Wie wichtig das Thema Lebensmittelverschwendung ist, welchen ökologischen Impact verschwendete Lebensmittel haben und wie unglaublich wichtig es ist, bei uns Zuhause anzufangen, habe ich euch hier bereits berichtet.

Danke für euer zahlreiches Feedback dazu auf Instagram! Wie versprochen teile ich in den nächsten Beiträgen konkrete Tipps, wie ihr Lebensmittelverschwendung reduzieren könnt.

Heute stelle ich euch 3 Projekte vor, mit denen ihr über eine Online-Bestellung Lebensmittel sozusagen “retten” könnt (Disclaimer / Transparenz: Ich wurde für diesen Beitrag nicht monetär vergütet. Ich habe aber von SIRPLUS und Etepetete jeweils eine Box zum Testen erhalten. Aber ohne die Bedingung, einen Blogpost zu schreiben. Werbung wegen PR Sample und ohne Auftrag also!):

1. SIRPLUS

Wir starten mit SIRPLUS, dem Supermarkt und Onlineshop für gerettete Lebensmittel. Dort werden überschüssige und aussortierte Lebensmittel verkauft, die an anderer Stelle nicht verwendet werden, weil sie zu klein, zu krumm, zu alt oder einfach anders sind. SIRPLUS ist ein Social Impact Start-up aus Berlin, welches 2017 gegründet wurde. 

Wie funktioniert SIRPLUS nun? 

Ihr könnt z.B. online bestimmte Produkte kaufen und dabei auch nach vegan, glutenfrei etc. sortieren.

Oder ihr bestellt euch eine Retterbox, z.B. eine Retterbox vegan – gefüllt mit geretteten Lebensmitteln aus Überproduktion, mit teilweise abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum oder Designfehlern. Die SIRPLUS Stichproben bestätigen eine einwandfreie Qualität der Produkte. Ihr bekommt also auf jeden Fall bestens genießbare gerettete Lebensmittel direkt zu euch nach Hause geliefert und gleichzeitig spart ihr Geld, Zeit und schont die Umwelt! Jede Retterbox variiert, oben im Titelbild seht ihr einfach nur ein Beispiel. SIRPLUS achtet aber auf eine vielfältige Zusammenstellung von Grundnahrungsmitteln sowie süßen & herzhaften Snacks. Es gibt sogar Office Retterboxen, vielleicht eine Idee, um euer Büro nachhaltiger zu gestalten und gleichzeitig praktische Snacks und Gerichte zu erhalten? Alle Boxen gibt es auch als verschiedene Abo-Optionen und dabei spart ihr dann noch mehr Geld 🙂

Oder ihr geht in einen der Rettermärkte in Berlin in Charlottenburg, Steglitz oder Friedrichshain.

Im Rettermarkt findet ihr Bio- sowie Nicht-Bio-Lebensmittel, verpackte Trockenware, Getränke, Backwaren, kühlpflichtige Waren von Milchprodukten über Fleisch sowie Fertigprodukte – ebenso haben sie gerettete Kosmetik und andere Dinge des täglichen Gebrauchs für Küche und Bad. Obst und Gemüse erreicht den Supermarkt gegen Nachmittag.

Falls ihr euch fragt, warum denn nicht einfach alles gespendet oder zur Tafel gebracht wird: SIRPLUS arbeitet mit anderen Lebensmittelrettern partnerschaftlich zusammen. Die Tafel hat immer Vorrang. SIRPLUS holt aber das ab, was andere Organisationen aus verschiedenen Gründen nicht retten können. Gründe dafür sind u.a., dass andere Organisationen Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht annehmen dürfen, die Einhaltung der Kühlkette nicht gewährleisten können, nicht über die entsprechende Logistik verfügen oder nicht die Kapazitäten haben, die enormen Mengen an überschüssigen Lebensmitteln zurück in den Kreislauf zu führen.

Und ja, es macht auch in Sachen CO2 tatsächlich Sinn, sich so eine Box zu bestellen und durch die halbe Republik zu schicken. Der zusätzliche CO2-Ausstoß durch den Transport der Lebensmittel ins SIRPLUS Lager, in den Supermarkt oder zu euch nach Hause macht nur einen Bruchteil der Treibhausgase aus, die ohnehin schon durch die Produktion der Lebensmittel entstanden sind.

Meine Erfahrung mit SIRPLUS:

Ich habe die vegan Retterbox zum Testen erhalten, den Inhalt seht ihr oben im Titelbild! Ich war mega begeistert, da einige Lebensmittel dabei waren, die ich überhaupt nicht kannte. Ich würde mir die alle vielleicht auch im Supermarkt nicht unbedingt in den Einkaufskorb legen (ich kaufe meist immer dieselben Sachen, selten Snacks und meistens frische Lebensmittel), aber ich war sehr zufrieden mit der Auswahl, die mir zugeschickt wurde. Das Ganze hat das Kochen einfach etwas einfacher und kreativer gemacht! 

 

2.ETEPETETE Bio-Obst- und -Gemüse Retterbox

In der SIRPLUS Retterbox findet ihr haltbare Produkte und fertige Snacks. Die passende Ergänzung dazu also: Die Etepetete Bio-Kiste mit krummem Gemüse und Obst!

Wie hier schon berichtet bleibt ein erheblicher Teil einer Ernte ausschließlich aufgrund seines Aussehens auf dem Feld liegen, wird vernichtet, oder zur Energiegewinnung zweckentfremdet. Wir, die Kunden, greifen im Supermarkt einfach immer nur zur perfekten Ware und Obst und Gemüse mit Dellen oder “komischen” Formen wandert deshalb oft nicht einmal bis in den Supermarkt. Genau hier setzt Etepetete an:

Das Unternehmen hat ein Netzwerk mit verschiedenen Bio-Bauern geschaffen, mit dem extravagantes Gemüse in einer Bio-Kiste direkt frisch vom Feld zu euch nach Hause geschickt wird. Auch hier gibt es wieder verschiedene Größen und Abo-Optionen. Wochenweise gibt es auf dem Blog die Inhaltsliste, wobei das auch immer abweichen kann!

Meine Erfahrung mit Etepetete:

Ich habe jetzt bereits zweimal so eine Bio Box auf etepetete erhalten (einmal selbst bezahlt und einmal als PR Sample) und fand es jedes Mal super spannend! Oben seht ihr ein Bild mit dem Inhalt aus der letzten Box! Ich mag es eigentlich, einfach wild und durcheinander Gemüse zuhause zu haben. So koche ich abwechslungsreicher und kreativer. Im Supermarkt greife ich wie gesagt eh immer zu den gleichen Sachen 🙂 In der Box findet ihr auch immer Rezeptideen, falls ihr nicht wie ich mega kreativ sind wollt 🙂 Aber ansonsten waren auch immer Basis-Produkte, wie Zwiebeln, Salat oder Kartoffeln mit dabei. Vom Preis her ist so eine Box vergleichbar wie ein Einkauf im Bio-Supermarkt, da auch in diesem Bereich die Landwirte korrekt bezahlt werden sollen, laut Etepetete. Deshalb spart ihr hier vielleicht nicht so viel Geld, aber einiges an Zeit aufgrund der Lieferung!

Was mich überrascht hat, war, dass vieles an Gemüse und Obst gar nicht so krumm und schief aussah. Das liegt aber daran, dass die Etepetete Lieferungen oftmals Gemüse und Obst beinhalten, welches „unsortiert“ ist. Das heißt, dass der Landwirt weniger Arbeit hat und seine Ware nicht sortieren muss, wie bei Lieferungen für den regulären Handel. Deshalb können sich unter die krummen Karotten auch mal viele gerade gewachsene mischen. Genauso landen in den Boxen Sorten, die Teil von Überbestellungen bzw. Überproduktionen sind. 

3. Too Good To Go App

Nicht nur in der Landwirtschaft und in Supermärkten findet viel Lebensmittelverschwendung statt. Auch in Restaurants, Cafés und Bäckereien wird so einiges an überschüssigen Lebensmitteln weggeschmissen, die bis Abends nicht verkauft wurden und am nächsten Tag nicht mehr angeboten werden können.

Eine App, die sich genau diesem Problem annimmt, ist die Too Good To Go App. Mit der kostenlosen App könnt ihr ganz einfach schauen, wann und wo z.B. ein Café oder eine Bäckerei “Retterportionen” anbietet. Mit Farben und Uhrzeiten wird angezeigt, ob es in dem Laden heute überhaupt etwas zum “retten” gibt und wann die Abholzeit wäre. Ihr sucht euch dann einen Laden aus, der z.B. bei euch in der Nähe ist. Ihr zahlt vorab in der App und zeigt vor Ort dann die “Quittung” aus der App. Fast überall erhaltet ihr eine “Überraschungstüte”, ihr wisst also nicht vorab, was ihr im Laden erhalten werdet. 

Meine Erfahrung mit Too Good To Go:

Ich habe die App bisher nur in einem Café bei uns in der Nähe getestet. Der Ablauf war super einfach. In der App siehe ich direkt wo was angeboten wird und kann dann einfach die Portionen per Paypal kaufen. Für 3 Euro gab es z.B. ein Nougat-Croissant sowie ein Mozzarella-Tomate-Sandwich. Beides nicht vegan und deshalb habe ich es weiter verschenkt, was nicht schwierig ist. Entweder gibt es bei uns im Kiez immer Personen, die sich über leckeres Essen umsonst freuen, oder in meiner Nachbarschaft oder meine Familie, oder eben Jesse. Wenn ich mehr vegane Optionen entdecken würde in der App, würde ich aber auch mehr für mich persönlich holen. Wenn aber jemand sagt, er oder sie isst vegan, aber bei geretteten Lebensmitteln macht er oder sie keine Unterschiede, dann verstehe ich das auch total!

Die Projekte setzen oft an dem Punkt vorm Supermarktverkauf an, also bevor die Ware überhaupt in den Laden kommt und dann am Ende liegen bleibt und weggeschmissen wird. Oder eben im Restaurant-Betrieb. Das finde ich super. Projekte und Optionen, die an diesem Punkt ansetzen, wie Containern, habe ich aber noch nicht ausprobiert. Genauso auch noch nicht foodsharing. 

 

Habt ihr bereits so etwas mal ausprobiert? Was sagt ihr zum Thema Lebensmittelverschwendung? Was sind eure Erfahrungen? 

 

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