Title photo: Vandernag. This blogpost is also available in English here with links to American online shops!

Passend zur Fashion Revolution Week, anlässlich des tragischen Einsturzes der Rana Plaza vor mittlerweile 5 Jahren, wollte ich heute endlich mal wieder ein bisschen Fair-Fashion-Inspiration mit euch teilen! Normalerweise schreibe ich nicht über Themen, über die ich mich nicht so gut auskenne. Doch da mein Blog oft als Informationsquelle für Fair-Fashion-Themen besucht wird, wollte ich heute mal eine Thematik ansprechen, die ich bisher so gar nicht auf heylilahey behandelt habe: Fair Fashion für größere Größen.

Ich weiß, dass die Auswahl nicht so groß ist. Gerade kleine Brands halten sich eher an Standardgrößen, da es ein höheres Investment bedeutet, größere, aber auch sehr viel kleinere Größen herstellen zu lassen und die Schnitte dafür anzupassen. Ich kenne das von Fair Fashion-Schuhen, insbesondere bei einem Freund mit Schuhgröße 47 😛 Doch gleichzeitig habe ich auch nicht allumfassend alle Labels und Modelle hier abgebildet, sondern nur eine erste Auswahl. Ich hoffe, das ist ein guter Start in das Thema. In meinem Englischen Beitrag seht ihr, wie sehr die USA Deutschland in Sachen Style und Auswahl in diesem Bereich voraus ist…

Disclaimer: Nicht alle Labels oder Produkte, die ich jetzt vorstellen werde, sind 100% nachhaltig und fair. Ich bin immer dafür, dass Nachhaltigkeit für so viele Menschen wie möglich zugänglich gemacht wird und alle inkludiert. Manchmal bedeutet das, dass ich dann auch mal Labels oder Kollektionen vorstelle, die nur einen Schritt in die richtige Richtung gehen und das Ganze dann schnell nach Greenwashing aussieht. Ich kann es zum Beispiel verstehen, wenn man erst mit Fair Fashion anfängt, oder bestimmte Sachen nicht Second Hand findet, aber nicht so viel Geld zur Verfügung hat, dann erstmal nur Mini-kleine baby-Steps zu machen. Und hierfür eignen sich meiner Meinung nach eben diese sogenannten Conscious Collections der Fast Fashion Brands. Nich auf lange Sicht, aber als ersten Schritt. Ich hoffe, ich konnte klar machen, was ich meine. Auf jeden Fall ein Diskussions-würdiges Thema, finde ich.

Doch jetzt geht es los mit meiner kleinen, aber feinen Auswahl:

Vandernag

Die Brand Vandernag habe ich erst vor kurzem entdeckt und er bietet super schicke und fancy minimalistische Kleidung für größere Größen an! Kann ich nur empfehlen!

Hessnatur

Ihr wisst ja, dass ich die Marke nun schon länger im Visier habe. Die letzten drei Jahren sind die Designs einfach von Mal zu Mal modischer und jünger geworden. Während meiner Recherche habe ich außerdem festgestellt, dass sie auch einige Styles bis Größe 48 anbieten. Ich weiß aber, dass Hessnatur nicht gerade die günstigste Marke ist (aus gutem Grund), aber für einige Investment-Pieces lohnt sich ein Blick auf die Webseite.

Pure by Ulla Pokpen

In dieser Kollektion sind viele Teile aus Biobaumwolle, zertifiziert mit dem GOTS-Siegel. Ulla Popken wäre für mich nicht die erste Anlaufstelle und der Großteil überzeugt mich nicht von Style her, aber auch wie bei einigen Fair-Fashion-Online-Shops muss man einfach ein bisschen “kramen” bis man seine Favoriten findet. Hier sind meine:

Waschbär

Der Naturmodeshop bietet mit enna PLUS Mode bis Größe 52 (Affiliate Link). Auch hier findet ihr wieder viele nachhaltige Siegel, wie GOTS, Der Blaue Engel und Fair Wear Foundation. Auch für Klimaschutz setzt sich Waschbär aktiv ein. Auch hier finde ich eher Basics, aber hier und da ein paar besondere Teile, wie die gestreifte Tunika und das super süße Blümchenkleid im Boho-Stil.

Trigema

Auch hier sind wir wieder in Sachen Basics unterwegs. Also wenn ihr noch nach schlichten T-Shirts sucht, dann seid ihr bei Trigema an der richtigen Adresse. Unter diesem Link findet ihr die Modelle in XXXL. Vom Garn bis zum versandfertigen Produkt wird alles direkt von Trigema in Deutschland nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip hergestellt. Das Unternehmen setzt außerdem auf umweltfreundliche Materialien.

Sustainable Collection Violeta by Mango

Mango ist auf keinen Fall ein nachhaltiges Label und auch die ganzen “Conscious” Collections der großen Fast Fashion Unternehmen würde ich immer hinterfragen und kritisch sehen. Aber ich will nicht, dass das Thema Nachhaltigkeit elitär wird und nur ein spezieller Kreis die Mittel erhält, bewusster zu konsumieren. Solche Kollektionen stellen zumindest immer einen ersten Schritt dar, gerade für Personen, die sich erst an Fair Fashion heran tasten oder denen noch keine anderen Mittel zur Verfügung stehen. Die Kleidungsstücke aus der Sustainable Collection sind aber leider nicht direkt unter einem Link zu finden. Hier ist aber eine Auswahl meiner Lieblingsteile (Affiliate Links): – Update: Leider ist die “Commited” Kollektion nicht mehr verfügbar…

 

Asos Green Room

Auch hier haben wir wieder einen “Eco”-Shop, der aber nicht 100% Fair Fashion abbildet. Zu einigen Produkten findet man kaum Informationen zum Thema Nachhaltigkeit, weshalb ich bei einigen Modellen skeptisch bin, inwiefern sie wirklich Fair Fashion sind. Dennoch stellt der Shop wie oben eben beschrieben einen ersten Schritt in Sachen Ökomode dar. Gerade für einen kleineren Geldbeutel und jüngere Zielgruppen kann das eine erste gute Anlaufstelle sein, um wenigstens auf das Thema Biobaumwolle & Co. zu achten (Affiliate Links).

 

Weitere Lieblingsteile

Hier und da habe ich noch ein paar Einzelne Teile gefunden, die mir gefallen haben und die ich euch auch noch vorstellen will:

Fair Fashion große größen

 

Ich weiß, dass die Auswahl im Fair Fashion Bereich relativ gering ist und meine Recherche auch nicht allumfassend ist. Aber ich hoffe, dass ich ein paar Tips und Hinweise geben konnte. Wie allgemein im Bereich Fair Fashion auch, muss man manchmal online einfach ein bisschen “wühlen”, bis man das richtige Teil gefunden hat. Aber ich weiß auch, dass es gerade mit größeren Größen schwierig ist, insbesondere im Fair Fashion-Bereich, da kleinere Brands sich erst einmal an Standardgrößen halten. Ich hoffe, dass sich auch hier einiges Schritt für Schritt ändern wird!

Dazu muss ich sagen, dass ich für meine amerikanischen Leser (die fast 30 Prozent hier ausmachen, deshalb erstelle ich auch meist immer eine Version der Blogposts auf Englisch) eine sehr viel bessere und schickere Auswahl gefunden habe. Wenn ihr euch da auch mal umschauen wollt, dann klickt euch gerne mal in die Englische Version dieses Artikels.

In meinem Fair Fashion Shopping Guide findet ihr weiter unten noch einmal alle Brands gelistet! Auch für Petite Größen!

Lasst mich auch gerne wissen, welche weiteren Tipps ihr habt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich stimme zu.

6 Kommentare
  1. Liebe Mia,
    ich finde es toll, dass du dich des Themas annimmst – es gibt ja aktuell sowohl eher wenig Auswahl, was die Produkte, aber auch, was die Berichterstattung angeht. Super, dass du in dieser Lücke arbeitest. 🙂
    Ich finde deinen Gedanken, dass Fair Fashion nicht elitär werden darf und soll, sehr wichtig. Ich glaube, an dieser Stelle ist es interessant, (unabhängig vom Thema des Artikels) noch einmal nachzudenken.
    Danke dir für diesen Denkanstoß!

    Liebe Grüße
    Jenni

    1. Oh danke für dein tolles Feedback! War mir erst unsicher, ob ich überhaupt über so ein Thema schreiben soll, aber wie du sagst, es gibt einfach zu wenig Berichterstattung darüber! Und ja, das Thema an sich, also ob Fair Fashion derzeit jemanden ausschließt, wenn ja wenn, will ich gerne auch so nochmal diskutieren. Meine Familie in Serbien kann sich z.B. überhaupt nicht vorstellen, jemals 80 Euro für ein Hemd zu bezahlen…dann ist es einfacher und billiger, Stoff zu einem Schneider zu geben oder so. H&M war sogar manchmal für meine Family zu teuer. Gleichzeitig liegen aber auch Berge an Kleidung in ihren Schränken, 99% aber vom Flohmarkt. Ich finde es einfach spannend, mal andere Situationen zu betrachten und aus seiner eigenen Blase zu treten. Danke dir auch deshalb für dein Feedback 🙂
      LG

  2. Hallo Mia,
    ein superinteressanter Artikel, danke für die Infos. Ich bin gerade grössentechnisch an der Grenze zu Plus Size und finde das manchmal so schade, weil die Jeans z.B. nur drei cm mehr haben müsste, um mir zu passen etc… Viele größere Sachen sehen dann halt gleich nach „Ökotante aus den 80ern“ aus, du weißt vermutlich, was ich meine 😉
    Danke für den Gedanken, dass auch kleine Schritte was bringen und Fair Fashion nicht elitär sein sollte. Ich habe manchmal das Gefühl, dass es in den Augen vieler „nicht zählt“, wenn man da erst am Anfang der Umstellung ist oder halt einfach gucken muss, wie man mit dem Geld hinkommt und manche Dinge da halt nicht drin sind. Aber steter Tropfen höhlt den Stein und besser ein bisschen als gar nix.
    Gerne mehr davon, wenn du noch über Infos stolperst. Ich kann mir auch vorstellen, dass das auch für dich wirklich Arbeit war, weil du da ja gar nicht von betroffen bist und es in einer Großstadt i.d.R. ja auch mehr Möglichkeiten gibt als in einer kleineren Stadt.
    Liebe Grüße aus Karlsruhe,
    Kerstin

    1. Ich kann mir das sehr gut vorstellen! Bei vielen Labels gehen die Größen ja nur bis L was je nach Schnitt auch mega klein ausfallen kann!
      Und ja, meine Message “jeder kleine Schritt zählt” ist mir sehr wichtig, da nur das die Masse erreicht und wir nur im Großen was ändern können, das aber im Kleinen beginnen kann! Super, dass du verstehst, was ich meine!!!

      Und ja, gerne poste ich mehr über das Thema größere Größen im Bereich Fair Fashion. Ich habe halt nur gemerkt, dass es in den USA einfach viiiiiel bessere Angebote gibt. Ein riesen Unterschied! Danke für deinen Kommentar!

  3. Schöner Bericht. Du gehörst zu den wenigen Leuten, die auch über den Tellerrand schauen und das mag ich so an dir. Deine Familie in Serbien ist ein gutes Beispiel. Sobald man Kinder hat und z.B. noch ein Auto und ein Haus abbezahlt, verschieben sich die Prioritäten. Ich kauf mir gern das ein oder andere faire Teil auch für mein Kind, oder kaufe Secondhand, versuche ethisch korrekt zu handeln. Trotzdem ist das nicht immer drin. Und über diese Betrachtungsweise verfügen nicht viele Fairfashion Blogger. Es wird häufig genörgelt und missioniert. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass der Großteil der Fairfashion Blogger keine Kinder haben, durch die Welt jetten und somit nicht über den Blickwinkel verfügen, den man mit einer Familie hat und haben muss.
    Mach weiter so liebe “heylila” ich finde du hast genau die richtige Dosis und bist nicht so realitätsfern.
    Liebe Grüße!

    1. So ein toller Kommentar, da er mich darin bestärkt, weiterhin auch mal wieder diverse Themen anzusprechen, auch das Thema “kann sich jeder ethisch korrekte Kleidung leisten?” – Spoiler, ich denke ja, hat aber ein großes ABER 🙂 Wie gesagt, danke noch einmal!!!!