Man muss nicht immer in die Ferne schweifen, um spektakuläre Landschaften, die schönsten Buchten, die aufregendsten Klippen, malerische Orte und vorzügliches Essen zu genießen. Unser Roadtrip durch Südengland hat uns gezeigt, wie wunderbar verträumt das Land ist und wie schön entspannt und gleichzeitig aufregend man dort Urlaub machen kann. Ich kann unsere Route allen empfehlen, die auf der Suche nach einer naturverbundenen Reise sind und gleichzeitig ein bisschen Pub-Kultur, pittoreske Dörfer und vegane Leckereien erleben wollen.

Heute teile ich die allgemeine Route mit euch, ein paar Details zu unserer Planung und allgemeine Infos. Von den jeweiligen Stops berichte ich in einzelnen Blogposts, die in den kommenden Tagen auch noch folgen werden. Ich war soooo begeistert von unserem Urlaub und auch auf Instagram habe ich mehrmals die Kommentare bekommen, dass für viele England bis jetzt nie auf der Liste stand, ich sie aber umstimmen konnte. Vielleicht kann ich heute und in den folgenden Artikeln noch ein paar mehr umstimmen 🙂

Unsere Reiseplanung

Wie kamen wir überhaupt auf die Idee, in Südengland einen Roadtrip zu machen? Meine Schwägerin hatte uns und ihre Eltern zu ihrer Absolventenfeier in Canterbury eingeladen. Da wir also sowieso nach England fahren würden und dies der erste Trip nach unserer Hochzeit sein würde, haben Jesse und ich uns dafür entschieden, die Reise zu verlängern und die restliche Zeit zu einem Mini-Honeymoon mit Roadtrip zu machen.

Da die Reise kurz nach unserer Hochzeit geplant war, haben wir ehrlich gesagt nicht alle Unterkünfte und Zugtickets rechtzeitig gebucht. Trotzdem haben wir nach einigen Recherchen relativ gute Deals gefunden, sowie wunderschöne Unterkünfte. Mein Tipp aber: Fangt rechtzeitig mit der Planung an, da viele Unterkünfte lange im Voraus ausgebucht sind. Zugtickets gibt es auch weitaus günstiger, wenn man rechtzeitig bucht.

Anreise und Transport

Wir sind mit dem Zug von Berlin über Köln und Brüssel nach London angereist und ich kann diese Route sehr empfehlen! Danach ging es für uns mit einem gemieteten Auto weiter, da wir geplant hatten, vier Tage mit der Familie zu verbringen und danach noch 10 Tage durch Südengland zu fahren. Für diese Planung hat sich das Auto einfach am besten angeboten. Mit dem Zug und Bus von A nach B zu kommen ist natürlich auch möglich. Da wir auf diesem Mini-Honeymoon aber etwas mehr Komfort wollten und viele unserer Unterkünfte sehr abgelegen waren, haben wir uns für ein Auto entschieden. Wir haben für zwei Wochen circa 300 Euro gezahlt, ohne Zusatzversicherung, da wir diese mit unserer Kreditkarte bereits abgedeckt hatten. Ich empfehle, ein sehr kleines Auto zu mieten, da die meisten Straßen auf dem Land sehr, sehr schmal sind und die Parklücken natürlich noch enger sind.

Unsere Route

Wir wussten von Anfang an, es geht für uns einen Tag nach London sowie vier Tage nach Whitstable, aufgrund der Absolventenfeier in Canterbury. Den Rest konnten wir aber vollständig frei planen. Uns stand ganz England offen und somit hatten wir auch die Qual der Wahl.

Wie kamen wir aber schlussendlich auf unsere fertige Route?

Tatsächlich habe ich einfach auf Blogs wie Monalogue und Instagram (z.B. mit Hashtags wie #lovebritain oder #visitbritain und dann der Abspeichern Funktion) schöne Orte recherchiert und dann auf Google Maps abgespeichert. Nachdem ich alle Punkte markiert hatte, haben wir einfach eine Route nachgezeichnet. Wir konnten fast einfach eine Linie entlang der Punkte ziehen, die wir unbedingt sehen wollten. Dann haben wir ausgerechnet, was zeitlich machbar ist und am Ende die Unterkünfte gebucht. 

Während des Roadtrips blieben wir aber trotzdem relativ spontan und haben bestimmte Ziele auch gar nicht besucht, oder spontan neue gefunden. In den Unterkunften haben wir uns z.B. immer die lokalen Touristen-Flyer angeschaut oder auf Google Maps vor Ort “points of interest” eingegeben und so dann unsere Tage jeweils geplant. Wenn wir auf dem Weg spannende Sachen entdeckt haben, sind wir natürlich auch spontan stehen geblieben.

Für uns persönlich war es aber ganz praktisch, zumindest einen groben Plan zu haben, sowie ein paar Must-Sees, da wir so viel entspannter reisen konnten.

Unsere finale Route also:

  • 1 Tag London
  • 4 Tage Whitstable und Canterbury (mit Tagesausflügen nach Botany Bay, White Cliffs of Dover und Scotney Castle)
  • 1 Tag Eastbourne, Beachy Head und Seven Sisters
  • 2 Tage Brighton
  • 2 Tage an der Jurassic Coast, z.B. in Lulworth, Durdle Door, Old Harry Rocks & mehr
  • 2 Tage in Somerset, z.B. in Shepton Mallet, Glastonbury und Wells
  • 3 Tage in den Cotswolds

 

Ich hätte locker viel mehr Tage an jedem Ort, besonders an der Jurassic Coast, in Somerset und in den Cotswolds, verbringen können.

Unsere Unterkünfte

(Disclaimer: Alle Unterkünfte haben wir selbst bezahlt, kein Sponsoring!)

Eine der häufigsten Fragen zu unserem Trip auf Instagram war: Wo habt ihr eure Unterkünfte gefunden???

In London haben wir uns ein schickes Hotel gegönnt, einfach, um nach der Zugreise ein bisschen Luxus zu genießen. Schließlich ist dies unser erster Trip als Mann und Frau. 

In Whitstable hat Jesses Schwester alles organisiert und ein Airbnb ihrer Freundin reserviert. Hier und hier sind die Links zu den beiden Unterkünften, in denen wir und die Familie übernachtet haben. Diese kann ich sehr empfehlen, aber es gibt natürlich zahlreiche weitere vor Ort.

In Eastbourne waren wir sehr spät dran, so dass wir in einem Standard-Hotel, The View, untergekommen sind. Ich fand es aber sauber, gut gelegen und sehr großzügig. Beim nächsten Mal würde ich aber versuchen, früher zu buchen und etwas “süßeres” zu finden. Zum Beispiel ein süßes Bed & Breakfast (die schönen waren aber alle bereits ausgebucht).

In Brighton erging es uns ähnlich, wo wir dann einfach ein Airbnb gebucht haben.

In den restlichen Orten haben wir in Tiny Houses geschlafen, die wir über Canopy & Stars gefunden und gebucht haben. Eine Woche in Tiny Häusern war spannend und so schön, aber länger hätte ich es nicht machen wollen. Ich bin generell kein großer Camping-Fan, so dass Tiny Häuser perfekt für mich sind. Komfort und trotzdem mitten in der Natur, weit abgelegen. Dennoch hat mir das Tiny-Living-Erlebnis nach einer Woche gereicht 🙂

Vegan in Südengland

Ich wurde außerdem mehrmals gefragt, wie wir denn die veganen Angebote in England finden, da ich wirklich viele leckere vegane Gerichte aus den kleinsten Dörfern auf Instagram gepostet habe.

Dazu muss ich sagen: Entweder hatten wir viel Glück, oder England ist einfach in den letzten zwei Jahren mega vegan-freundlich geworden. In den meisten Pubs, in denen wir waren, gab es mindestens ein veganes Gericht. Diese haben auch immer sehr gut geschmeckt. Oder die Restaurants waren sehr zuvorkommend, wenn ich nach einem veganen Gericht gefragt habe. Pflanzliche Milch gab es auch in fast jedem Café, und selbst in kleinen Villages haben wir Zero Waste Stores, Vegan Road Shacks, Cafés mit vielen veganen Optionen und Pubs mit veganem Sunday Roast oder veganen Desserts wie Merengue entdeckt.

Geholfen hat uns:

  • einfach die Augen offen halten, so haben wir mega zufällig einen veganen Road Shack in der sonst sehr unspannenden Stadt Peacehaven gefunden
  • Einfach auf Ecosia “Vegan in XY” suchen, so habe ich zum Beispiel die Seite “Dorset Vegan” gefunden
  • Dazu habe ich in Google Maps in den jeweiligen Orten einfach “Vegan” eingegeben, mir die jeweiligen Menüs online angeschaut und bei gefallen dann die Lokale in die Google Map eingespeichert. So hatten wir immer auch spontan Optionen, falls wir unterwegs hungrig wurden
  • Dazu haben wir vor Ort auch einfach rumgefragt. Wir haben zum Beispiel zufällig auf Google Maps in dem mini kleinen Ort Shepton Mallet ein veganes Zero Waste Café entdeckt. Die Besitzerin war super freundlich, so dass wir schnell ins Gespräch kamen. Dank ihrer persönlichen Tipps haben wir dann noch ein weiteres vegan-freundliches Café in dem Ort entdeckt, das nirgendwo auf Google Maps oder online als vegan-freundlich markiert war

 

Wetter und sonstige Infos

Viele haben mich vorher “gewarnt”, wie schlecht das Wetter in England doch sei, haben mir die Daumen gedrückt, dass es nicht zwei Wochen für uns durchregnet. Ehrlich gesagt sind wir aber nicht wegen des Wetters nach England und hatten sowieso bereits Regenjacken & Co. eingepackt. Die Landschaften und Örtchen sind auch bei schlechtem Wetter schön und beeindruckend. Ein Spaziergang im Wald oder an der Küste ist bei schlechterem Wetter mit einer dramatischen Wolkendecke sowieso viel stimmungsvoller. In manchen Orten haben wir beim Fotos achen sogar auf Wolken gewartet, da diese bei bedecktem Himmel auf Bildern einfach besser rüber kommen.

Unsere Erfahrung war insgesamt sehr positiv. Wir waren zwei Wochen im Juli unterwegs und eigentlich hatten wir nur schöne Tage, bis auf zwei verregnete. Wenn es morgens aber zum Beispiel mal kühler und verregneter war, dann wurde es dafür nachmittags wieder warm und sonnig. Es war also sehr wechselhaft und der Lagenlook war recht praktisch 🙂 Es war aber nie wirklich kalt in der Zeit. Ich brauchte höchstens Mal einen Pulli und eine Regenjacke. An der Küste kann es aber durchaus sehr windig werden, weshalb ich im Nachhinein gerne eine Mütze dabei gehabt hätte, nur wegen des Windes. Richtig kalt war es nämlich wie gesagt nie. Wir hatten sogar einige Tage über 30 Grad und mussten sogar manchmal unsere Wanderpläne verwerfen, weil es uns zu heiß dafür war.

Ein paar zusätzliche Notizen:

  • natürlich herrscht in England Linksverkehr, woran man sich aber schnell gewöhnt. Gewöhnungsbedürftig waren die tausend Kreisverkehre, die ich eigentlich immer bevorzuge, aber in England gab es echt einen Roundabout-Overkill 🙂
  • In den ganzen Orten sind die Straßen meist sehr, sehr schmal und kurvenreich. Das Fahren kann hier also manchmal sehr anstrengend sein und deshalb empfehle ich auch einen kleinen Wagen und aufmerksam sein. Die Engländer düsen echt mit einer krassen Geschwindigkeit durch diese kleinen Lanes…
  • Wie sich bestimmte Einreisedetails durch den Brexit verändern werden, ist noch nicht abzusehen. Informiert euch hier am besten direkt vorab
  • Beim Wandern sind uns die zahlreich markierten Public Footpaths aufgefallen, mehr dazu hier

 

Fazit und zukünftige Trips

Wir wollen unbedingt zurück nach England! Das Land und besonders die ganzen kleinen Villages haben uns so positiv überrascht. Das Essen war lecker, vegan war kaum ein Problem, die Unterkünfte waren süß, die Landschaft atemberaubend und der ganze Trip einfach mega entspannend. Es war auch einfach so schön zu sehen, dass in vielen der kleinen Orte trotz der kleinen Einwohnerzahl relativ viel los ist. Damit meine ich, dass selbst kleine Dörfer eine “High Street” mit coolen Vintage Läden, Cafés und sehr gut besuchten Pubs hatten. Das kenne ich so aus Deutschland kaum. Ich weiß, dass es nicht überall so in England ist, aber zumindest in den Orten, die wir besucht haben. Dieses Lebensgefühl, dass auf dem Land auch der “Bär steppen kann”, will ich unbedingt bald wieder erleben.

Bei der nächsten Reise wollen wir unbedingt auch mal nach Devon, Cornwall, Essex und in weitere Teile Englands. Irgendwann würde ich auch gerne Mal den Norden Englands, sowie Schottland und irgendwann auch Irland erkunden.

 

Das war nun die grobe Übersicht zu unserem Roadtrip. Weitere Blogposts zu den einzelnen Orten und Unterkünften folgen in den nächsten Tagen und Wochen. Hinterlasst mir gerne einen Kommentar, falls ihr Ergänzungen, Fragen oder Wünsche habt!

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3 Kommentare
  1. Danke liebe Mia, für diese vielen Tipps! Ich habe deine Insta-Story sehr aufmerksam verfolgt und war immer wieder begeistert. Habe sogar meinem Mann die Stories gezeigt (und normalerweise tue ich das sonst nie). An dieser Stelle nochmals vielen Dank, dass du uns mit auf eure Flitterwochen(!!!!) genommen hast. Das ist schließlich keineswegs selbstverständlich! Du hast mir echt viel Inspiration und Input gegeben. Danke auch für’s Erklären der Herangehensweise an eure Planung, damit tue ich mich aktuell sehr schwer und dank deiner Tipps hab ich jetzt viel mehr Lust den nächsten Urlaub zu planen!
    Ganz liebe Grüße, Denise

    PS: Ich kann deine nächsten Reisen kaum abwarten und hoffe inständig das wir wieder mit dürfen.