Vor Kurzem habe ich einen Gastartikel auf Fashion Changers mit dem Titel “ALL-HEALTHY-EVERYTHING: SIND ERNÄHRUNGSTIPPS IN DEN SOZIALEN MEDIEN GEFÄHRLICH?” veröffentlicht. Klingt sehr dramatisch, aber ich habe mich nun schon seit einiger Zeit bei all dem Trubel rund um Green Juices, Basenkuren, Detox- und Entschlackungskuren mit der Frage beschäftigt, was eigentlich zertifizierte ExpertInnen von den ganzen Food- und Gesundheitstrends halten, wo sie Potenziale sehen, und wann Ernährungstipps auf Social Media unsinnig oder gar gefährlich sein können.

Auf Fashion Changers findet ihr eine Kurzfassung der Antworten, Studien zu dem Thema, ein paar Infos zu den eben genannten Begriffen, sowie mein persönliches Fazit. Unsere Expertinnen haben uns wirklich super spannenden Input geliefert. Da die Interviews aber sehr umfassend waren, mussten wir diese für Fashion Changers in eine Magazin-freundliche Länge kürzen. Deshalb gibt es heute alle vier Interviews mit Ärztin Dr. Henriette Tillman, Ernährungswissenschaftlerin Emilie Wegner, Biologin und zertifizierte Ernährungsberaterin Dr. Anastasia Pyanova und Ökotrophologin Jana Maiworm in voller Länge. Es ist heute wirklich ein sehr langer Text, aber mit sehr viel spannenden Infos! Die Kurzversion mit meiner Meinung und meinem Fazit findet ihr wie gesagt hier

Ansonsten, viel Spaß beim Lesen. Wir beleuchten SEHR viele Themen, unter anderem Saftkuren, Sellerie-Saft-Trends, Colon Cleanses, Detox-Kuren, Entschlackungs-Kuren, Orthorexie, Gefahren von Gesundheitstipps auf Social Media, Basen-Kuren & Übersäuerung des Körpers und vieles mehr:

 

1.Dr. Henriette Tillmann, Ärztin der Gastroenterologie am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg, Mitautorin am Buch: “Facharztwissen Gastroenterologie”

Vorab eine Info von Henriette: Bevor ich genauer in die Materie einsteige möchte ich betonen, dass meine Sichtweise eine schulmedizinisch geprägte Sichtweise ist, die ein bestimmtes Bild des Körpers und der Seele des Menschen hat, die in vielen Teilen zum Beispiel nicht mit dem Bild eines Heilpraktikers oder dem Bild des Patienten in der traditionell-chinesischen Medizin übereinstimmt. Meine Überlegungen in der Beratung von Menschen/Patienten gründen auf Evidenzbasierter Medizin. Das bedeutet Handeln auf dem Boden von Studienergebnissen, Leitlinien und Expertenempfehlungen. Natürlich berücksichtige ich im Patientengespräch noch viele andere Dinge, wie Persönlichkeit des Gegenübers, Lebenssituation etc. 

Was hat es mit “Verschlackungen” auf sich? Gibt es diese sowie entsprechende Entgiftungen, mit denen wir unseren Körper reinigen können?

Mir persönlich bleibt oft unklar, was mit “Verschlackungen” gemeint ist und warum Menschen das Bedürfnis haben, sich von vermeintlichen Giften zu reinigen. Es gibt tatsächliche Gifte im Körper, die sich auch anreichern und einen krank machen können, wie zum Beispiel Blei, was heute natürlich bei erneuerten Rohren in den Häusern kaum noch vorkommt. So etwas scheint aber oft gar nicht gemeint zu sein und dieses Wort “Verschlackungen” bleibt für mich als Ärztin relativ diffus und nicht fassbar. Für die Entgiftung des Körpers haben wir Leber und Niere als die “Klärwerke” des Körpers, die uns von äußerlich zugeführten Giften (Alkohol, Medikamente etc.) und Abfallprodukten des Stoffwechsels reinigen und dies tun sie auch ziemlich effizient. Sie benötigen in der Regel, es sei denn es liegt eine Erkrankung der Leber oder der Niere vor, keine Hilfe dabei. 

Können wir die Leber in ihrer Funktion unterstützen, z.B. durch Superfoods oder Detox-Kuren?

Die Frage ist eigentlich eher: warum meinen wir, dass wir die Leber unterstützen zu müssen? Wie vorher bereits genannt, benötigt die Leber keine direkte Unterstützung, es sei denn, es liegt tatsächlich eine Erkrankung oder Vorstufe einer Erkrankung vor. Dann genügt allerdings auch meist kein freiverkäufliches Superfood. In der Regel tut man der Leber Gutes, in dem man einfach bestimmte Dinge meidet, die sonst über die Leber im Übermaß abgebaut werden müssen, wie Alkohol, unnötige oder übermäßig eingenommene Medikamente, beziehungsweise manchmal sogar bestimmungsgemäß eingenommene Medikamente, die zu einer kurzfristigen Belastung in der Entgiftungsleistung führen, Drogen und teilweise tatsächlich auch vermeintlich gut gemeinte Nahrungsergänzungsmittel. 

Superfoods und Detox-Kuren, wie zum Beispiel Frucht-Smoothie, Selleriesaft und Kräutertees haben keinen nennenswerten Effekt auf die Entgiftungsleistung der Leber. Man führt sich damit zum Beispiel hoch dosiert Vitamine zu, die ungenutzt wieder über die Niere ausgeschieden werden, aber man tut sich bis auf das gute Gefühl, dass man etwas für sich getan hat, nicht wirklich etwas messbar Gutes, was den Stoffwechsel der Leber betrifft. Für bestimmte Lebenssituationen oder Ernährungsweisen sind einige Nahrungsergänzungen, die in dem Fall nicht Superfoods sind, aber dringend anzuraten. Für Schwangere beispielsweise Folsäure im ersten Teil der Schwangerschaft, eventuell im weiteren Schwangerschaftsverlauf auch Eisen, und für Veganer sollte eine Substitution von Vitamin B12 erfolgen. 

Colon Cleanses, also Colon-Hydro-Therapie – Wann werden Darmspülungen eingesetzt und was bringen sie? 

Colon Cleanses und Colon-Hydro-Therapie werden in Deutschland in der Regel von Heilpraktikern angeboten mit dem Ziel, dem Darm zu helfen, sich zu entgiften und alte Stuhlreste und Bakterien aus dem Darm auszuspülen und damit Krankheiten zu mildern oder an der Entstehung zu hindern. Im Prinzip handelt es sich um einen Einlauf mit einem geschlossenen System. Dies wird von Ärzten nicht angeboten und es gibt für die beworbene Wirkung auch bei gesunder Verdauungsfunktion keine Notwendigkeit. Regelmäßige Einläufe des Darms werden auch von Ärzten nur einem verschwindend geringen Teil von Patienten mit seltenen Erkrankungen der Eigenbeweglichkeit des Darms angeraten. Als Notfallmaßnahme bei hartnäckiger Verstopfung kann dies natürlich einmalig oder selten durch geschultes Pflegepersonal bei geplagten Patienten durchgeführt werden.

Als Wellness-Maßnahme ist dies nicht zu empfehlen, da die Flora des Dickdarms, also das sogenannte Mikrobiom, gestört werden kann. Dies kann nicht nur zu einer kurzfristigen Störung der Darmflora führen, sondern kann bei einigen Patienten sogar gefährlich sein. Insbesondere ist Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Patienten mit Herz- und Nierenerkrankungen, Schwangeren, und Menschen mit Infektionen davon abzuraten. 

Eine Form der medizinisch notwendigen Darmspülung wird vor Darmspiegelungen durchgeführt. Da spricht man dann allerdings nicht von einem Colon Cleanse. In diesem Fall wird dann der Darm durch den Patienten selber “von oben” mit getrunkenem Abführmittel gespült, so dass der Untersucher bei der Darmspiegelung freie Sicht hat. 

Colon Cleanses sind also bei gesundem Darm überflüssig.

Sind alternative Heilmethoden und natürliche Heilmittel immer ungefährlich?

Alternative Heilmethoden und natürliche Heilmittel werden oft von Patienten als ungefährlich wahrgenommen, da sie frei verkäuflich sind, “nur Kräuter” oder konzentrierte Pflanzenextrakte etc. sind.

Oft werden sie auch als Zusatzbehandlung bei schweren Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebserkrankungen, von PatientInnen ohne Wissen des behandelnden Arztes eingesetzt, da PatientInnen sich nicht vorstellen können, dass solche Heilmethoden oder Heilmittel einer schulmedizinischen Behandlung in die Quere kommen können. Tatsächlich können sie die Wirkung und den Abbauvorgang von Medikamenten im Rahmen von medizinisch notwendigen Behandlungen stören. 

Dazu ist zu sagen, dass jeder Stoff, den wir uns zuführen, im Körper eine Wirkung entfalten kann. Immer wieder kommen PatientInnen zu uns, die ein Leberversagen über vermeintlich harmlose Nahrungsergänzungsmittel bekommen haben. Der plötzlich “gelb gewordene” Sportler, der eine Performance Enhancing Drug über das Internet bestellt hat und keiner weiß so genau, was da eigentlich drin ist. Die ältere Lehrerin, die abends immer eine große Kanne Kräutertee trinkt und plötzlich beim Hausarzt hohe Leberwerte hat und glaubhaft beteuert, dass sie keinen Alkohol trinkt. Diese Liste kann ich noch viel länger fortsetzen.

Es ist immer gut, mit seinem Arzt zu besprechen, was man einnimmt. Viele alternative Heilmethoden haben wenig bis keine Wirkung in Studien gezeigt, aber leider sind sie nicht alle harmlos. Es gibt natürlich auch pflanzliche Medikamente, die von uns Schulmedizinern eingesetzt werden, die nachgewiesener Maßen eine Wirkung haben. Aber auch das sollte man am besten mit einem Arzt besprechen. 

Warum berichten so viele Menschen von positiven Erfahrungen nach Detox-/ Entschlackungskuren? 

Die meisten weil sie sich mit sich selber beschäftigt haben, sich selber körperlich und geistig mal wieder mehr Raum im Leben gegeben haben und sich so selber das Gefühl gegeben haben, dass sie etwas für sich getan haben. Die Wirkung des Placebo-Effekts ist in der Medizin nicht zu unterschätzen. Je größer der Eingriff bzw. die Entbehrung bei einer eigentlich wirkungslosen Therapie ist, je exotischer und höher dosiert eine tropische Frucht, desto größer kann der Placebo-Effekt ausfallen.

Auch dazu gibt es jede Menge Studien und ich denke, man sollte unterscheiden, ob es sich tatsächlich um eine wirkungslose Therapie, wie beispielsweise über Wochen Trinken von Selleriesaft, handelt, oder ob jemand zum Beispiel Heilfasten durchgehalten hat und so seinen Stoffwechsel möglicherweise sogar messbar positiv verändert hat. 

Was können wir also für eine gute Darmgesundheit langfristig und nachhaltig tun?

Für eine gute Darmgesundheit sollte man auf eine abwechslungsreiche, faserreiche, vitaminhaltige und ausgewogene Ernährung setzen. Das Mikrobiom, also die Darmflora, ernährt sich aus den von uns zugeführten Speisen und wächst und gedeiht und wird darüber am besten von uns gepflegt. Hier ist auch der Punkt, über den ich ewig weiter ausführen könnte, da für bestimmte Menschen bestimmte Ernährungsweisen zu bevorzugen sind. Wer sich da unsicher fühlt, kann natürlich auch eine Beratung bei einer zertifizierten Ernährungsberatung durchführen und sich Anregungen holen. Die Praxis sieht so aus, dass viele ins Blaue hinein bei Störungen des Verdauungsapparats, selbstständig alles Mögliche ausprobieren. Eine Beratung kann helfen, strukturiert die Ernährung wirklich an die Beschwerden anzupassen.

Warum folgen viele Menschen lieber den Tipps von “Health-Gurus” im internet, als zum Arzt zu gehen?

Sehr gute Frage. Zum einen hat man auf das Internet ständig und überall mit dem Smartphone Zugriff und komplexe Zusammenhänge werden oft schön anschaulich, aber auch oft sachlich falsch oder zu stark vereinfacht dargestellt. Ohne medizinisches Fachwissen kann man nicht unterscheiden, ob einem dort Sinn oder Unsinn farbig aufbereitet und auf Instagram präsentiert wird. Die meisten Menschen, die Interesse an Gesundheitsthemen haben, sind auch gar nicht krank und müssen gar nicht zum Arzt gehen, wollen aber etwas für ihre Gesundheit tun und Verantwortung für ihre Ernährung übernehmen. 

Und nehmen wir mal an sie kämen in die Sprechstunde. Dann würde sich der ärztliche Kollege oder die Kollegin sicherlich nicht wirklich zuständig fühlen und würde sich auch kaum Zeit nehmen können, da keine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt. Der Patient, der ja in diesem Fall keiner ist, weil er/sie nicht krank ist, wiederum denkt sich, dass die Ärzte kein Interesse haben und er/sie fühlt sich dann nicht ernst genommen. Sich Zeit nehmen und lange Beratungen, werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen, die die Arzthonorare an die niedergelassenen Kolleg*innen auszahlen, auch kaum vergütet. 

Manche Menschen wollen aber auch wohlgehegte Rituale oder mythisch anmutende Empfehlungen gar nicht in Frage stellen und konsumieren daher lieber Health-News über das Internet, wo ihre Vorstellungen bestätigt werden. Hier spricht man vom Confirmation Bias. Ob diese News und Empfehlungen möglicherweise falsch sind, interessiert dann gar nicht so sehr, weil man die negative Bewertung gar nicht hören möchte. Und solange man sich damit nicht schadet, ist da auch schlicht nichts dagegen zu sagen. 

Hast du schon einmal potentiell gefährliche Gesundheitstipps auf Social Media gelesen, gerade speziell zum Thema Ernährung oder Darmgesundheit?

Natürlich sind auf Social Media einige Scharlatane unterwegs, wo ich leider auch ärztliche Kollegen, insbesondere im englischsprachigen Raum, einschließen muss. Und daher finden sich auch immer wieder gefährliche Gesundheitstipps online. Zum Teil handelt es sich einfach um harmlose, ungefährliche Claims, die im besten Falle keine Wirkung haben. Hier wären wir zum Beispiel wieder bei Empfehlungen, wie dem täglichen Glas frisch gepressten Selleriesaft. Im schlechtesten Falle sind es Ernährungsempfehlungen, die hanebüchen und schädlich sind oder zu gestörtem Essverhalten führen können, eine Mangelernährung darstellen, den Geldbeutel unnötig erleichtern oder schlichtweg fachlich falsch dargestellt werden. 

Vielen lieben Dank für die spannenden und umfassenden Antworten!

 

2. Emilie Wegner, Ernährungswissenschaftlerin und Teil des größten deutschen Ernährungs-Expertennetzwerks Nutrition Hub und Bloggerin auf Emilie’s Treats.

Was ist echtes Detox und was nicht?

Detox bedeutet, etwas loszuwerden oder etwas loszulassen, das einem nicht gut tut. In unserem Körper geschieht das ständig – ohne, dass wir es merken!

Detox in der Ernährung, also das forcierte „Loswerden“ wäre für mich am ehesten eine komplette Darmentleerung durch mehrtägiges Fasten. Ansonsten verbinde ich mit dem Begriff vielmehr eine mentale Befreiung. Sie kann der Anfang von etwas Neuem sein, z.B. einer Lebensstiländerung.

Gibt es Superfoods, die unseren Körper von Toxinen befreien?

Unser Körper benötigt meistens keine Hilfe, um alltägliche Mengen an schädlichen Stoffen, die wir aufnehmen oder die uns umgeben, loszuwerden. Über effektiv arbeitende und hoch komplexe Organe wie Leber, Niere, Darm, Lunge und Lymphsystem werden alle nicht nützlichen Stoffe ausgeschieden – ohne unser Zutun. Was unseren Körper dabei unterstützen kann, ist frische Luft, viel Trinken und Bewegung.

Superfoods, die uns von allen „Giften“ befreien, gibt es in dem Sinne nicht. Das einzige mir bekannte Nahrungsmittel, das schädliche Stoffe zumindest binden kann und damit die Ausscheidung erleichtert, ist eine ganze Nährstoffgruppe: Die Ballaststoffe. Sie fixieren z.B. Cholesterin in unserem Blut, aber auch Schadstoffe aus unserer Nahrung. Hülsenfrüchte oder auch Vollkorngetreide sind sehr beispielsweise sehr ballaststoffreich.

Alles in allem müssen wir uns also keine Sorgen machen, dass unser Körper systematisch vergiftet wird, denn er weiß sich selbst zu helfen. Problematisch wird es erst, wenn wir uns extrem hohen Mengen von Schadstoffen aussetzen, z.B. beim Rauchen oder bei einer lang andauernden ernährungsbedingten Krankheit. Dabei wird die Produktion von schädlichen Stoffen regelrecht ankurbelt. Diese „Fehltritte“ lassen sich aber leider auch nicht ohne weiteres weg-„detoxen“. Mit einem Superfood oder einer 14-Tage-Fasten-Kur ist es hier nicht getan, sie können höchstens bei der Lebensstiländerung helfen.

Welche positiven Effekte haben Saftkuren?

Saftkuren können das Magenvolumen merklich verkleinern und damit das Hungergefühl senken. Das ist für viele eine interessante Erfahrung: Plötzlich spürt man, mit wie wenig Essen wir theoretisch auskommen können. Diese Erkenntnis kann zu einem positiveren Verhältnis zur täglichen Ernährung führen, aber auch (bei entsprechender Vorprägung) Einstieg in eine Essstörung sein. Daneben intensiviert sich auch oft das Geschmacks- und Esserlebnis, besonders kurz nach einer Saftkur. Einen großen ernährungs-medizinischen Vorteil sehe ich in Saftkuren im Vergleich zum herkömmlichen Fasten allerdings nicht. Mehr Giftstoffe als sowieso schon werden jedenfalls nicht ausgeschieden. Allerdings kann Fasten grundsätzlich positive Effekte auf unseren Körper haben.

Saftkuren können uns also nicht wirklich “detoxen”, aber sind sie trotzdem harmlos? Gibt es auch Nebenwirkungen von solchen Saftkuren?

Fasten im Allgemeinen, auch das intermittierende Fasten, das gerade wieder in Mode ist, kann sich nachweislich positiv auf unseren Körper auswirken. Zum Beispiel wurden dabei eine Senkung des Blutzucker- und Cholesterinspiegels festgestellt. Wen das Thema interessiert, kann sich dazu hier gern einlesen.

Die Effekte scheinen allerdings allein durch die Kalorienreduktion hervorgerufen zu werden. Wer statt einige Tage nichts, einfach jeden Tag weniger isst, erzeugt die gleiche Wirkung im Körper.

Während einer Saftkur nimmt man jedenfalls sehr wenige Kalorien auf, meistens unter 500 kcal/Tag. Somit ist Saftfasten mit anderen Fastenarten vergleichbar. Ich persönlich würde ein Brühen-Fasten mit wenig Zuckeranteil dem Saftfasten vorziehen, da mein Blutzuckerspiegel stark auf zuckerreiche Säfte reagiert und ich danach schneller Hunger habe. Aber das ist wohl Geschmackssache.

Sollte man Industriezucker und Gluten komplett vom Speiseplan streichen?

Da wir im Durchschnitt zu viel Zucker zu uns nehmen und das nachweislich zu gesundheitlichen Problemen führen kann, empfehle ich, eine grundsätzliche Einschränkung im Zuckerverzehr. Das schließt neben dem raffinierten Zucker aber auch Rübenzuckeralternativen wie Sirup oder Dicksäfte mit ein. Industriezucker ist das schlussendlich alles irgendwie: Denn jedes dieser Produkte wurde mehr oder weniger industriell aufbereitet. Auch ernährungsphysiologisch gibt es keine großen Unterschiede: Süß werden diese Lebensmittel alle durch Glukose und/oder Fruktose in unterschiedlichen Anteilen, wobei auf stark Fruktose-haltige Süßungsmittel noch eher verzichtet werden sollte (hier findet ihr mehr Infos dazu). In Maßen genossen ist ein Verzehr für einen gesunden Menschen jedoch vollkommen harmlos.

Auf Gluten sollten alle verzichten, die merken, dass ihnen der Verzehr nicht gut tut. Das sind natürlich PatientInnen mit Zöliakie, aber auch Betroffene mit einer Glutensensitivität. Warum genau mit Bauchschmerzen oder Hautproblemen auf Gluten reagiert wird, ist noch nicht vollständig bekannt. Für alle anderen, die mit Gluten gut klar kommen, ist der Verzehr von Getreidevollkornprodukten allerdings ausdrücklich zu empfehlen! Gerade der hohe Ballaststoff- und Mineralgehalt, aber auch die gute Zusammenstellung an komplexen Kohlenhydraten, ungesättigten Fetten und Proteinen machen Getreideprodukte zu einem sehr wertvollen Lebensmittel, das uns satt hält und lange Energie gibt.

Wie sieht nun eine “gesunde” Ernährung aus?

Eine gesunde Ernährung ist – so platt das auch klingt – eine ausgewogene Ernährung. Denn wer heterogen isst, kann sich sicher sein, von allen Nährstoffen genug aufzunehmen (mit wenigen Ausnahmen, wie z.B. Vitamin D). Die Basis bilden, auch aus umweltfreundlichen Gesichtspunkten, pflanzliche Lebensmittel: Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Saaten, Nüsse und Öle. Es spricht ernährungsphysiologisch nichts dagegen, ab und an tierische Produkte zu verzehren, um unseren Eisen- und Vitamin B12-Bedarf zu decken und gut verfügbare Eiweiße aufzunehmen.

Soweit die Theorie. In der Praxis erkenne ich eine gesunde Ernährung meistens daran, dass oft selbst gekocht wird und dabei viele frische, unverarbeitete Zutaten zum Einsatz kommen. Zu einer gesunden Ernährung zählt meiner Meinung aber auch, dass mit Freude gegessen wird und der Genuss an erster Stelle steht.

Siehst du Gefahren, was das Verbreiten von Halbwissen über gesunde Ernährung auf Instagram und Blogs angeht? Wenn ja, welche?

Ja, Gefahren sehe ich definitiv und habe sie bereits miterlebt. Vor allem das pauschale Einteilen von Lebensmitteln in die Kategorien „gesund“ und „ungesund“ sehe ich sehr kritisch. Solche Regeln scheinen das Leben vermeintlich zu vereinfachen, in der Realität schüren sie vor allem Ängste: Was soll ich, ja was darf ich noch essen? Wenn der Ausweg dann in einem radikal eingeschränkten und geregelten Essverhalten mündet, ist der Schritt zur Essstörung nicht mehr weit.

Ich selbst stand genau aufgrund dieser Unsicherheit, eingeflößt durch das Halbwissen von Magazinen und in den sozialen Medien vor meinem Studium auf der Klippe zur Orthorexie. Erst Jahre später konnte ich diesen Lebensabschnitt auf meinem Blog gut reflektieren. Was mich damals gerettet hat? Mein Studium, das mir ganz nüchtern aufgezeigt hat, zu wie viel unser Körper in der Lage ist. Hinzukam noch ein Minijob in einer Eisdiele. Dort musste ich jede selbstgemachte Eissorte probieren. Und siehe da: Trotz des vielen Zuckers ging es mir weiterhin gut! – Ich lernte, wieder mehr auf meinen Bauch zu hören und mein Essen mit Genuss auszuwählen. Ohne darüber nachzudenken, was genau drin ist.

Wo liegt deiner Meinung nach die Grenze zwischen harmlosen und/ oder verantwortungsbewussten Ernährungstipps und potentiell gefährlichen Ratschlägen auf Social Media?

Was Social Media super kann, ist Inspirieren: Zu neuen Rezepten und Zutaten, damit wir unser Essen besser kennenlernen. Wenn erreicht wird, dass mehr gekocht wird, ist das perfekt!

Problematisch wird es, wenn ich Falschaussagen über Lebensmittel oder unseren Körper lese. VeganerInnen z.B. müssen sich viel mit ihrer Ernährung und ihrer Nährstoffversorgung beschäftigen, um einen Mangel vorzubeugen. Wenn aber ohne Kontext behauptet wird, das z.B. Algen besonders reich an für VeganerInnen problematischen Nährstoffen sind, muss erwähnt werden, dass hier das Vitamin B12 fast immer in der für unseren Körper nicht verfügbaren Form vorliegt. Sonst wird schnell das falsche Bild vermittelt: Dass es ausreichen würde, ein, zwei Superfoodsmoothies zum (im Zweifel unausgewogenen) Speiseplan hinzuzufügen, um ausreichend gesund zu leben. Dabei sollten gerade Menschen mit besonderen Ernährungsweisen ihr Blutbild regelmäßig überprüfen und auf ihre individuellen Bedürfnisse achten. Genauso wie Verharmlosung kann aber auch die eben angesprochene Verteuflung extrem schädlich sein.

Wichtig für mich ist auch, dass bei allen Ratschlägen und Tipps die Machbarkeit mit bedacht wird. Wenn etwas en vogue ist, was mit extrem viel Aufwand oder Geld verbunden ist, baut das auf diejenigen Druck auf, die sich ein Mitmachen zeitlich oder finanziell nicht leisten können.

Danke liebe Emilie für den spannenden Input!!

 

3. Dr. rer. nat. Anastasia Pyanova, Biologin und zertifizierte Ernährungsberaterin.

Wie sehen typische Detox-Pläne, die im Internet promotet werden, aus?

Viele Detox-Pläne, die im Internet kostenlos zu finden sind, sind eigentlich relativ harmlos: sie basieren auf Säften, Suppen und Smoothies, die man 2-5 Tage zu sich nimmt und selber zubereiten kann. Dazu kommen noch ganze Wochenpläne mit gesunden, pflanzenbasierten Mahlzeiten. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, auch wenn die wissenschaftlichen Grundlagen fehlen, wie z.B. bei „Entsäuerungskuren“. So wird „Entsäuerung“ in einem Artikel auf brigitte.de beschrieben: „Wenn du regelmäßig Fleisch und Brot isst, Kaffee und Alkohol trinkst und gern Süßes naschst, ist dein Körper wahrscheinlich übersäuert. Das macht müde, die Verdauung träge, kann zu Sodbrennen, Hautproblemen oder Kopfschmerzen führen. Höchste Zeit, deinen Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen und auf Entsäuerung zu schalten!“ Solche Aussagen sind leider überhaupt nicht wissenschaftlich korrekt. Eine wahre Azidose (Übersäuerung) ist ein lebensgefährlicher Zustand, der nicht durch Diät beeinflusst werden kann. Es gibt keinerlei Belege dafür, dass die oben genannten Lebensmittel zur „Übersäuerung“ führen, auch wenn Alkohol und Zucker im Übermaß sicherlich ungesund sind.

Online kann man auch Säfte und Smoothies für solche „Detox-Tage“ bestellen. Ungesund oder gefährlich sind sie nicht, allerdings sehr teuer: eine Kur für 3 Tage kostet etwa 200 Euro. Schwierig wird es, wenn es um Nahrungsergänzungsmittel geht, die als „Detox-Programme“ angeboten werden. Nahrungsergänzungsmittel unterliegen keiner strengen Kontrolle wie z.B. Medikamente. Wenn man sie über längere Zeit nimmt, ohne es mit einem Arzt zu besprechen, kann es entweder zu Überdosierungen kommen oder, wenn man länger aufs Essen verzichtet, auch zu Mangelerscheinungen oder anderen gesundheitlichen Problemen. Ich würde von solchen Kuren dringend abraten.


Warum beschreiben so viele Leute, die z.B. eine Saft-Detox-Kur oder Entschlackungskuren gemacht haben, so viele positive Erfahrungsberichte?

Ich glaube, dass eine Detox-Kur durchaus einen Placebo-Effekt haben kann: man denkt, dass man etwas Gutes für sich tut und so fühlt man sich gleich besser. Außerdem schaden ein paar Tage Saft-Kur nicht, wenn man nur bei diesen paar Tagen bleibt und besonders wenn man sich sonst ungesund ernährt. Es ist auch so, dass solche Kuren meistens zu einem schnellen Gewichtsverlust führen, weil man sehr wenig Energie zu sich nimmt. Allerdings handelt es sich meistens um Wasser- oder Muskelmasseverlust und nicht um Fett. Eine sehr strenge Kalorienrestriktion begünstigt zudem den Jo-Jo Effekt: man nimmt nach der Beendung einer Kur schnell wieder zu und meistens wiegt man am Ende noch mehr als davor.


Wie können wir wirklich unseren Körper “reinigen” und Giftstoffe loswerden?

Der Körper kann sich ganz prima selbst „entgiften“ – zumindest bei gesunden Menschen. Dafür haben wir Nieren und Leber. Die Leber ist unser Entgiftungsorgan Nummer eins: hier findet Entgiftung von Alkohol, Medikamenten und anderen körperfremden Stoffen sowie potentiell schädlichen Stoffwechselprodukten statt. Die Nieren scheiden wasserlösliche Giftstoffe aus und filtrieren das Blut. Nur bei sehr schwerwiegenden Erkrankungen kann es dazu kommen, dass dieses System zusammenbricht. Genauso ist es mit dem Säure-Basen-Haushalt: der pH-Wert der Blut bleibt eigentlich immer konstant – dafür sorgen spezielle Puffersysteme. Es gibt also keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass man den Körper „übersäuern“ kann – also auch keinen Beweis dafür, dass „basische“ Tees usw. etwas bewirken.

Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sollte sich grundsätzlich gesund ernähren: viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte, genug Wasser trinken, weniger Fast-Food und Fertigprodukte. Es gibt auch wissenschaftliche Belege dafür, dass gelegentliches Fasten gesund ist – da gibt es unterschiedliche Formen, z.B. intermittierendes Fasten. Fasten regt den Selbstreinigungsprozess in den Körperzellen, sog. Autophagie. So kann der Körper z.B. defekte Proteine auf Zellebene effektiv entsorgen. Also ist im Prinzip gegen ein paar Tage fasten nichts einzuwenden – je nachdem wie es gemacht wird und warum. Es reicht, wenn man einen Tag lang nur Wasser trinkt oder eben Gemüsesäfte – man braucht keine teueren, „nur für Dich“-gemachten Smoothies, Cocktails usw. Das ist pure Geldverschwendung. Entscheidend ist eine vollwertige, ausgewogene, gesunde Ernährung, die alltäglich praktiziert werden sollte – ohne sie bringen nämlich Fastenkuren gar nichts. Fasten kann also als Ergänzung zu einer allgemein gesunden Ernährungsweise dienen, aber eben nur als Ergänzung – das ist keine magische Lösung für alle (ob Gewichts- oder gesundheitliche) Probleme.


Wie erkenne ich Ernährungsmythen?

Es ist gar nicht so einfach – im Prinzip sollte man immer nach wissenschaftlichen Belegen suchen, wenn man sicher gehen will. Diese findet man nicht über spezielle Suchmaschinen für wissenschaftliche Literatur, am besten über PubMed (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed) oder auch Google Scholar. Findet man also Belege in der wissenschaftlichen Literatur, ist man auf dem richtigen Weg. Am besten sollte man sich an Reviews (Übersichtsarbeiten) und Metaanalysen orientieren. Dabei sollte man vor allem die Effekt-Größe beachten (1kg insgesamt weniger wiegen nach einem Jahr – lohnt es sich wirklich?) und auch die langfristigen Folgen einer Diät. Wem das etwas „zu viel“ ist, findet eine schnelle Lösung bei den Ernährungsempfehlungen der Fachgesellschaften. Sie sind immer auf einer umfangreichen Literaturrecherche basiert.


Warum haben so viele “Health-Gurus” Abneigungen gegenüber wissenschaftlich basierten Infos bzw. Ernährungsratgebern?

Ich vermute, es handelt sich bei den meisten um eine Art „Verschwörungstheorie“: Sie „glauben“ den offiziellen Empfehlungen nicht und denken, dass durch diese Empfehlungen die Menschen krank gemacht werden, damit die Pharmaindustrie, Ärzte usw. dann Geld verdienen können. Es kann manchmal auch daran liegen, dass die offiziellen Empfehlungen etwas konservativ und manchmal sogar veraltet sind, da die Fachgesellschaften sie nur dann ändern, wenn es sehr schwerwiegende Gründe dafür gibt, wie z.B. im Fall der zehn Regeln der DGE. Die Ernährungswissenschaft ist noch sehr jung und es ist schwer, wissenschaftlich geprüfte Ernährungsempfehlungen aus der Praxis abzuleiten, da man kaum Möglichkeit hat, wirklich aussagekräftige Studien mit Menschen durchführen zu lassen.

Vielen lieben Dank für die spannenden Antworten!!

 

4. Jana Maiworm, Ökotrophologin und Online Food-Redakteurin
 

Welche Informationen im Netz zum Thema Ernährung & Co. kann man ernst nehmen und welche nicht?

Da mittlerweile so viele vermeintliche Ernährungs-Experten im Netz und auf Social Media kursieren, sollte man das, was man liest und hört, meiner Meinung nach immer kritisch hinterfragen. Hat die Person eine fundierte Ausbildung? Gibt es Studien, die die Fakten belegen? Oft gibt der gesunde Menschenverstand auch schon einen Hinweis, ob die Infos wirklich sinnvoll sind. Bevor man vermeintliche Wahrheiten für sich adaptiert, sollte man denke ich immer noch weiter recherchieren und schauen, ob sich die Tipps und Ratschläge auch mit anderen Quellen decken.

Können Blogs und Instagram eine gute Quelle für die eigene, gesunde Ernährung darstellen? Wann siehst du Social Media Inhalte in diesem Bereich eher kritisch?

Gerade in Bezug auf Rezeptinspirationen finde ich Blogs und Instagram super. Den eigenen Koch-Horizont der 5-10 Standard-Gerichte oder der immer gleichen Lebensmittel zu erweitern, ist super einfach und schnell gemacht.

Kritisch finde ich die Flut an zahlreichen, oft unterschiedlichen oder konträren Meinungen und Strömungen. Hier ist es hilfreich, das erst mal mit einem gewissen Abstand aufzunehmen und nicht alles was man hört und liest gleich 1:1 für sich zu übernehmen. Wichtig ist ja nicht nur die Frage, ob Ernährungsstil XY jetzt wirklich gesund ist, sondern auch, ob er für mich persönlich stimmig und umsetzbar ist und mir ganz individuell gut tut.


Wie funktioniert eine langfristig gesunde Ernährung und was ist überhaupt eine “gesunde” Ernährung?

Eine gesunde Ernährung ist für jeden ganz individuell. Was für mich gut funktioniert, muss nicht automatisch auch auf dich zutreffen. Als Faustregel kann man sich dennoch merken, dass eine Basis aus frischem Gemüse und Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und gesunden Fetten, z. B. aus Nüssen und Samen, für die meisten gesunden Menschen gut ist.

Auf verarbeitete Produkte mit langen Zutatenlisten, Zusatzstoffen und Co. sollte so gut wie möglich verzichtet werden. Stattdessen lieber frische Produkte selber zubereiten und kochen.

Wie viele Mahlzeiten, zu welchen Uhrzeiten und welche Mengen letztendlich gesund sind, muss jeder für sich selber herausfinden. Hier finde ich auch das Stichwort intuitives Essen wichtig: Der eigene Körper sagt und zeigt uns nämlich eigentlich ganz genau was und wie viel er gerade braucht und wann er genug hat.

Was bedeutet der Trendbegriff Clean Eating?

Grundgedanke beim Clean Eating ist, dass man sich nur von frischen, unverarbeiteten, also „reinen“ Lebensmitteln ernährt. So sollte man möglichst viel selber und frisch zubereiten, um dadurch Fertiggerichte zu vermeiden. Auf Weißmehl, Zucker und Alkohol sollte weitestgehend verzichtet werden. Stattdessen gibt es viel frisches Obst und Gemüse, komplexe Kohlenhydrate, Proteine und gesunde Fette. 

Führt die Unterteilung von Clean und Nicht-Clean, also “schmutzige” Lebensmitteln nicht dazu, dass jede Entscheidung rund ums Essen zu Gedanken wie Versagen, Stress, Kritik oder Angst führen kann?

Wie bei vielen anderen Ernährungskonzepten besteht auch beim Clean Eating die Gefahr, dass vermeintliche „Fehler“, also das Essen von „falschen“ Lebensmitteln negative Gedanken und Schuldgefühle gegenüber sich selber auslösen. In der Hinsicht sind sicherlich auch Instagram und Co. ein Risiko – man vergleicht sich und bekommt suggeriert, dass alle anderen es viel besser hinbekommen.

Prinzipiell finde ich Clean Eating super, aber auch hier sollte man das Thema entspannt angehen, aufpassen, dass man durch seine Ernährungsregeln nicht unsozial wird und sich immer vor Augen führen, dass es letztendlich auf eine gute Balance ankommt. Sich 80 Prozent gesund und ausgewogen zu ernähren und bei den übrigen 20 Prozent für den leckeren Geburtstagskuchen der Kollegin oder die Pizza am Wochenende mit Freunden mal ein Auge zuzudrücken, tut dem Körper nicht weh und der Seele gut 🙂

Vielen lieben Dank für das Interview, Jana!

 

Und auch vielen lieben Dank noch einmal an alle Interview-Partnerinnen! Ich finde es wirklich wichtig, sich bei solchen Themen Input von zertifizierten Profis zu holen. Was man daraus macht, ist jedem/ jeder selbst überlassen. Ich hoffe, ich konnte auch ein paar Fragen meiner LeserInnen über die Interviews beantworten. Falls ihr euch mehr Infos wünscht, lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen oder schaut mal bei Nutrition Hub vorbei!

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8 Kommentare
  1. Liebe Mia, vielen Dank für den ausführlichen, differenzierten Beitrag! Ich denke auch, dass man nicht unreflektiert auf jeden Social-Media Hype aufspringen sollte, vor allem wenn es um die Gesundheit geht! Was mir aufgefallen ist, dass ich glaube in jedem deiner Interviews bestätigt wurde, dass Heilfasten dem Körper schon etwas bringen kann. Ich habe dieses Jahr eine Frühjahrskur gemacht, mit Heilfasten begonnen und dann vegan und ohne Zucker, Weißmehl, Aklohol etc. ernährt und habe bei meiner Schuppenflechte, Migräne und Allergien eine positive Wirkung erfahren. Die Quellen waren verschiedene Bücher und eben auch Erfahrungsberichte auf Social Media. Ich finde man muss immer gut abwägen: Was klingt zu gut um wahr zu sein – zwischen was hört sich plausibel an und ist unbedenklich mal auszuprobieren. Liebe Grüße *thea

    1. Ja, so habe ich das auch rausgelesen und das klang auch sehr plausibel für mich. Und ich stimme dir zu, man muss echt auch einfach kritisch abwägen. Selbst jede Fastenkur wäre nichts für mich, nur bestimmte…Danke für dein Feedback!