich übe rmehr Artikel dieser Art freuen.

  • Maja sagt:

    Oh da sind aber viele interessante beiträge geplant 🙂 ich bin schon lange komplett umgestiegen, aber man liest natürlich weiterhin total gerne tipps und erfahrungen 🙂
    Eine frage habe ich, bei den listen beim kosmetik guide ist der ecco-verde online shop garnicht dabei. Hat das einen bestimmten grund? In meinem fall ist das zb meine größte bezugsquelle 🙂

  • Ich bin ja schon vor vielen Jahren auf Naturkosmetik umgestiegen und vermisse absolut nichts an konventioneller Kosmetik. Ich finde, in den letzten Jahren hat sich einfach auch so viel getan, dass Naturkosmetik sich wahrlich nicht mehr verstecken muss. Um so besser, wenn auch immer mehr Menschen umdenken und bevorzugt danach greifen. Deshalb hatte ich vor gut einem Jahr auch schon darüber geschrieben, welche Tipps ich zur Umstellung auf Naturkosmetik geben kann. Wobei ich mich deutlich weniger auf Make-up bezogen habe, denn das war bei mir ehrlich gesagt das Letzte, was ich umgestellt habe und leider gab es da sehr lange Zeit auch keine wirklich guten Alternativen. Glücklicherweise hat sich das mittlerweile geändert.

    LG Michaela

  • Micky sagt:

    Hi! Bin auch vor einiger Zeit auf natürliche Produkt e umgestiegen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, weil Naturkosmetik kein geschützter Begriff ist und hier viel getrixt wird. Schade finde ich auch das viele trotzdem so viel schlechtes Plastik verwenden. Zur Natur gehört doch auch die Verpackung oder? Ich verwende deswegen auch Seife zum Gesicht und Körper waschen, da habe ich zum Beispiel überhaupt keinen Müll. Ich verwende viel von Ringana, die sind da sehr Nachhaltig. Plastik aus Zuckerrohr, Rechnung und Karton aus recycelten Papier, bedruckt mit Pflanzenfarbe. Glasflakons mit Recycelingaktion. Zum Schutz im Packerl wird gepuffte Maisstärke, die sogar essbar ist, verwendet. Warum geht das den nicht bei anderen Marken auch?