24 Stunden Budapest

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Wir sind mit dem Zug von Serbien zurück nach Berlin gefahren und haben einen kurzen Stopover in Budapest gemacht. Die 24 Stunden in dieser wunderschönen Stadt haben wir vollends ausgenutzt – und was soll ich sagen? Ich bin verliebt! Mir hat Budapest so gut gefallen, dass ich unbedingt so bald wie möglich dorthin zurück möchte! Vielleicht verzaubert euch ja mein 24 Stunden Budapest Guide auch (Disclaimer, die ganze Reise war komplett selbst finanziert, kein Sponsoring oder ähnliches!):

Ankunft & Hotel

Nach 7 Stunden Zugfahrt durch Serbien und Ungarn sind wir abends pünktlich am Budapest Keleti Bahnhof angekommen. Unser Hotel The Three Corners Anna war praktischerweise nur zwei U-Bahn-Stationen entfernt. Uns hat das Hotel sehr gut gefallen, da die Lage perfekt für uns war, das Zimmer relativ groß und sehr preiswert sowie das Bad sehr neu! Wir hatten kein Frühstück dazu gebucht, also kann ich dazu nichts sagen.

Nachdem wir uns kurz aufgefrischt haben, sind wir direkt wieder losgezogen:

Napfényes Restaurant 

Napfényes ist ein veganes Restaurant, das sehr zentral an der U-Bahn Haltestelle Ferenciek tere gelegen ist. Das Interior ist gutbürgerlich,  auf der Karte findet ihr eine sehr gute Auswahl an ungarischer Hausmannskost und das Personal war super freundlich! Wir hatten die Vegan Lavish Platter für Zwei und es war geil! Bestellt sie aber nur, wenn ihr Bock auf Frittiertes oder Soulfood habt. Ansonsten klang auch die Health Platter gut und generell alle Gerichte auf der Karte 🙂 Nur das Dessert, eine Mohnschnitte, hat uns nicht so gut gefallen.

Szimpla Kert

Natürlich mussten wir auch in einem der bekanntesten Lokale Budapests vorbei schauen, das Szimpla Kert! Ich wusste ehrlich gesagt vorher überhaupt nicht, was mich erwartet, da sich Jesse die Bar rausgesucht hatte. Diese Erfahrung empfehle ich euch auch, weshalb ich hier keine Fotos davon posten werde! Geht einfach hin und lasst euch vom sehr besonderen Ambiente begeistern. Der Stil und das Interior aus Schrott-Kunstwerken und bunten Lichtern ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber auf jeden Fall sehenswert. Wir waren relativ früh dort, weshalb es nicht zu voll war und wir auch nicht in einer Schlange warten mussten.

Der nächste Morgen

Frühstück & Kaffee

Unsere Hotel-Lage war wirklich wunderbar, so dass wir direkt zur Frühstückslocation laufen konnten. Es ging ins Szimply Breakfast & Lunch, versteckt in einem coolen Hinterhof, der mich sehr an Belgrad erinnert. Es ist kein rein veganes Lokal, relativ klein und auch nicht sehr preiswert, aber ich empfehle es trotzdem. Das Interior ist cool minimalistisch, das Essen ist einfach himmlisch angerichtet und das Brot so lecker! Ich sage nur knackig knusprige Kruste! Erbsenaufstrich war für mich auch eine relativ neue Sache, aber ich war begeistert. Dazu hatten wir einen gesunden gepressten Saft, ich glaube mit Ingwer, Äpfeln etc. Im Szimply direkt gibt es keinen Kaffee, aber im Café gegenüber. Die beiden Lokale gehören irgendwie zusammen, so dass man sich den Kaffee auch rüber holen kann.

Da wir aber immer versuchen, so viele Lokale wie möglich abzuklappern, haben wir uns für einen Kaffee im My Little Melbourne Coffee and Brew Bar entschieden. Laut zahlreicher Quellen soll es dort den besten Kaffee geben. Der Kaffee war auch echt gut, aber Jesse und ich hätten eine andere Kaffeesorte oder eine andere Röstung bestellen sollen, da uns der Kaffee zu “fruchtig” geschmeckt hat. Nächstes Mal! Wir sind noch sehr unerfahren in unserer Coffee-Lover-Journey 🙂

Bummeln, Shopping & Mittagspause

Gut gestärkt für den Tag sind wir erst einmal nur ein bisschen im 5. und 7. Bezirk umher spaziert. Ein spannender Stop war im Printa Design Shop – ein Fair Fashion und Zero Waste Shop mit handgemachten und nachhaltigen Produkten. Im Laden selbst kann man auch Kaffee trinken und aus Umweltgründen gibt es keinen Coffee To Go! Ich habe mir dort ein Longsleeve aus recycelten Materialien gekauft, sowie handgemachte Ohrringe.

Da wir sehr gutes Wetter hatten, gab es außerdem Eis im Eiscafé Gelarto Rosa. Auch wieder nicht 100% vegan, aber mit sehr guten veganen Optionen und die Kugeln werden als Blütenblätter auf der Waffel arrangiert. Es gibt auch vegane Waffeln.

Im Great Bistrot – Vegan Restaurant hatten wir dann unseren Lunch. Jesse und ich hatten beide schon lange kein richtig gutes, veganes Sandwich mehr, also haben wir uns jeweils ein Club-Sandwich bestellt. Sehr lecker und sehr gut! Zusätzlich haben wir uns noch einen Art Kartoffelauflauf mit veganem Hack (glaube aus Reis oder Grünkern?) bestellt und uns für die Zug-Rückfahrt in eine Tuppa gepackt.

Sightseeing

Wir hatten nicht so viel Zeit für Sightseeing. Wenn wir nur kurz in einer Stadt sind, stehen Essen und schöne Cafés immer auf unserer Prio-Liste. Aber eine kleine Tour wollten wir trotzdem machen. Ein ausgiebiger, langer Spaziergang vorbei an ein paar Sehenswürdigkeiten wie die St.-Stephans-Basilika führte uns über die bekannte Kettenbrücke (Széchenyi lánchíd) zur Fischerbastei. Die Festung bietet einen wunderschönen Blick auf die Stadt, sowie eine sehr malerische Architektur. Natürlich wird dieses Bild gestört von den Touristenmassen, aber wir hatten Glück und es war nicht ganz so viel los. Die filigranen Details an der Matthiaskirche haben uns auch unglaublich beeindruckt! 

Die besten Aussichtspunkte scheinen aber an Cafés und Bars vermietet zu sein, nur so als Vorwarnung an euch. Wir haben keine davon besucht.

Eigentlich wollte ich danach noch zur Tóth Árpád Promenade in der Nähe von der Kirche, um die Kirschblüten zu bewundern und ein paar Fotos zu schießen. Doch obwohl überall in der Stadt die Kirschblüten blühten, waren sie genau dann an der Promenade leider noch verschlossen. Nächstes Mal dann hoffentlich 🙂

Nachmittags-Kaffee & Dinner

Per U-Bahn sind wir dann zurück in den 7. Bezirk, um im Lokal Mazel Tov einen Kaffee zu trinken. Ich gebe zu, wir sind da wirklich nur hin, weil ich die Bilder aus dem Café auf Google so schön fand! Der Laden ist aber wirklich wunderschön begrünt und hat eine helle, freundliche Atmosphäre! Wir hatte nur einen Café Latte mit Mandelmilch, dieser war aber wirklich sehr, sehr gut!

Eigentlich wollten wir dann auch dort in der Nähe bleiben und zu Abend essen, bevor es für uns zum Nachtzug zurück nach Berlin ging. Doch auf mehreren Blogs hatten wir gelesen, dass der Burger im Vegan Love Streetfood der beste vegane Burger ever sei. Wir sind also per Taxi hingedüst, da wir sonst hätten hetzen müssen. Wir haben uns den Double Cheezeburger bestellt und um ehrlich zu sein, ja, er war gut. ABER… ich habe schon bessere gegessen und die Taxifahrt dorthin hat sich im Nachhinein nicht gelohnt. Vielleicht sind Jesse und ich durch das vegane Burger-Angebot in Berlin schon so verwöhnt, dass wir es nicht wertschätzen konnten, aber im Nachhinein wäre ich lieber ins Matrjoska Kroshka. Einfach weil wir dann noch eventuell mehr Zeit gehabt hätten, dort etwas zu bummeln, bis wir zurück ins Hotel mussten und das Interior sieht irgendwie süßer aus. Nächstes Mal dann! Ach und der Burger war unmöglich zu essen. Jesse betitelte es als “the messiest burger ever”, da er beim Essen auseinander fiel haha!

Für die Zugfahrt haben wir uns danach im 827 Speciality Kitchen – Vegán étterem noch zwei Stück Kuchen in der Tuppa mitgenommen, wobei diese nur semi gut geschmeckt haben.

Dann sind wir schon zurück ins Hotel gedüst, haben unsere Wasserflaschen aufgefüllt (das Leitungswasser in Budapest kann ich empfehlen, schmeckt tatsächlich irgendwie sehr gut!), unser Gepäck abgeholt und sind wieder zurück an den Budapest Keleti Bahnhof zu unserem Nachtzug nach Berlin. Zu den Zugfahrten veröffentliche ich nochmal einen separaten Beitrag.

Wart ihr schon einmal in Budapest? Wie hat es euch gefallen? Und da wir ja echt nur sehr kurz da waren: Welche Tipps habt ihr noch so für Budapest?

Hier noch ein paar weitere Foto-Eindrücke aus dieser wunderschönen und sehr vegan freundlichen Stadt:

 

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6 Kommentare
  1. Schöne Auswahl, vor allem der Zeto-Waste-Laden gefällt mir. Ich habe meine Kindheitsurlaube am Balaton verbracht – aus der Zeit habe ich ganz glückliche Ungarnerinnerungen. In Budapest war ich einige Jahre später noch mal für ein paar Tage und war ziemlich enttäuscht. Es gibt die herausgeputzten Hotspots, ja. Dazwischen aber auch viel nicht so Schönes. Die traditionelle Esskultur war nur noch schwer zu finden und in hochgelobten Kaffeehäusern gab’s nur mittelguten Kuchen. Da hat sich seither sicher auch eieder was verändert. Aber heute hätte ich auch ein Problem mit der Regierung und gewählten Politik des Landes – populistisch, rechtslastig, schwulenfeindlich… Ich weiß, so denken nicht alle Ungarn, aber ein ungutes Gefühl hätt ich glaub ich doch.

    1. Ja, wir hatten nur ganz kurz in der Stadt und haben natürlich nicht alles gesehen. Aber das mit “herausgeputzt” und dann wieder nicht so tolle Ecken kenne ich schon von anderen Städten. Mich hat wirklich die Auswahl an veganen und vegetarischen Gerichten begeistert. Und ja, Politik ist immer so eine Sache, da dürfte ich glaube ich in viele Länder nicht rein…will da nicht gleich immer auf alle schließen. Aber es ist wichtig, sich deswegen bewusst zu sein, da hast du recht!

  2. Ich war mit 17 oder 18 mal in Budapest, das war meine erste “weitere” Reise mit meiner Tante und besten Freundin im Auto, ganz ohne Eltern. Ich kann mich also eigentlich nur noch an das Hochgefühl des Freiseins erinnern und nicht mehr so sehr an die Stadt 😀 Aber deine Bilder sind toll, ich möchte sehr gern nochmal zurück kommen!
    Liebe Grüße,
    Kathi

  3. Hey liebe Mia,
    dein Bericht über eure 24 Stunden in Budapest erinnert mich so sehr an meine Reise in diese hübsche Stadt vor ein paar Jahren. Wir haben uns damals auch die Kettenbrücke, die Fischerbastei, die Matthiaskirche und Basilika angeschaut. Ich glaub dass sind bestimmt die Top Highlights der Stadt. Auch sonst hat mir die STadt damals sehr sehr gut gefallen.
    Liebe Grüße, Christine